Famoser BVB nicht aufzuhalten

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Der BVB sorgt weiter für Furore

Leverkusen - Der Bundesliga droht im Titelkampf Langeweile. In eindrucksvoller Manier wehrten die Überflieger aus Dortmund beim 3:1 in Leverkusen gleich zum Rückrundenauftakt den Angriff auf ihre souveräne Tabellenführung ab.

Vor dem Spiel gab es mutige Kampfansagen, nach dem Schlusspfiff die kleinlaute Kapitulation. Verfolger Bayer Leverkusen hat vergeblich auf einen Einbruch der “Unglaublichen“ aus Dortmund gehofft. Mit einem 3:1 (0:0) beim vermeintlich stärksten Widersacher im Titelkampf sorgte der Herbstmeister gleich zum Rückrundenauftakt für klare Verhältnisse. “Es wurde versucht uns einzureden, wir seien dem Druck nicht gewachsen oder so ein Quatsch. Wir haben bewiesen, dass wir es doch sind“, sagte Hans-Joachim Watzke. Von einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft wollte der BVB-Geschäftsführer jedoch nicht sprechen: “Mit 46 Punkten hat noch nie ein Team den Titel gewonnen.“

Doch das Häuflein Zweifler, das nicht an die siebte Meisterschaft des Revierclubs glaubt, ist nach der Gala von Leverkusen noch kleiner geworden. Binnen weniger Minuten riss die abermals erstaunlich souveräne Rasselbande von Trainer Jürgen Klopp den Tabellendritten aus allen Träumen von einer Aufholjagd. Die Treffer von Kevin Großkreutz (49./53.) und Mario Götze (55.) versetzten Sportdirektor Michael Zorc in Hochgefühle: “Das war ein Bilderbuchstart in die Rückrunde.“ Selbst der ansonsten als eher nüchterner Analytiker bekannte BVB-Präsident Reinhard Rauball geriet ins Schwärmen: “Und dann kamen diese unglaublichen sechs, sieben Minuten nach der Pause.“

Allein die Auswärtsbilanz des Revierclubs ist atemberaubend. Wer neun von zehn Spielen in der Fremde gewinnt, dürfte auf dem Weg zum Titel kaum noch zu stoppen sein. Selbst den Ausfall des für den Asien Cup abgestellten Mittelfeldspielers Shinji Kagawa meisterte die Borussia ohne Probleme. In die Rolle des Japaners schlüpfte der erst 18 Jahre alte Jungnationalspieler Götze und bot eine überragende Vorstellung. Die Erleichterung stand Trainer Klopp ins Gesicht geschrieben: “Es gab eine gute Nachricht: Wir sind wieder da und spielen genauso gut wie in der Hinrunde.“

Haarsträubende Abwehrfehler ebneten den Weg zum Sieg. Beim ersten Tor der Gäste patzte Bayer-Abwehrspieler Daniel Schwaab, beim zweiten Nackenschlag nur vier Minuten später dessen Mitstreiter Manuel Friedrich. “So etwas darf uns nicht passieren, das ging viel zu schnell“, klagte Angreifer Stefan Kießling, der in der 80. Minute für Ergebniskosmetik sorgte.

