Schon sechs Spiele ohne Niederlage, Augsburg rückt ins Mittelfeld, weil "alle ruhig geblieben sind"

Fachs neues Erfolgsgeheimnis: "Nichts ändern"

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Holger Fach kann wieder jubeln.

Augsburg - "Das ist unser Lieblingsstadion! Mal abgesehen von der Rosenau…", jubelte Lars Müller – noch euphorisiert vom 1:0-Sieg beim TSV 1860.

Die beiden 3:0-Triumphe in den Jahren davor hatte der Kapitän des FC Augsburg dabei in bester Erinnerung. „Wir haben hier die letzten drei Spiele gewonnen – was will man mehr?“, fragte auch Präsident Walther Seinsch, der sein Team am Freitag in die Allianz Arena begleitet hatte.

1860 gegen FC Augsburg: Die Löwen in der Einzelkritik und mehr Bilder vom Spiel

1860 gegen FC Augsburg: Die Löwen in der Einzelkritik und mehr Bilder vom Spiel © sampics
Tschauner: Machtlos beim Gegentor, ansonsten kaum geprüft von den grünen Männern aus Augsburg. Note: 3 © sampics
Thorandt: Sehr engagiert gegen den Ex-Klub, hatte Pech bei seiner Kopfballchance in der 13. Minute und Glück, dass sein Klärungs-Kopfball nach 64 Minuten nicht im eigenen Tor landete. In Rostock nach seiner fünften gelben Karte gesperrt. Note: 4 © sampics
ab 85.: Di Salvo: o.B. © Fishing4
Ghvinianidze: Robust - und sonst? Der georgische Grobmotoriker tritt bei 1860 auf der Stelle. Im Spielaufbau praktisch unbrauchbar. Note: 4 © sampics
Berhalter: Weitestgehend Herr der Lage, sah bei Baiers Zidane-Pirouette allerdings ganz alt aus. Note: 4 © sampics
Hoffmann: Wieder drin im Team. Hatte als Linksverteidiger einen schweren Stand gegen den aufgedrehten Baier. Note: 4 © sampics
Johnson: Statt links defensiv dieses Mal rechts offensiv. Sehr agil, hatte Pech bei einer herrlichen links-rechts-Kombination in der 54. Minute. Darauf lässt sich aufbauen. Note: 3 © sampics
S. Bender: Passable Partie. Konsequent beim Abräumen, sehenswerte Flanke auf Gebhart nach zwei Minuten. Vor dem 0:1 ließ er sich von Baier vernaschen. Note: 3 © sampics
Ledgerwood: Wieder ein ganz, ganz schwacher Auftritt. Viele unnötige Ballverluste, keine Übersicht. So wird´s nix mit dem neuen Vertrag. Note: 5 © sampics
ab 73.: Schäffler: o.B. © sampics
Holebas: Schnell ist er, der José, nur leider ist der Ball nicht sein bester Freund. Bei schnellen Gegenstößen wird ihm das zu oft zum Verhängnis. Note: 4 © sampics
Gebhart: Als hängende Spitze aufgeboten mit zwei Riesen-Chancen zu Beginn. Man mag sich die Löwen nicht mehr ohne den Kreativling vorstellen. Note: 2 © sampics
Lauth: Rackerte vorbildlich, Traumpass auf Gebhart nach 40 Sekunden. Was ihm fehlte, waren die steilen Anspiele aus dem Mittelfeld. Vergab die Riesen-Chance zum Ausglich in der 88. Minute. Note: 3 © sampics
Freundschaftliche Geste: Marco Kurz begrüßt Ex-Löwe Daniel Baier © sampics
Freundschaftliche Geste: Marco Kurz begrüßt Ex-Löwe Daniel Baier © sampics
Wenig freundschaftliche Geste gegenüber dem Getränk: Marco Kurz ist frustriert und lässt an der Wasserflasche Druck ab. © sampics
Wenig freundschaftliche Geste gegenüber dem Getränk: Marco Kurz ist frustriert und lässt an der Wasserflasche Druck ab. © sampics
Denn ausgerechnet Ex-Löwe Daniel Baier hatte mit einem tollen Treffer das Tor des Tages erzielt. © sampics
FCA-Trainer Holger Fach diskutiert mit dem Schiri. © 
Nikolas Ledgerwood (M) von München und Elton da Costa (l) von Augsburg im Luftkampf © dpa
Timo Gebhart im Zweikampf mit dem Torschützen Daniel Baier © dpa
0:1, zweite Schlappe in Folge - Marco Kurz ist bedient. © sampics

Was man mehr will? Vielleicht einen Zweitwohnsitz in Fröttmaning installieren, um dort Spiele auszutragen, wenn es in der Rosenau nicht rund läuft. „Heimspiele in der Allianz Arena, das könnten wir nicht bezahlen“, flachst Seinsch. „Wir sind ein armer Klub.“

Nach seinen öffentlichen Uefa-Cup-Träumereien sieht er die Dinge wieder etwas nüchterner. Auch Seinsch hatte registriert, dass der FCA nicht viel mehr als eine Torchance hatte – nämlich Daniel Baiers Geniestreich zum Tor des Tages –, die Löwen auf der anderen Seite aber Chance um Chance versiebten. „Das war ein sehr glücklicher Sieg“, gab Seinsch zu: „Mir tun die 60er sogar auch ein bisschen leid.“

Die Zahlen lassen sich aber – anders als die teilweise unschönen Darbietungen auf dem Platz – wunderbar anschauen. Und darauf kommt es eben an, und deshalb dürfte den meisten Fans auch egal sein, dass die Punkte-Serie der Augsburger auch dank Dusel bestehen bleibt. Sechs Spiele in Folge hat das Team von Trainer Holger Fach nicht mehr verloren. Und das Ergebnis vom Freitag sorgte auch in der Tabelle erstmals für Befreiung. „Es war wichtig, die Serie mit einem Dreier fortzusetzen“, erklärt Baier: „Denn Unentschieden bringen uns auf lange Sicht nicht sonderlich weiter.“

Erst fünf Pleiten in Folge, nun die große Aufholjagd. Was haben Sie bloß geändert, Herr Fach? Zaubertrank? Horrende Siegprämien? Uri Geller? „Nichts“, meinte Fach. „Uns hat am Anfang der Saison das Quäntchen Glück gefehlt. Wir spielen jetzt nicht wesentlich besser als in den Spielen, die wir verloren haben.“

Und weiter: „Wir haben das ein oder andere Spiel gewonnen, ohne viele Chancen zu brauchen. Und auch mal zu null gespielt. Das sind Kleinigkeiten, keine großen Dinge.“

„Und ich sage es noch einmal“, holt der 46-Jährige aus: „Die Niederlagen waren gegen Mannschaften, die über uns angesiedelt worden sind und einen Tick besser sind als wir. Das heißt natürlich nicht, dass man sie nicht schlagen kann oder gegen sie nicht punkten kann. Es kann aber auch passieren, dass man gegen diese Mannschaften vier Mal verliert.“ So geschehen. Und es wäre Fach fast zum Verhängnis geworden, hätten Seinsch und Manager Andreas Rettig nicht an ihm festgehalten.

„Gott sei Dank sind alle bei uns ruhig geblieben“, denkt Fach laut. Und was dann folgt, ist für seine Verhältnisse fast eine Kampfansage: „Punktemäßig sind wir voll im Soll. Bis zur Winterpause wollen wir zusehen, dass wir alles mitnehmen, was wir mitnehmen können.“

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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