FC Augsburg

Abramowitsch sponsert den FCA – indirekt

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Spaß muss sein: Stefan Reuter mit Trikot eines erwünschten Neuzugangs.

Augsburg - Der Baba-Transfer zum FC Chelsea ist ein Traumgeschäft für die Augsburger, die werden so sogar in Barcelona zum Begriff.

Ronny Philp, rechter Außenverteidiger mit viel Potenzial, aber noch mehr Verletzungspech und wenig Spielpraxis, hat den FC Augsburg in der vergangenen Woche verlassen. Der 26-Jährige will in Heidenheim in der 2. Liga Stammspieler werden.

Spaß muss sein: Stefan Reuter mit Trikot eines erwünschten Neuzugangs.

Philps Abgang bedeutet auch, dass beim FC Augsburg eine Rückennummer frei geworden ist: die 3. Und die hat Manager Stefan Reuter umgehend für einen anderen Spieler reserviert, wie das Foto zeigt: für Gerard Piqué. Welt- und Europameister und Champions-League-Sieger vom FC Barcelona und Partner von Gesangsstar Shaqira.

Läuft da was mit Augsburg? Nicht wirklich, die Sache ist ein Gag. Hintergrund: Piqué, 28, der elegante Abwehrchef, war von einem Internetportal um Tipps für die neue Saison gebeten worden. Wer wird Meister in Deutschland? Der FC Bayern, antwortete er. Wer kann die Überraschungsmannschaft sein? Piqué: FC Augsburg.

Ob er tatsächlich Augsburger Spieler kennt oder eher keinen Namen zu nennen wüsste wie die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die gerne sagt, sie sei riesengroßer FCA-Fan, aber bei einer Talkshow bei Details ins Schleudern geriet? Egal. Der FCA nahm die Vorlage auf, Stefan Reuter ließ gleich mal ein Trikot für den FCA-Interessenten Piqué beflocken – und wieder hatte sein Verein einen Lacherfolg in der Welt der Social Media zu verzeichnen. Wie mit der 1.-April-Pressemitteilung, man habe für die Europa League nicht gemeldet oder – nach erfolgter Qualifikation für den internationalen Klubwettbewerb – mit dem Slogan „In Europa kennt uns keine Sau“ und dem zugehörigen Twitter-Hashtag #keineSau.

Zur Sache mit Piqué: Der wird Barcelona niemals Richtung Augsburg verlassen, doch wenn man nach den Daten des beliebten Portals transfermarkt.de geht, wäre der Spanier für den FCA nicht mehr ganz unerschwinglich. Marktwert derzeit: 40 Millionen Euro. Die Hälfte hat er gerade auf einen Schlag eingenommen. Mit dem Verkauf von Abdul Rahman Baba an den FC Chelsea. Von den 20 Millionen wird der FC Augsburg zwar was abgeben müssen an Babas Vorbesitzer, die SpVgg Greuther Fürth, aber wenn der Außenverteidiger sich bei Chelsea bewährt, können laut englischen Medien in den kommenden Jahren Zuschläge von zehn Millionen Euro an die Augsburger gehen.

Ein besseres Geschäft ist im Fußball nicht oft gemacht worden. Fürth holte Baba 2012 vom FC Dreams in Ghana – für 150 000 Euro. Und verkaufte ihn 2014 für 2,5 Millionen Euro weiter an den FC Augsburg. Ein Jahr Bundesliga mit 31 Punktspielen und vier Torvorlagen haben Baba zum international begehrten Mann gemacht, auch Vertreter des AS Rom waren in Augsburg vorstellig geworden. Sein Marktwert liegt zwar bei nur 10 Millionen Euro, doch die Konstellation, dass er einen langfristigen Vertrag beim FCA hatte und es mehrere Interessenten gab, trieb den Kaufpreis nach oben.

Der FC Augsburg hatte Baba vor einem Jahr aus dem Transfererlös für Matthias Ostrzolek finanziert. Auch der war Linksverteidiger. Für 500 000 als Juniorennationalspieler vom VfL Bochum geholt, nach zwei Jahren für 2,75 Millionen an den Hamburger SV abgegeben.

Erst Ostrzolek, dann Baba: Augsburg ist unter Trainer Markus Weinzierl offensichtlich eine gute Schule für Linksverteidiger. Deswegen ist auch Philipp Max vom Karlsruher SC gekommen. Die 3,8 Millionen, die der FCA bezahlt hat, sind das Vierfache des aktuellen Marktwerts – doch wenn der so rapide ansteigt wie bei Baba. . .

20 oder 30 Millionen – für den FCA eine unfassbare Summe. Höher als der Personaletat für die Saison. Oder ein guter Teil des Stadions, dessen Bau 45 Millionen gekostet hat. Zu Amateurzeiten Anfang des Jahrhunderts war der Klub noch bei Deckungslücken von ein paar hunderttausend Euro in Existenznöte geraten. Dann kam der Retter, der ehemalige Unternehmer Walther Seinsch, im Volksmund „der schwäbische Abramowitsch“ genannt.

Indirekt sponsert der echte Abramowitsch, der Chelsea-Oligarch, nun den FCA mit seinen Millionen. Baba hat sich derweil mit einem Video von den FCA-Fans verabschiedet. Er sagte, er habe schon länger dableiben wollen als nur ein Jahr – aber nun habe sich eben eine Chance ergeben. Beim FC Chelsea wird dem ghanaischen Nationalspieler der Einstieg wohl durch die aktuelle Situation erleichtert. Er verlor 0:3 bei Manchester City – Krise.

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