Der Offensivspieler über die anstehende EM, die Saison bei Bayern und Hansi Flick

Leroy Sané im Interview: „Wir müssen von Anfang an Vollgas geben“

Der Schauplatz ist für Leroy Sané vertraut: In Seefeld, wo die DFB-Elf jetzt mit der EM-Vorbereitung startet, war er in der Reha. Im Interview spricht unter anderem über diese schwierige Zeit.

Seefeld – Leroy Sané (25) ist mit dem Trainingslager-Standort in Seefeld bestens vertraut. Nachdem der Offensivspieler im Sommer 2019 in Innsbruck am verletzten Kreuzband operiert wurde, verbrachte er hier die Anfangszeit seiner Reha. Im Interview mit unserer Zeitung blickt Sané auf diese Zeit zurück, bilanziert seine erste Bayern-Saison und spricht über den künftigen Bundestrainer Hansi Flick. (Mit unserem brandneuen, kostenlosen EM-Newsletter verpassen Sie keine News rund um die Europameisterschaft 2021.)

Herr Sané, Sie kennen sich in Seefeld bestens aus, haben dort 2019 nach Ihrer Kreuzband-OP einen Teil der Reha verbracht.

Leroy Sané: Ja, ich bin immerhin drei Wochen hier geblieben nach meiner OP. Ich wollte damals für mich und meine Familie sein und nicht wieder direkt zurück nach Manchester fliegen, wo es nur um Fußball geht und ich meine Teamkollegen jeden Tag trainieren sehe. Darum habe ich die Zeit in Seefeld genutzt, um abzuschalten. Ich habe mich in den drei Wochen noch einmal besser kennengelernt. Und nebenbei habe ich hart am Comeback gearbeitet.

Leroy Sané: „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgegangen ist mit der EM-Vorbereitung“

Im Training am Samstag wirkten Sie etwas bedrückt. Was war los?

Ich und bedrückt? Nee, nee (lacht). Ich bin froh, hier zu sein, und dass es jetzt endlich losgegangen ist mit der EM-Vorbereitung. Die Vorfreude auf das Turnier ist riesig, auch weil unsere Gruppe etwas ordentlicher ist als vielleicht andere Gruppen. Aber für mich ist das gut so und für uns als Mannschaft eine große Herausforderung. So wissen wir, dass wir von Anfang an Vollgas geben müssen.

Von Anfang an Vollgas: Sané (li.) glaubt, dass er bei der EM wieder in Bestform spielen kann.

Sie sprechen es an: Frankreich ist der erste EM-Gegner. Ihr Bayern-Kollege Kingsley Coman hat gesagt, sein französisches Team hätte die beste Abwehr, das beste Mittelfeld und den besten Sturm.

Sie haben viele Spieler mit großer Qualität und Erfahrung. Viele von ihnen haben auch schon wichtige Titel gewonnen. Deshalb ist es doch klar, dass das Selbstvertrauen groß ist – immerhin sind sie der amtierende Weltmeister. Wir wissen aber auch, was wir für Spieler haben und was unsere Stärken sind.

Sané zu seiner ersten Bayern-Saison: „Bin froh, dass ich fit geblieben bin“

Wie fällt das persönliche Fazit Ihrer ersten Bayern-Saison aus?

Wäre ich nicht aus einer schweren Verletzung gekommen und hätte es Corona nicht gegeben, wäre ich überhaupt nicht zufrieden gewesen. Aufgrund dieser ganzen Umstände war mir schon klar, dass es schwieriger für mich wird zurückzukommen. Im Großen und Ganzen bin ich froh, dass ich fit geblieben bin und meinen Rhythmus wieder bekommen konnte. Ich habe am Anfang schon gemerkt, dass das Spielen für mich schwieriger war. Von Monat zu Monat habe ich mich dann besser und fitter gefühlt. Jetzt will ich bei der EM meine beste Leistung zeigen.

Der Konkurrenzkampf in der Offensive ist enorm.

Das ist gut so. Wir haben einen breiten Kader auf vielen Positionen – gerade in der Offensive. Es gibt viele Spieler, die auf vielen Positionen spielen können. So weiß jeder, dass er Vollgas geben und sich seinen EM-Startplatz verdienen muss. Außerdem können wir jederzeit noch Spieler von der Bank bringen, die den Unterschied machen können. Und das tut uns sehr gut.

Hansi Flick übernimmt nach der EM als Bundestrainer. Ist das ein Vorteil für die Bayern?

Hansi ist sehr neutral. Er schaut auf die Leistungen von den Spielern in den Vereinen, schaut darauf, wie sie abliefern. Nach diesem Prinzip wird er nominieren und auch die Leistungen aus den Länderspielen und den DFB-Trainingseinheiten mit in seine Beurteilungen einbeziehen. Nur das ist fair.

Interview: Manuel Bonke, Philipp Kessler

Rubriklistenbild: © dpa/Charisius

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