Kader, Trainer und Sponsoren

FC Ingolstadt: Das müssen Sie über den Aufsteiger wissen

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FC Ingolstadt - der Neuling der 1. Bundesliga.

Ingolstadt - Willkommen in der ersten Liga! Der FC Ingolstadt 04 spielt ab der Saison 2015/16 zum erste Mal in der Vereinsgeschichte in der 1. Fußball-Bundesliga. Alle Infos zum neuen Erstligisten.

Freudentaumel beim FC Ingolstadt 04: Der Club aus Oberbayern ist als Zweitliga-Meister 2015 in die erste Bundesliga aufgestiegen. Die Schanzer sind somit das 54. Team, das in der höchsten deutschen Spielklasse mitmischen darf. Es ist der größte sportliche Erfolg des erst elf Jahre jungen Vereins. 

Verglichen wird der FC Ingolstadt 04 immer wieder mit anderen bayerischen Vereinen wie dem FC Augsburg oder der SpVgg Greuther Fürth, die als Underdogs den Sprung in die erste Liga geschafft hatten. Doch es gibt auch viele kritische Stimmen, die das Engagement von Audi in Ingolstadt mit Sorge betrachten.

Wie viel Einfluss hat Audi tatsächlich in Ingolstadt? Was ist das Erfolgsgeheimnis dieses jungen Vereins? Und woher kommt der Spitzname "Schanzer"? Wir verraten Ihnen alles, was Sie über den Bundesliga-Neuling FC Ingolstadt 04 wissen müssen.

FC Ingolstadt 04: Der Kader

Selbstverständlich kann der FC Ingolstadt 04 in seinem Kader keine so prominenten Namen vorweisen wie etwa der FC Bayern München. Stattdessen setzt der Verein auf eine Mischung aus routinierten Spielern und jungen Talenten. Im Kader finden sich neben (noch) unbekannten Namen wie Pascal Groß oder Thomas Pledl auch Spieler mit Bundesligaerfahrung, die ihre jungen Kollegen nun auf die kommenden Aufgaben vorbereiten sollen. Darunter sind der australische Stürmer Mathew Leckie, der immerhin neun Einsätze bei Borussia Mönchengladbach vorweisen kann, oder Alfredo Morales, der früher bei Herta BSC spielte. Auch ein ehemaliger Löwe kickt inzwischen in Ingolstadt: Stefan Wannenwetsch wechselte im Sommer 2014 zu den Schanzern.

Insgesamt sind die Spieler des FC Ingolstadt 04 durchschnittlich 26 Jahre alt und etwa 680.000 Euro wert. Zum Vergleich: Bayerns Innenverteidiger Dante ist 20 Mal so teuer auf dem Transermarkt.   

FC Ingolstadt 04: Der Trainer

Seit Oktober 2013 sitzt der Österreicher Ralph Hasenhüttl auf der Trainerbank des FC Ingolstadt 04. Nachdem er den Verein in seiner ersten Amtszeit auf Platz zehn der 2. Bundesliga führte, wurde sein Vertrag in Ingolstadt bis 2016 verlängert.

Bei Münchner Fußballfans wird der Name Hasenhüttl möglicherweise ein Deja-Vu auslösen. Schließlich beendete der Österreicher seine aktive Zeit bei den Amateuren des FC Bayern. Auch seine Karriere als Trainer begann in München, genauer gesagt bei der SpVgg Unterhaching. Zuerst als Co-Trainer unter Werner Lorant, später drei Jahre lang als Cheftrainer der ersten Mannschaft.

FC Ingolstadt 04: Das Stadion

Seit der Saison 2010/11 spielen die Schanzer im komplett überdachten Audi-Sportpark in Ingolstadt. Das Stadion bietet 15.800 Zuschauern Platz und erfüllt damit die Mindestanforderungen der DFL, was die Kapazität angeht. Der namensgebende Konzern beteiligte sich zu einem Fünftel an den Baukosten von rund 25 Millionen Euro. Der Sportpark beheimatet übrigens auch die Geschäftsstelle, die Einrichtungen des Profiteams und das mehrfach ausgezeichnete Nachwuchs-Leistungszentrum des FC Ingolstadt 04.  

FC Ingolstadt 04: Sponsoren, Etat und der Einfluss von Audi

Ausrüster des FC Ingolstadt 04 ist Adidas, doch weitaus kontroverser ist die Rolle des Automobilherstellers Audi. Über den Einfluss der ortsansässigen Tochtergesellschaft von Volkswagen wird viel diskutiert. Kritiker vergleichen den FC Ingolstadt 04 daher mit Clubs wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und RB Leipzig. Doch wie groß ist der Einfluss des Konzerns tatsächlich?

Das sind die Fakten: Die Audi-Tochtergesellschaft quattro GmbH hält seit 2013 19,94% Anteile an der FC Ingolstadt Fußball GmbH. Vier der sechs Aufsichtsräte des Vereins haben einen Audi- oder VW-Background. Damit hat der Konzern Einfluss auf Vermarktung, Ticketing und Merchandising des Vereins. Der Audi Immobilien Verwaltung GmbH gehören außerdem das Stadion und das Trainingsgelände des Vereins.   

