FCI-Kapitän Leitl: Zu meiner Zeit war der Club kein Depp

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Stefan Leitl (l.) klatscht mit Markus Karl ab.

Ingolstadt - Thorsten Fink muss vor dem Derby gegen Nürnberg (Sonntag, 14 Uhr, Tuja- Stadion) eine Entscheidung fällen: Stefan Leitl oder Daniel Jungwirth? Leitl, der Kapitän, ist nach drei Spielen Rot-Sperre wieder spielberechtigt.

Und er ist heiß, schließlich geht es gegen seinen Ex-Klub, für den er von 1999 bis 2002 kickte. Aber Jungwirth hat ihn beim 4:0 gegen Freiburg und 3:0 gegen Mainz optimal vertreten. Die tz sprach mit Leitl (31).

Wie haben Sie die letzten drei Spiele erlebt?

Leitl:Durch die sieben Punkte war es erfreulich.

Wirklich?

Leitl:Nee, das ist eine ganz andere Situation für mich, wenn ich draußen sitze und nicht mithelfen kann. Ich war angespannt und nervös.

Wie ist das, wenn das Team ohne Sie locker gewinnt?

Leitl:Super, das freut mich total. Schließlich bin ich Mitglied dieser Mannschaft. Da sollte das ganz normal sein, dass ich mich freue.

Oft mussten Sie in den letzten Jahren nicht zusehen…

Leitl:Einmal war es die fünfte Gelbe Karte, einmal Gelb-Rot. Die letzte Rote Karte war noch zu Nürnberger Zeiten.

Wie bewerten Sie Ihren Ersatz, Daniel Jungwirth?

Leitl:Er hat super gespielt. Ich kenne ihn, seit er auf der Welt ist. Wir sind beide aus Ismaning und haben fast den gleichen Werdegang, haben erst beim FC Ismaning, dann in der Bayern-Jugend gespielt, waren auf der gleichen Schule. Es freut mich ungemein für ihn.

Keine Spur der Anspannung in Ihrem Verhältnis?

Leitl:Da gibt’s gar nix! Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander.

Für Thorsten Fink ist es eine „knifflige Entscheidung“, wer von Ihnen beiden spielt…

Leitl:Gott sei Dank bin ich nicht der Trainer. Ich muss das nicht lösen. Ich bin froh, dass ich wieder frei bin.

Bei Mark van Bommel und Bayern war es ein großes Thema: Darf man den Kapitän auf die Bank setzen?

Leitl:Jeder darf auf der Bank sitzen, auch wenn ich Kapitän bin.

Hätten Sie es für möglich gehalten, dass Sie jetzt vier Plätze vor dem Club stehen?

Leitl:Vom Papier her haben sie für mich die beste Mannschaft der Liga. Die mit den größten Einzelnamen. Ich weiß nicht, was in Nürnberg los ist…

Berührt Sie das?

Leitl:Es ist traurig, zu sehen, dass sie da unten herumkrebsen. Ich hoffe, sie finden nach dem Spiel gegen uns den richtigen Weg und steigen auf.

Mitgefühl ist da, oder?

Leitl:Na klar. Ich habe bei Nürnberg mein erstes Zweitliga- und mein erstes Erstligaspiel gemacht. Ich hatte zweieinhalb super Jahre dort. Ich bin als Amateur vom SV Lohhof gekommen. Der Verein hat eine so große Tradition, so super Fans. Mein Herz hängt noch am Club.

Obwohl der Club wieder ein Depp ist? So sagt es zumindest der Volksmund…

Leitl(lacht): Nee, oder?! Ich kenne den Spruch gar nicht. Zu meiner Zeit gab’s das nicht. Da war der Club kein Depp.

Interview: Tobias Kimmel

Quelle: tz

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