Die Wintertransfers der 18 Bundesligisten

Die Wintertransfers der 18 Bundesligisten

1899 HOFFENHEIM/Zugänge: David Alaba (l., ausgeliehen vom FC Bayern München) © Getty
Mark van Bommel (AC Mailand) © Getty
Edson Braafheid (1899 Hoffenheim) © Sampics
Martin Demichelis (FC Malaga) © Getty
Luiz Gustavo (FC Bayern München) © Getty
FSV MAINZ 05/Abgänge: Haruna Babangida (Vertrag aufgelöst) © Getty
Felix Borja (FC Pueblo) © Getty
1. FC NÜRNBERG/Zugänge: Timo Ochs (ohne Verein) © Getty
Nassim Ben Khalifa (1. FC Nürnberg, Leihgabe bis Saisonende) © Getty
Abgänge: Isaac Boakye (Ziel unbekannt) © Getty
Dario Vidosic (Arminia Bielefeld, bis zum Saisonende ausgeliehen) © Getty
1. FC KÖLN/Zugänge: Michael Rensing (ohne Verein) © Getty
Tomoaki Makino (Sanfrecce Hiroshima) © Getty
Slawomir Peszko (Lech Posen) © Getty
1899 HOFFENHEIM/Abgänge: Christian Eichner (1. FC Köln) © Getty
Abgänge: Faryd Mondragon (Philadelphia Union) © Getty
Daniel Brosinski (SV Wehen-Wiesbaden) © Getty
Manasseh Ishiaku (VV St. Truiden) © dpa
HANNOVER 96/Abgänge: Mike Hanke (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Havard Nordtveit (FC Arsenal) © dpa
Martin Stranzl (Spartak Moskau) © dpa
Michael Fink (Besiktas Istanbul) © dpa
BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH/Abgänge: Jan-Ingwer Callsen-Bracker (FC Augsburg) © Getty
Raul Bobadilla (Aris Saloniki, ausgeliehen) © dpa
WERDER BREMEN/Abgänge: Hugo Almeida (Besiktas Istanbul) © Getty
Zugänge: Denni Avdic (Elfsborg Boras/Schweden)
Demba Ba (West Ham United) © Getty
1899 HOFFENHEIM/Zugänge: Ryan Babel (FC Liverpool) © dpa
Roberto Firminho (Tombense) © dpa
SC FREIBURG/Abgänge: Ivica Banovic (MSV Duisburg) © Getty
Zugänge: Beg Ferati (FC Basel, ab 1. Juli 2011) © Getty
Erik Jendrisek (Schalke 04) © Getty
VFL WOLFSBURG/Abgänge: Edin Dzeko (Manchester City) © ap
Andrea Barzagli (Juventus Turin) © Getty
Caiuby (FC Ingolstadt, ausgeliehen bis Saisonende) © dpa
Vlad Munteanu (Dinamo Bukarest) © dpa
Zugänge: Dieumerci Mbokani (AS Monaco) © dpa
BAYER LEVERKUSEN/Abgänge: Patrick Helmes (VfL Wolfsburg) © Getty
Tuncay Sanli (Stoke City) © Getty
Jan Polak (RSC Anderlecht) © Getty
Yohandry Orozco (r., Zulia FC) © dpa
Koo Ja-Cheol (Jeju United) © dpa
SCHALKE 04/Abgänge: Erik Jendrisek (SC Freiburg) © Getty
Jermaine Jones (Blackburn Rovers, bis Saisonende ausgeliehen) © Getty
Ivan Rakitic (FC Sevilla) © Getty
Besart Obraimi (PFC Sewastopol) © Getty
Zugänge: Danilo Fernando Avelar (Karpaty Lwiw) © dpa
Angelos Charisteas (zuletzt vereinslos) © dpa
Anthony Annan (Rosenborg Trondheim) © Getty
Ali Karimi (Persepolis Teheran) © Getty
EINTRACHT FRANKFURT/Abgänge: Cenk Tosun (Gaziantepspor) © Getty
Ümit Korkmaz (VfL Bochum/ausgeliehen) © dpa
VfB STUTTGART/Abgänge: Mauro Camoranesi (CA Lanus) © dpa
VfB STUTTGART/ZUGÄNGE: Shinji Okazaki (Shimizu S-Pulse) © dpa
BORUSSIA DORTMUND/Abgänge: Tamas Hajnal (VfB Stuttgart/verliehen bis Saisonende) © Getty
1. FC KAISERSLAUTERN: Zugänge: Adam Hlousek (Slavia Prag, ausgeliehen bis Saisonende) © Getty
ST. PAULI/Abgänge: Nils Pichinot (Carl-Zeiss Jena/verliehen bis Saisonende) © Getty

Entgegen der mutigen Ankündigung scheute die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes über weite Strecken das Risiko und wurde dafür von der effektiveren Borussia gnadenlos bestraft. Erst in der Schlussphase deuteten die Leverkusener ihr wahres Leistungsvermögen an. Nach Meinung von Rudi Völler ist die Meisterschaft damit so gut wie entschieden: “Nach so einer Vorrunde und so einem Spiel gibt es da nicht mehr viel zu diskutieren.“ Der Bayer-Sportchef erinnerte an die ursprüngliche Zielvorgabe: “Wir stehen wieder auf und sind gut genug, unter die ersten Drei zu kommen.“

Noch höhere Ziele können die Dortmunder ins Auge fassen. Auf sage und schreibe 13 Punkte ist der Vorsprung auf Leverkusen angewachsen. Es scheint, als habe die kurze Winterpause neue Kräfte geweckt. So avancierte der am Ende der Hinrunde völlig ausgelaugte Großkreutz vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw zum umjubelten Matchwinner. Es war ein Doppelschlag mit Ansage: “Kevin hat mir einen Tag vorher auf dem Zimmer erzählt, morgen mache ich zwei Kisten“, verriet der zur Halbzeit verletzt ausgewechselte Sven Bender schmunzelnd.

dpa

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