Vorstandchef Peter Jackwerth wehrt sich gegen die Vorwürfe der Kritiker: „Wir sind ein Verein, deswegen weigere ich mich auch, über dieses Werksclubs-Gelaber zu diskutieren, weil es definitiv nicht so ist. Der Verein hat über 80 Prozent, dann wäre Bayern auch ein Werksclub“, sagte Jackwerth nach dem Aufstieg im Bayerischen Rundfunk (BR). Für seine Position spricht auch, dass Audi jährlich lediglich acht Millionen Euro für den FC Ingolstadt 04 bereitstellt. Dieser Wert ist tatsächlich gering, verglichen mit den Investorengeldern, die anderorts fließen.

Doch mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga wächst auch die Besorgnis über den Einfluss von Volkswagen. Der Konzern hält nun Anteile an drei Bundesligavereinen: FC Ingolstadt 04, VfL Wolfsburg und FC Bayern München. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs beschwichtigte allerdings die Kritiker und beteuerte, es gebe dadurch keine Gefahr für den Wettbewerb zwischen den Vereinen. "Da arbeitet jeder für sich und jeder hat den Anspruch, seine eigenen Ziele zu erreichen", sagte Allofs dem Sport-Informationsdienst SID.

Eines ist jedenfalls sicher: Der Diskussion um das Engagement des Sponsors werden sich die Schanzer auch in der kommenden Saison stellen müssen - unabhängig von ihrem Abschneiden in der ersten Bundesliga.  

FC Ingolstadt 04: Spitzname und Historie

Apropos Schanzer: Was steckt eigentlich hinter dem Spitznamen der Ingolstädter? Ganz einfach: die Historie der Stadt. Ingolstadt wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zur bayerischen Festungsstadt ausgebaut und erhielt eine Festungsanlage, die "Schanz". So erhielt der Ort den Spitznamen - und das hat sich beim FC Ingolstadt 04 bis heute gehalten.    

Erst vor elf Jahren, nämlich 2004, entstand der FC Ingolstadt durch eine Fusion der ausgegliederten Fußballabteilungen der Vereine MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt. In der Saison 2004/05 startete Ingolstadt in der Bayernliga und stieg nach nur vier Spielzeiten in die 2. Bundesliga auf. Dort konnten sich die Schanzer zwar nur ein Jahr halten, schafften anschließend aber den direkten Wiederaufstieg. Seit der Saison 2010/11 spielte das Team in der 2. Bundesliga, ehe 2015 der Sprung in die erste Liga gelang.

Auch die Ingolstädter Amateure und Damen können durchaus Erfolge vorweisen: Die zweite Mannschaft der Schanzer spielt in der Regionalliga Bayern, die Frauen nahmen ebenfalls 2004 den Spielbetrieb auf kicken inzwischen in der Regionalliga Süd.  

FC Ingolstadt 04: Fanszene, Maskottchen und Rivalitäten

Seit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga steigt die Zahl der Fans der FC Ingolstadt 04 stetig an. Derzeit (Stand: Mai 2015) verzeichnet der Verein 25 offizielle Fanclubs. Das Maskottchen der Ingolstädter ist übrigens ein roter Drache, der - wie soll es auch anders sein - auf den Namen Schanzi hört.

Wie jeder andere Fußballverein herrschen auch beim FC Ingolstadt 04 Rivalitäten mit den Nachbarvereinen. Besonders groß ist die Abneigung zum FC Augsburg, entsprechend brisant versprechen die bayerischen Derbys gegen den FCA zu werden.

Das werden Löwen-Fans nicht gerne hören: Seit einigen Jahren nehmen die Ingolstädter Fans den TSV 1860 mit hämischen Gesängen aufs Korn. "Wir steigen auf und 60 steigt ab", schallte es bei den Duellen von den Rängen. Zumindest der erste Teil hat sich nun bewahrheitet ... 

FC Ingolstadt 04: So soll es weitergehen

Der Aufstieg in die 1. Bundesliga bedeutet für den FC Ingolstadt 04 höhere Einnahmen aus TV-Geldern und Vermarktung, fordert andererseits aber auch hohe Ausgaben. Geschäftsführer Franz Spitzauer stellte in einem Interview auf der Vereinshomepage in Aussicht, den Gesamt-Etat künftig zu verdoppeln. Dann stände den Ingolstädtern in der Saison 2015/2016 etwa 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das zusätzliche Geld soll nicht nur den Spielern zugute kommen, sondern auch in infrastrukturelle Maßnahmen und in den Jugend- und Verwaltungsbereich fließen. Mit diesem Etat sieht Spitzauer den Verein im hinteren Drittel der Bundesliga.

Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga werden sich die Ingolstädter natürlich personell verstärken, "verrückte Sachen" wollte man laut Sportdirektor Thomas Linke allerdings nicht versuchen. Mit Romain Brégerie (SV Darmstadt 98), Elias Kachunga (SC Paderborn 07), Ørjan Nyland (Molde FK) und Markus Suttner (FK Austria Wien) kamen nur vier neue Akteure nach Oberbayern. Der FC Ingolstadt 04 will sich zu einem stabilen Bundesligisten entwickeln und gleichzeitig die eigenen Werte und Traditionen bewahren.

In diesem Sinne: Herzlichen Willkommen in der 1. Bundesliga!

sr

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