Einstand in Augsburg

Reuter beim FCA: Manager als Schattentrainer

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Stefan Reuter, 46

FC Augsburg – Einstand beim FCA: Stefan Reuter will in Augsburg auch „die Trainingsklamotten anziehen“. Er berichtet auch von den Kitzbühler Gesprächen mit Zorc und Sammer.

Stefan Reuter hat am Donnerstag offiziell als Geschäftsführer Sport beim FC Augsburg angefangen. Inoffiziell ist er schon seit über einer Woche im Amt, begonnen hat er mit dem neuen Job im Weihnachtsurlaub in Kitzbühel, als seine Unterschrift noch nicht publik war. „Es hat sich gut getroffen, dass auch etliche Kollegen da waren“, sagt Reuter und lässt ein paar Namen fallen: „Michael Zorc, Matthias Sammer.“

Ja, mit den Managern von Borussia Dortmund und FC Bayern hat er gesprochen, irgendwo auf dem umfangreichen Pistennetz, in den Hütten und Liften. Da ging es schon um Spieler, die der FCA vielleicht mal kriegen könnte. Und Jürgen Klinsmann, sein Nationalmannschafts-Mitspieler beim Gewinn von WM 1990 und EM 1996, hat sich telefonisch gemeldet „und zur Verpflichtung von Michael Parkhurst gratuliert“. Klinsmann ist Nationaltrainer der USA, Rechtsverteidiger Parkhurst sein Spieler. Den Transfer hat noch Reuters nach 75 Amtstagen in Augsburg gefeuerter Vorgänger Jürgen Rollmann realisiert, doch natürlich freut Reuter sich über die Klinsmann-Prognose, „dass wir viel Freude an ihm haben werden“.

Stefan Reuter will in Augsburg auch „die Trainingsklamotten anziehen“

In Kitzbühel hat Reuter auch noch Meinungen zu Dong-Won Ji eingeholt. „Der ist auch bei anderen Vereinen ein Begriff.“ Der südkoreanische Offensiv-Allrounder, der beim FC Sunderland in der englischen Premier League zuletzt ins Reserveteam verbannt, ist der zweite Winter-Neuzugang beim Bundesliga-Vorletzten FC Augsburg, dessen kaufmännischer Geschäftsführer Peter Bircks kämpferisch sagte: „Der FC Augsburg hat sich längst noch nicht aufgegeben. Wir sehen eine Chance, ans rettende Ufer direkt zu gelangen.“ Notfalls wolle man die Bundesliga über die Relegation erhalten.

Der Fußball-Prominente Stefan Reuter soll als Manager nun die Aufbruchstimmung vermitteln und den FCA in ein drittes Jahr in der Bundesliga leiten. Seine Rolle interpretiert er so, dass er „nahe an die Mannschaft“ rückt. Bedeutet: „Das ein oder andere Mal werde ich die Trainingsklamotten anziehen.“ Gestern hat Stefan Reuter sich bei der Mannschaft mit einer „kurzen Ansage“ eingeführt, der Tenor lautete: Das Potenzial für den Klassenerhalt sei vorhanden, in vielen Spielen habe es nur an Kleinigkeiten gefehlt, „wir dürfen uns in der Bundesliga aber keine Nachlässigkeiten leisten“.

Kitzbühler Gespräche mit Zorc und Sammer

Der Manager als Schattentrainer – der richtige Trainer, Markus Weinzierl, den manche im Augsburger Umfeld aufgrund seines Erfahrungsmangels für einen Schwachpunkt halten, soll in seinem Wirken durch Stefan Reuter aber nicht beeinträchtigt werden. Sofort nach Ernennung von Reuter zum neuen starken Mann gab es eine zweistündige Intensivplauderei „über Gott und die Welt – und wir haben gleich mit der Arbeit angefangen.“ Am Samstag reist der FCA ins Trainingslager nach Belek/Türkei, es ist die klassische Gelegenheit, das Kennenlernen zu vertiefen. Reuter, der mit seiner Familie („Verheiratet, drei Kinder“) München als Lebensmittelpunkt beibehält, macht den Eindruck, als fiebere er diesem Termin entgegen.

Er war nach den Manager-Jahren (2006 bis 09) beim TSV 1860 weg vom großen Fußball, arbeitete „hie und da“ für den Marketingmann Marcus Höfl und wurde Gesellschafter der Agentur „mm sports“. Für einen Kunden von „mm“ verkaufte er einen neuen Rasentyp (Naturgrün kombiniert mit Kunstfasern), aus dem operativen Geschäft steigt er jetzt aber aus.

„Die Lehren aus 1860 habe ich gezogen“, sagt Reuter, „es ist wichtig, eine Mannschaft klar zu führen und dass alle im Verein in eine Richtung marschieren.“ Er selbst voran, so ist es gedacht.

Günter Klein

Quelle: fussball-vorort.de

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