Intrige gegen Messi und Guardiola

Razzia beim hochverschuldeten FC Barcelona: Polizei nimmt mehrere Mitglieder aus Führungsriege fest

Auch Aushängeschild Lionel Messi soll Opfer der Hetzkampagne beim FC Barcelona gewesen sein
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Auch Aushängeschild Lionel Messi soll Opfer der Hetzkampagne beim FC Barcelona gewesen sein.

Der ruhmreiche FC Barcelona verkommt zum Skandalklub. Beim katalanischen Verein gab es am Montag eine Razzia, bei der mehrere Mitglieder der Chefetage verhaftet wurden.

Barcelona - Die Geschichte gleicht dem Untergang der Titanic. Als ob das Chaos, der Schuldenberg sowie die institutionelle Ungewissheit beim einstigen Weltklub FC Barcelona nicht schon groß genug gewesen wären, folgte am Montag der vorläufige Höhepunkt des Dramas mit dem spanischen Fußballdampfer in der Hauptrolle. Wie die Regionalpolizei der autonomen spanischen Region Katalonien bestätigte, soll es nach einer Razzia in den Büroräumen des Klubs mehrere Festnahmen gegeben haben, darunter wohl auch die von Josep Maria Bartomeu.

FC Barcelona: Noch-Präsident und weitere drei Personen vorläufig festgenommen

Der ehemalige Präsident der Blaugrana war nach Bekanntwerden des Skandals rund um eine Diffamierungskampagne gegen mehrere hochrangige Spieler zurückgetreten und muss sich nun vor der Abteilung für Finanzkriminalität verantworten. Doch Bartomeu ist nicht der einzige abgeführte Ex-Spitzenfunktionär des Vereins, der sich in LaLiga aktuell auf Platz zwei befindet.

Laut Radiosender Cadena Ser sollen zudem Geschäftsführer Òscar Grau, der Leiter der Rechtsabteilung Román Gómez Ponti sowie Bartomeus rechte Hand Jaume Masferrer in Gewahrsam genommen worden sein. Hintergrund ist der Korruptionsverdacht besagten Führungsquartetts im Rahmen des sogenannten Barça-Gates: Rund eine Million Euro sollen die Machthaber an den Kontrollgremien des Klubs vorbeigeschmuggelt und damit eine öffentlichkeitswirksame Hetzkampagne gegen all jene finanziert haben, die der Klubführung nicht positiv gesinnt waren – darunter Persönlichkeiten wie Ex-Trainer Pep Guardiola oder Superstar Lionel Messi, der seinerseits bereits heftig gegen Bartomeu austeilte.

FC Barcelona erlebt Neuwahlen: Topklub als Herd der Kriminalität - „Es ist schockierend“

„Da hatte jemand seine Hand in der Kasse“, meinte Emili Rosaud, einer der im Zuge des Skandals zurückgetretenen Funktionäre. Für Januar wurden schließlich Neuwahlen angesetzt, die aufgrund der Pandemie auf kommenden Sonntag verschoben wurden. Einer der Top-Kandidaten auf die Nachfolge Bartomeus, Barças Ex-Präsident Joan Laporta, meinte zu den jüngsten Festnahmen: „Es gilt die Unschuldsvermutung. Für den Klub ist es natürlich keine gute Nachricht, dass diese Person festgenommen wurde. Es ist schockierend.“

Und in höchstem Maße unwürdig für einen Verein, der von sich selbst sagt, „mehr als nur ein Klub“ zu sein. In der Tat: Barça, so scheint es, war ein Herd der Kriminialität.

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