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FCA-Fans wollen ihre Top-Spiele boykottieren

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Von: Tobias Kimmel

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FCA-Fans wollen bei Montagsspielen fünf Minuten lang schweigen
FCA-Fans wollen bei Montagsspielen fünf Minuten lang schweigen © Getty

Augsburg - Manager Andreas Rettig fühlt sich geehrt, dass der FCA in der Rückrunde mindestens drei Topspiele bestreiten darf. Die Fans sehen das anders und rufen zum Boykott auf. Rettig reagiert.

Immer wieder montags, lautet das Motto des FC Augsburg in den kommenden Wochen. Die Partien gegen den VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf und Erzgebirge Aue sind zum Wochenbeginn jeweils live um 20.15 Uhr im Fernsehen zu sehen.

FCA-Manager Andreas Rettig fühlt sich geehrt: "Es heißt ja schließlich Top-Spiel", sagte er der "Sport Bild". Für die Fans des Tabellenzweiten ist das eine zweifelhafte Ehre. Zehn Augsburger Fanklubs haben eine Petition gegen Montagsspiele ins Internet gestellt, die unter anderem auf der Webseite der "Legio Augusta" zu lesen ist. 

Die besten Fan-Choreographien in Europas Stadien

"So toll die Möglichkeit für unseren Verein ist, sich bundesweit im Fernsehen zu präsentieren, so groß sind auch die Probleme, die diese schreckliche Terminierung für uns Fußballfans mit sich bringt!", heißt es in dem Brief.

Das Argument: Vor allem Auswärtsfans kommen wegen Job, Familie und Schule nicht mehr dazu, bei Montagsspielen ihren Verein zu begleiten. Als Schuldigen haben die Fans die DFL und deren hauseigenen Vermarkter DFL Sports Enterprises ausgemacht, die die exponierten TV-Spiele zu barer Münze machen. "Natürlich kommt von dieser Seite viel Geld für die Zweitligavereine, jedoch darf dies nicht um jeden Preis passieren!", protestieren die Fans.

Jetzt rufen sie zum Boykott auf: Sie wollen die ersten fünf Minuten jedes Montagsspiels schweigen und ihr Team erst dann unterstützen. Weil die Maßnahme der Mannschaft nicht schaden soll, sei diese bereits informiert, heißt es. Die verärgerten Fans fragen sich: "Was sind schon fünf Minuten im Vergleich zu dem möglichen Verlust unseres Fußballes, wie wir ihn lieben?"

Rettig versteht als ehemaliges DFL-Vorstandsmitglied beide Seiten und gibt gegenüber tz-online zu bedenken, dass die Einnahmen aus den TV-Verträgen besonders für Zweitliga-Vereine wie den FCA eine wichtige Einnahmequelle sind. "Wir haben aber Verständnis für die Probleme, die eine Ansetzung am Montagabend für alle mit sich bringt. Kritik an diesen für den Fan ungünstigen Anstoßzeiten muss erlaubt sein. Das verstehen wir", erklärt er tz-online

Der Aufruf der Fans zum fünfminütigen Unterstützungsboykott erschließt sich ihm aber nicht ganz. Der Protest könne "nicht auf dem Rücken der Mannschaft ausgetragen werden".

Der Verein ist deshalb bereits in Gesprächen mit den Fans (hier finden Sie den Briefwechsel im Detail). Rettig ist zuversichtlich: "Wir sind uns sicher, dass die Liebe zum Verein größer ist als der Unmut über die Anstoßzeiten.“

kim

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