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Augsburg lässt gegen Duisburg Federn

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Von: Tobias Kimmel

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Jan-Ingwer Callsen-Bracker (l.) gegen Filip Trojan
Jan-Ingwer Callsen-Bracker (l.) gegen Filip Trojan © Getty

Augsburg - Der FC Augsburg lässt im Kampf um den Aufstieg gegen den MSV Duisburg wichtige Punkte liegen. Wie gegen Bochum gibt der FCA das Spiel aus der Hand, hat diesmal aber am Ende Glück.

Freitag, 20:30 Uhr, Zweite Liga? Der DFL war nicht etwa ein Fehler im Spielplanbau unterlaufen. Wegen der Länderspielpause durften der FC Augsburg und der MSV Duisburg am Freitagabend das Top-Spiel austragen, das sonst den Erstligisten vorbehalten ist. Den Beweis, dass ihnen diese Ehre in der kommenden Saison auch regulär gebührt, blieben beide Aufstiegsaspiranten schuldig. Sie trennten sich 0:0, womit zumindest die Hausherren nicht zufrieden sein können. Die 20143 Zuschauer quittierten das Ergebnis nach Spielende mit Pfiffen, versöhnten sich aber gleich wieder mit ihrer Mannschaft, die mit 41 Punkten Tabellenzweiter bleibt, während die Duisburger mit zwei Zählern Rückstand auf Rang 4 verharren.

Vor dem Spiel war in der Augsburger Impuls Arena extra ein neuer Rollrasen für etwa 100.000 Euro verlegt worden - in der Hoffnung, davon spielerisch zu profitieren. Geschadet hat die kostspielige Maßnahme dem technisch versierten Team von Trainer Jos Luhukay zumindest nicht, denn der FCA riss die Partie vor sofort an sich. 

Der MSV, bei dem Stefan Maierhofer, Goran Sukalo (beide gelbgesperrt) Sefa Yilmaz und kurzfristig auch noch Ivica Grlic fehlten, machte in der ersten Halbzeit offensiv keinen einzigen Stich, während Tobias Werner für die Augsburger allein vier Torschüsse hatte. Allerdings brachte der Flügelspieler dabei MSV-Keeper David Yelldell nicht zwingend in Verlegenheit. Vielleicht war Werner nicht ganz bei der Sache, weil er erst in der Nacht zum Donnerstag Vater einer Tochter geworden ist. Luhukay hätte ihm gerne das doppelte Glück gegönnt, wechselte den erschöpften Jung-Papa aber in der Halbzeit aus, was dem Spiel der Schwaben nicht gut tat.  Die Abwesenheit von Michael Thurk machte sich in Sachen Durchschlagskraft bemerkbar. Nando Rafael war nach seiner Bauchmuskel- und Rippenverletzung zurück in die Startelf gekehrt, ohne zu überzeugen. 

Die Gäste beschränkten sich aufs Verteidigen. Trainer Milan Sasic sorgte für das MSV-Highlight in der ersten Halbzeit, als er während des laufenden Spiels auf den Platz geeilt kam, um ein herausstehendes Grasbüschel wieder fest im Boden zu verankern. Kein Problem, denn das Spiel fand fast ausschließlich in der gegenüberliegenden Hälfte statt. Moritz Leitner scheiterte an Yelldell nach einer feinen Körpertäuschung mit einem Schuss aufs linke Eck (30. Minute). Kapitän Uwe Möhrles Versuch boxte Yelldell in der 25. Minute weg. Während Yelldell als einziger Meidericher überzeugte, hätte sich sein Gegenüber Simon Jentzsch auch im Augsburger Tor schlafen legen können.

Erst in der 51. Minute schickte Ivica Banovic den ersten Schuss Richtung Augsburger Tor. Die Gäste wurden anschließend mutiger und hätten den FCA in der 59. Minute fast geschockt, als Banovic den rechten Pfosten traf. Spätestens dann müssten bei den Fuggerstädtern schmerzhafte Erinnerungen an das letzte Heimspiel wachgeworden sein. Am vorletzten Montagabend hatten sie trotz drückender Überlegenheit unglücklich mit 0:1 gegen den Aufstiegskonkurrenten VfL Bochum verloren und es verpasst, sich im Kampf um den Aufstieg von der breiten Spitzengruppe abzusetzen.

Augsburg verlor spielerisch den Faden. Gibril Sankoh hatte mit einem tückischen Lupfer aus dem Stand in der 56. Minute noch die beste Chance, doch Yelldell ließ sich wieder nicht überlisten. Dass es diesmal nur halb in die Hose ging, hatte Augsburg auch Schiedsrichter Knut Kircher zu verdanken. Er gab in der 88. Minute keinen Elfmeter, als Sankoh im Strafraum mehr Srdjan Baljak als den Ball spielte ...

Stimmen zum Spiel:

Milan Sasic: Mit der ersten Halbzeit können wir sicherlich nicht zufrieden sein, aber wir haben relativ gut verteidigt. Ich hatte das Gefühl, fast jeder Pass war ein Ballverlust. Das hat gezeigt, dass wir zu aufgeregt waren. Wir haben uns in der Halbzeit sehr ruhig unterhalten. Die zweite Halbzeit war dann sehr gut. Wir haben keine zwingenden Chancen zugelassen. Am Ende haben wir bewiesen, dass wir nicht nur für einen Punkt gekommen waren. Den nehmen wir aber verdient mit.

Jos Luhukay: Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Nur das Führungstor hat in der ersten Halbzeit gefehlt. In der zweiten Halbzeit ist ein Stück Verzweiflung aufgekommen. Gegen die starke Abwehr war kaum anzukommen. Am Ende hätte der Schiedsrichter Elfmeter geben können, vielleicht sogar geben müssen, da bin ich fair. Dann wären wir vielleicht mit leeren Händen dagestanden. Wir sind fast jedes Spiel haushoher Favorit, aber im Moment tun wir uns auswärts leichter. Da ist der Gegner dazu verdammt, selbst mitzuspielen. Dann gibt es mehr Räume. Heute war das schwierig. Unter dem Strich bin ich sehr froh, dass wir nicht wie vor zwei Wochen mit leeren Händen dastehen, das müssen wir akzeptieren. Wir können mit erhobenem Haupt vom Platz gehen.  

Tobias Kimmel

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