tz-Interview

Elber: So lief das mit dem DFB-Quartier

Giovane Elber
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Giovane Elber arbeitet bei der WM als TV-Experte

München - Er stand ständig mit dem DFB in Kontakt, als es um den Standort des WM-Quartiers ging: Giovane Elber. In der tz erklärt er, warum Porto Seguro die perfekte Wahl ist.

Herr Elber, in Deutschland wurde zuletzt viel über das deutsche Quartier bei der WM nächstes Jahr gesprochen. Wie haben Sie das in Brasilien erlebt?

Elber: Ich habe kürzlich erst mit Oliver Bierhoff darüber gesprochen, ich habe ihn gefragt: Was ist euer Plan? Im Süden ist es sehr kalt, die Wege sind weit. Im Norden ist es wiederum extrem heiß. Er hat klar gesagt, dass die Lösung rund um Rio und Bahia liegen muss. Das Problem: Bei uns gibt es solche Ressorts nicht, erst recht nicht mit optimalen Trainingsplätzen.

Nun will man genau das selber erschaffen.

Elber: Ja, und ich finde das in Ordnung. Und diese Meinung haben viele Brasilianer. Sie sagen: Wenn Deutschland das machen will, ist das eine gute Sache. Es gibt keine Debatte über Arroganz. Wenn Deutschland sich das leisten kann und möchte, ist das schön.

Ist der Standort Porto Seguro aus Ihrer Sicht richtig gewählt?

Elber: Absolut. Die Spieler haben den Strand vor Augen, sie haben ihren Trainingsplatz in unmittelbarer Nähe, ersparen sich damit weite Fahrten. Das ist optimal. Ich glaube, ihnen wird nicht langweilig werden.

Jogi Löw hat gesagt, Deutschland will das zweite Brasilien werden. In erster Linie feuern Ihre Landsmänner den Gastgeber an, danach unterstützen sie die deutsche Mannschaft. Ist das verrückt oder kann es so kommen?

Elber: Das ist gut möglich! Was der DFB bisher gemacht hat, zum Beispiel Werbung zu schalten auf Portugiesisch zur Auslosung, kam sehr gut an. Es zeigt den Menschen, dass man sich in Deutschland für sie interessiert.

Schätzt man bei Ihnen den attraktiven Fußball, den die deutsche Elf seit einigen Jahren zeigt?

Elber: Ja, das ist auch so eine Sache, die die Deutschen sympathisch und beliebt macht. Das brasilianische Volk wird den Deutschen die Daumen drücken – denn langweiliger Fußball ist hier nicht erwünscht. Nehmen wir das Beispiel Spanien: Beim Confed Cup wurde die Mannschaft ausgepfiffen! Selbst gegen Thailand wollte niemand ihren Fußball sehen.

Was passiert dann zum Auftakt Deutschland gegen Portugal?

Elber: Oh, da ist ein Sonderfall. Wir haben natürlich viele Portugiesen hier. Sagen wir: halb und halb.

Interview: mic

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