Experte bewertet Abstiegskampf

Magath fordert in tz-Kolumne: Freispruch für Schaaf

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Hat immer eine klarte Meinung: tz-Experte Felix Magath.

München - Der Abstiegskampf der Bundesliga verspricht Spannung. tz-Experte Felix Magath nimmt die Teams aus dem Keller in seiner Kolumne unter die Lupe.

Es sind zwar noch acht Spieltage zu absolvieren, doch neben der Meisterschaft dürfte die zweite Frage der Saison geklärt sein. Der 1. FC Köln hat Hannover 96 in die Zweite Liga geschossen. Bei der Suche nach Schuldigen für die Situation muss Trainer Thomas Schaaf jedoch weitgehend freigesprochen werden. In Hannover wurde in der Winterpause der Kader massiv verändert. Es kamen Spieler aus nahezu allen Winkeln der Welt. Da ist es für jeden Trainer unheimlich schwer, eine harmonische Einheit daraus zu formen.

Thomas Schaaf.

Auch in Frankfurt geht der Trend Richtung Zweite Liga. Auch die Eintracht hat in der Winterpause einige neue Spieler verpflichtet, wenn auch nicht so viele wie Hannover. Aber auch dort wird es für den neuen Trainer schwer, eine funktionierende Einheit zu formen. Es war zudem eine fragwürdige Entscheidung, den Trainerwechsel ausgerechnet vor dem Spiel in Mönchengladbach durchzuführen. Denn dort war eine Niederlage durchaus zu erwarten.

Ein neuer Trainer braucht mit seiner Mannschaft jedoch möglichst schnell Erfolgserlebnisse, um die Akzeptanz des Teams zu bekommen. Niko und Robert Kovac sind zwar Kinder der Bundesliga, aber dennoch ist die Arbeitsweise bei einer Vereinsmannschaft anders als bei einer Nationalmannschaft. Dort trifft sich die Elite nur alle paar Monate und muss vor allem bei Laune gehalten werden, bei einem Verein muss der Trainer hingegen mit allen Unzulänglichkeiten leben.

Lob für den Hoffenheimer Weg

Während in Hannover oder Frankfurt der drohende Abstieg seit Wochen ein belastendes Thema ist, hat Hoffenheim die Situation anders angenommen. Dort wurde gesagt: Okay, wenn es schiefgeht, steigen wir mit Julian Nagelsmann ab. Damit wurde der Druck von der Mannschaft genommen. Ähnlich ist man schon 2013 verfahren. Damals wurde Markus Gisdol als Trainer beschäftigt und ein drohender Abstieg einkalkuliert. Am Ende der Saison stand die glückliche Rettung. Dadurch, dass die Lage so akzeptiert wurde, konnte die Mannschaft befreiter aufspielen.

Wen es neben Hannover erwischen wird, kann man noch nicht vorhersagen. Alle Mannschaften im unteren Drittel erleben Woche für Woche Berg- und Talfahrten. Bremen feiert tolle Siege in Leverkusen und gegen Hannover, geht dann in München total unter. Darmstadt kämpft bravourös, wird dann jedoch durch einen unberechtigten Strafstoß um den Sieg gegen Augsburg gebracht.

Eines hat sich aber auch in diesem Jahr nicht geändert. Bei den drei Letzten in der Tabelle wurde schon der Trainer gewechselt. In der Verantwortung stehen jedoch auch andere: Sportdirektoren, Vorstandsvorsitzende, Aufsichtsräte. Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, dann wollen immer viele mitreden. Wenn dann jedoch beim Misserfolg Konsequenzen gezogen werden, ist plötzlich nur noch der Trainer für alles verantwortlich.

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