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Autsch! Sedlaczek trifft mit Fail-Frage bei WM voll Schweinsteigers wunden Punkt

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Von: Armin T. Linder

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Haben Sie‘s auch gehört? Vorm Spiel Deutschland gegen Japan bei der WM 2022 traf Esther Sedlaczek voll einen wunden Punkt von Bastian Schweinsteiger - wohl unabsichtlich.

Doha - Das ARD-Doppel aus Esther Sedlaczek (37) und Bastian Schweinsteiger (38) hatte am Donnerstag rund ums deutsche Auftakt-Spiel bei der WM 2022 eine Menge zu besprechen: vom Binden-Ärger bis hin zur tölpelhaften 1:2-Pleite gegen Japan nach 1:0-Führung und Chancen-Wucher. Bei so vielen anderen Themen blieb eine amüsante kleine Episode des TV-Duos wohl von vielen Zuschauern unbemerkt. Denn Sedlaczek setzte sich mit einer Frage in die Nesseln.

ARD: Sedlaczek fragt Schweinsteiger nach Gefühlen bei WM-Auftakt 2014 - doch der saß auf der Bank

Wer eine Fußball-Legende wie Schweinsteiger (der kürzlich Thomas Müller veräppelte) an seiner Seite hat, greift natürlich gerne auf diesen reichen Erfahrungsschatz zu. Auch und gerade, wenn es um Empfindungen geht. „Jetzt nimm uns mal mit in die Gefühlswelt der Nationalspieler“, bat Sedlaczek ihren Nebenmann wenige Minuten vor Anpfiff des Deutschland-Spiels. „Die fahren an, die kommen her, die gehen auf den Rasen. Du weißt es selber. Nehmen wir jetzt nur mal 2014, WM in Brasilien, erstes Spiel gegen Portugal. Was geht dir da durch den Kopf?“

Schweinsteiger scheint kurz einen Moment zu brauchen ... und antwortet dann verblüffend gelassen: „Bei dem Spiel habe ich nicht gespielt. Aber trotzdem: Wenn man als Nationalspieler eine Weltmeisterschaft bestreiten darf, das ist das Nonplusultra. Es gibt nichts Besseres als für sein eigenes Land zu spielen. Wenn man dann im Bus sitzt: Man versucht sich vorzustellen, wie das Spiel ablaufen könnte. Du siehst dann draußen die Fans, die mit Herz und Seele dabei sind, die einen noch mal pushen. Für die Spieler heute gibt es nichts Schöneres als hier draußen zu sein.“

Sedlaczek trifft Schweinsteigers wunden Punkt - denn die WM 2014 begann schmerzhaft

Die Crux an der Sache fällt den Fußball-Fans mit besserem Gedächtnis sofort auf: Sedlaczek spricht Schweinsteiger auf seine Gefühle bei einem Spiel an, bei dem er 90 Minuten auf der Bank brummte. Und trifft damit wohl voll einen wunden Punkt. Ein ungeplanter Fauxpas? Wahrscheinlich - denn Sedlaczek kommt später auf eine andere Partie zu sprechen und betont, dass dort ja Schweinsteiger dabei gewesen sei.

Der Ex-Nationalspieler kontert die kleine Panne immerhin professionell - wirkt aber etwas süffisant in seiner Antwort. Kein Wunder: Das Eröffnungsspiel der WM 2014 würde er wohl lieber aus seinem Gedächtnis streichen. Nach einer eigentlich überwundenen Verletzung verfolgte er das 4:0 des DFB-Teams über Portugal komplett von der Bank aus. Und prompt keimten Diskussionen auf, ob Schweinsteiger überhaupt noch gebraucht wird.

Esther Sedlaczek Bastian Schweinsteiger
Esther Sedlaczek erinnerte Bastian Schweinsteiger an einen schmerzhaften Tag. © Screenshot

WM 2014: Schweinsteiger strafte Kritiker Lügen und führte DFB-Team zum Titel

Spiegel.de etwa kürte ihn zum „Bankdrücker des Spiels“ und frotzelte: „Saß 90 Minuten auf der Bank und wurde nie vermisst. Musste mitansehen, wie sich Philipp Lahm, Kroos und Khedira den Job im defensiven Mittelfeld clever aufteilten.“ Und der Tagesspiegel schrieb: „Schweinsteiger saß in Salvador am äußeren Ende der Ersatzbank, so weit wie möglich von Joachim Löw entfernt. Natürlich ist die Sitzordnung oft dem Zufall geschuldet, und doch wird ihr immer auch eine entsprechende Symbolik beigemessen: Aus Schweinsteiger ist plötzlich eine Randfigur geworden.“ Das Blatt spekulierte nach dem Portugal-Spiel gar, „dass er im dritten Gruppenspiel auch mal von Anfang an auflaufen darf, falls die Qualifikation fürs Achtelfinale bereits geschafft sein sollte? Oder bleibt bei seiner dritten WM am Ende nur ein Gnadeneinsatz im Spiel um Platz drei?“ Na, wie hat sich bei dem Spiel wohl Schweinsteiger gefühlt?

Doch Schweinsteiger strafte die Zweifler und Spötter Lügen: Auch den Anpfiff des zweiten Spiels gegen Ghana (2:2) verfolgte er zwar von der Bank aus, wurde dann aber eingewechselt und kämpfte sich ins Turnier, bis er im Finale das DFB-Team blutend mit einer Wahnsinnsleistung zum WM-Titel 2014 führte. Wie schmerzlich die WM in Brasilien für ihn begann, daran wurde er ja nun dankenswerterweise noch mal von Sedlaczek erinnert. Und wie sah tz-Kolumnist Jörg Heinrich die TV-Übertragung? (lin)

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