Europa League

Zürich düpiert schwaches Leverkusen

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RB Leipzig hatte keine Probleme mit Celtic Glasgow

Schwacher Auftritt: Leverkusen lässt sich von Zürich phasenweise vorführen. Leipzig bleibt gegen Celtic ganz souverän. 

Leipzig/ Zürich - Jetzt schwächelt Bayer Leverkusen auch noch in der Europa League. Nach zwei Siegen zum Auftakt haben die in der Liga schwach gestarteten Rheinländer auch auf internationaler Bühne ihre erste Niederlage kassiert. Beim FC Zürich verlor der Bundesliga-13. am Donnerstagabend trotz eines sehenswerten Doppelpacks von Karim Bellarabi verdient mit 2:3 (0:1).

Während der Schweizer Pokalsieger im zwölften Europacup-Vergleich erstmals einen Bundesligisten besiegte und mit neun Punkten aus drei Spielen fast schon für die K.o.-Runde qualifiziert ist, muss Bayer nun wieder etwas um das Weiterkommen bangen. Der Druck auf Trainer Heiko Herrlich ist vor den schweren Auswärtsspielen in Bremen am Sonntag in der Liga und Mönchengladbach am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal weiter angewachsen. Die Tore für die vom ehemaligen Bundesliga-Profi Ludovic Magnin trainierten Schweizer erzielten Antonio Marchesano in der 44. Minute, Toni Domgjoni (59.) und Stephen Odey (78.). Bellarabi hatte die Partie vor 12 427 Zuschauern zwischenzeitlich gedreht (50./53.).

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Zürich von Beginn an besser

Bayer tat sich von Beginn an schwer und wirkte uninspiriert. Zwar erarbeiteten sich die Rheinländer in den ersten Minuten ein Ballbesitz-Plus, im letzten Spielfeld-Drittel fehlte ihnen jedoch die Durchschlagskraft. Die Gastgeber waren gefährlicher: Adrian Winter steckte den Ball durch auf Domgjoni, der jedoch freistehend am stark reagierenden Lukas Hradecky im Bayer-Tor scheiterte (3.).

Herrlich hatte seine Startformation im Vergleich zum 2:2 am Samstag in der Bundesliga gegen Hannover 96 auf gleich fünf Positionen verändert. Der gewünschte Effekt blieb jedoch aus. Vorne spielte Bayer weiter harmlos, hinten konnte sich die Werkself bei Hradecky und beim Pfosten bedanken, dass es immerhin bis kurz vor der Pause 0:0 stand. Erst rettete der 28 Jahre alte Keeper im Eins-gegen-Eins gegen Odey (27.). Neun Minuten später traf FCZ-Verteidiger Andreas Maxsö nur das Torgestänge.

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Kurz vor der Halbzeit schlugen die Schweizer dann aber doch noch zu. Zürichs Kevin Rüegg setzte sich rechts im Strafraum durch, passte flach in die Mitte und dort musste Marchesano nur noch den Fuß hinhalten, um sein erstes Europapokal-Tor zu erzielen.

Krimi in der Schlussphase - Zürich in der Europa League weiter ohne Punktverlust

Nach dem Seitenwechsel zeigte Bayer Comeback-Qualitäten. Herrlich hatte zweimal getauscht und unter anderem Stürmer Kevin Volland gebracht und Kapitän Lars Bender von rechts in die Mitte gezogen, doch ein anderer gab dem Spiel kurzzeitig eine neue Wendung: Karim Bellarabi drosch den Ball zweimal auf fast identische Art und Weise fulminant in den Winkel. Beide Treffer bereitete der im ersten Durchgang noch blasse Kai Havertz vor.

Leverkusen spielte nun deutlich druckvoller, doch der FCZ kam zurück. Domgjoni schoss, Sven Bender fälschte ab und es stand 2:2. Und es kam noch schlimmer für Leverkusen: Nach einer Flanke von Jagne Pa Modou spitzelte Odey den Ball mit viel Gefühl an Hradecky vorbei ins Leverkusener Tor. Von diesem Gegentreffer erholte sich Herrlichs Team nicht mehr.

Leipzig zum souveränen dritten Sieg in der Europa League

Weniger spannend war die Partie in Leipzig. Mit aggressivem Tempofußball hat RB Leipzig in der Europa League einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde unternommen. Der Fußball-Bundesligist setzte sich zu Hause völlig verdient gegen eine harmlose Mannschaft von Celtic Glasgow mit 2:0 (2:0) durch und liegt mit sechs Punkten aus drei Spielen auf Kurs.

Matheus Cunha (31.) und Bruma (35.) trafen für die Leipziger, die in zwei Wochen schon wieder gegen die Schotten antreten. Am 8. November kommt es im Celtic-Park zum Rückspiel. Gruppenerster ist Red Bull Salzburg (9 Punkte).

Vor 38.126 Zuschauern war Leipzig von Beginn an der unbedingte Siegeswille anzumerken. Timo Werner (Muskelprobleme) saß zwar zunächst nur auf der Bank, dennoch brachte Trainer Ralf Rangnick gleich drei Stürmer. RB agierte äußerst druckvoll, auch wenn in der Anfangsphase keine Torchancen heraussprangen.

Celtic Glasgow blieb harmlos

Der 49-malige schottische Meister Celtic hielt zunächst spielerisch dagegen. Die Elf von Ex-Liverpool-Coach Brendan Rodgers zeigte sich ballsicher und kombinierte flüssig. Odsonne Edouard (8.) hatte nach einem Konter sogar die Führung auf dem Fuß, doch der Ball trudelte am langen Pfosten vorbei.

Nach knapp 20 Minuten schaltete vor allem Leipzigs Cunha einen Gang höher. Erst setzte der Brasilianer einen Kopfball übers Tor (19.), dann versuchte der Sommer-Neuzugang vom FC Sion per Schwalbe (21.) einen Strafstoß zu erzwingen. Nach feinem Zuspiel von Marcel Sabitzer stand der 19-Jährige nach gut einer halben Stunde goldrichtig und schoss zum 1:0 ein.

Als Leipzigs Portugiese Bruma vier Minuten später auf 2:0 stellte, waren die Schotten bedient. Von den rund 3000 mitgereisten Fans war wenig zu hören, die Rodgers-Elf kam kaum noch aus ihrer Hälfte heraus. Das 2:0 zur Pause bei 12:3 Torschüssen für Leipzig war für die Gäste äußerst schmeichelhaft.

Als Aktivposten im Spiel der Leipziger erwies sich auch Linksverteidiger Marcelo Saracchi, der wie Cunha im Sommer zu RB gewechselt war. Der 20 Jahre alte Uruguayer machte viel Druck über seine Seite und servierte exzellent in die Mitte. In der Defensive hatte Saracchi großen Anteil daran, dass die Gäste kaum gefährlich wurden.

Im zweiten Durchgang setzte Leipzig weiter auf Tempo. Kevin Kampl (46.) scheiterte mit einem Schuss von der linken Seite. Neun Minuten später brach Konrad Laimer durch, setzte den Ball aber an den Außenpfosten. Auch Jean-Kevin Augustin (64.) hatte noch eine große Möglichkeit, traf aber ebenfalls nur den Pfosten.

Die berüchtigten Celtic-Fans verarbeiteten den Frust auf ihre Weise und setzten die Arena immer wieder unter Rauchschwaden. Damit bekamen die Leipziger Spieler und Fans schon mal einen Vorgeschmack auf das Rückspiel in Glasgow.

SID/ DPA

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