FCA-Manager Rettig bricht im tz-Interview das Schweigen

Fach braucht keine Benimmregeln!

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Andreas Rettig meldet sich in der tz wieder zu Wort

Augsburg - Nach der Fan- und Medien-Schelte ist es still geworden um Andreas Rettig. Sieben Spiele ohne Niederlage – und der Manager schweigt und genießt.

„Ich habe mich bewusst zurückgenommen“, erklärt Rettig jetzt im Gespräch mit der tz, und brach freizügig das Schweigen.

Herr Rettig, wie war Reiner Calmunds Party zum 60. Geburtstag?

Rettig (lacht):Die war toll! Es war ein mitreißender Abend. Ich habe viele bekannte Gesichter wieder gesehen: Rudi Völler, Ulf Kirsten, Andreas Thom und frühere Kollegen. Calmund und ich haben bei kölschen Tönen mit einem Glas Bier angestoßen. Da wurden Erinnerungen wach!

Was haben Sie Calli geschenkt?

Rettig: Er wollte keine Geschenke. Wir haben für ein Kinderprojekt gespendet. Ursprünglich wollte ich ihm einen Gutschein schenken, mit dem er ein Jahr lang an jedem Stand in Augsburg umsonst Currywurst essen kann.

Sie haben sich zuletzt in der Öffentlichkeit rar gemacht, obwohl es sehr gut lief. Bewusst?

Rettig:Ja, ich habe mich bewusst zurückgenommen. Der Manager muss nicht besonders in Erscheinung treten, wenn es gut läuft. Wenn Trainer und Mannschaft Hilfestellung benötigen, bin ich da. Das war in den ersten sechs, sieben Spielen der Fall. Da gehörte es dazu, dass ich mich selbst ins Feuer begebe. Da muss man auch mal Prügel einstecken.

Auch Holger Fach hat anfangs öffentlich viel Prügel bezogen. Gab es irgendwann eine Unterredung?

Rettig:Er ist ein erfahrener Trainer. Wir sind im ­Dialog, aber wir geben ihm keine Benimmregeln mit auf den Weg. Es gab ein, zwei Sachen, die nicht so klug waren. Genauso, wie es von mir Aussagen gab, die nicht so klug waren. Insgesamt ist die Betrachtungsweise aber erfolgsabhängig. Bei Misserfolg reagiert man einfach anders, vielleicht auch etwas dünnhäutig. Das ist ein menschlicher Zug und hat nichts mit Fach zu tun.

Vor allem in der Abwehr sind immer noch viele verletzt. Holt der FCA in der Winterpause Verstärkung?

Rettig:Wir warten zunächst ab und stecken nach dem letzten Spiel die Köpfe intern zusammen. Entscheidend wird sein, was mit Kläsener und Benschneider ist. Danach richtet es sich, ob wir noch einmal aktiv werden oder nicht.

Andersrum: Werden Spieler abgegeben?

Rettig:Auch hier ist das letzte Hinrunden-Spiel unsere Deadline. Dann machen wir eine Bestandsaufnahme. Wenn Spieler unzufrieden sind und das Gefühl haben, woanders besser aufgehoben zu sein, kann man darüber sprechen.

Was ist mit den Spielern, die gar nicht mehr zum Zug kommen: Khizaneishvili, Strauß, Vorbeck, Hain?

Rettig:Hain war vor der Saison gar nicht auf dem Zettel. Bei ihm und Strauß braucht man Geduld. Sie werden uns sicher noch helfen. Vorbeck hat eine unglaubliche Leidensgeschichte hinter sich. Vielleicht kann er uns bald wieder eine Hilfe sein. Khizaneishvili liegt hinter den Erwartungen zurück – auch hinter den eigenen. Er kann ganz sicher mehr als er bisher gezeigt hat. Jeder muss sich immer wieder beweisen.

Interview: Tobias Kimmel

Quelle: tz

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