Späte Abrechnung

Magath: Haben "Dreck hinterhergeworfen"

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Felix Magath ist bei seiner Entlassung in Wolfsburg in der Öffentlichkeit nicht gut weggekommen

Wolfsburg - Der im vergangenen Oktober beim VfL Wolfsburg entlassene Trainer und Manager Felix Magath hat deutliche Kritik an seinem ehemaligen Verein geübt.

„In diesem Geschäft ist es nun einmal so, dass der Trainer bei schlechten Saisonverläufen den Kopf hinhalten muss. Worüber ich mich allerdings wundern muss ist, wenn anschließend noch nachgetreten wird“, sagte Magath im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

Auf die Frage, wen er denn meine, antwortete der 59-Jährige allerdings ausweichend: „Niemanden konkret. So eine Entscheidung wie meine Entlassung wird von Vereinsvertretern getroffen. Das ist auch in Ordnung. Dass allerdings meinen loyalen Geschäftsstellen-Mitarbeitern und mir anschließend noch Dreck hinterhergeworfen wird, verstehe ich überhaupt nicht.“

Nach der Entlassung Magaths hatten auch mehrere weitere Magath-Vertraute den VfL Wolfsburg verlassen müssen. Klaus Allofs, Magaths Nachfolger als Manager, hatte Ende Januar Zweifel an den Methoden und der Vorgehensweise seines Vorgängers geäußert. „Wenn das Feld bestellt gewesen wäre, dann wäre ich nicht da. Dann ist es nämlich auch so, dass meist geerntet wird“, hatte Allofs erklärt.

Die schnellsten Trainerentlassungen seit 1999

Bundestrainer, wie aktuell Joachim Löw, sitzen in der Regel fest im Sattel. Schwerer haben es da die Bundesliga-Trainer. Besonders wenn die ersten Spiele verloren gehen, wird der Coach meist als erstes hinterfragt. Sehen Sie hier die Trainerentlassungen seit 1999 und in welcher Situation sie den Verein verlassen mussten. © getty
1999/2000: Jörg Berger, Eintracht Frankfurt, 17. Spieltag, 18. Platz, 9 Punkte. © getty
2000/01: Andreas Zachhuber, Hansa Rostock, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © getty
2001/02: Frank Pagelsdorf, Hamburger SV, 6. Spieltag, 12. Platz, 5. Punkte. © getty
2002/03: Andreas Brehme, 1. FC Kaiserslautern, 3. Spieltag, 16. Platz, 1 Punkt. © dpa
2003/04: Armin Veh, Hansa Rostock, 8. Spieltag, 14. Platz, 5 Punkte. © dpa
2004/05: Jupp Heynckes, Schalke 04, 4. Spieltag, 17. Platz, 3 Punkte. © dpa
2005/06: Klaus Augenthaler, Bayer Leverkusen, 4. Spieltag, 12. Platz, 4 Punkte. © getty
2006/07: Peter Neururer, Hannover 96, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © dpa
2007/08: Petrik Sander, Energie Cottbus, 6. Spieltag, 18. Platz, 2 Punkte. © getty
2008/09: Jos Luhukay, Borussia Mönchengladbach, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2009/10: Jörn Andersen, FSV Mainz 05, vor Saisonbeginn, nach der Pleite im DFB-Pokal gegen Lübeck. © dpa
2010/11: Christian Gross, VfB Stuttgart, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2011/12: Michael Oenning, Hamburger SV, 6. Spieltag, 18. Platz, 1 Punkt. © getty
2012/13: Felix Magath, Vfl Wolfsburg, 8. Spieltag, 18. Platz, 5 Punkte © dpa

Wo seine Zukunft liegen werde, ließ Magath weiterhin offen. Eine neue Aufgabe wolle er allerdings erst im Sommer aufnehmen. Noch habe ich mich nicht entschieden, ob ich ins Ausland gehe oder wieder in die Bundesliga„, betonte Magath: `Für mich ist die Aufgabe interessanter als die Liga.“

Angst um seinen Ruf in der Liga habe er nach den Entlassungen in Schalke und Wolfburg jedenfalls nicht: „Schauen Sie auf das, was ich in den vergangenen Jahren geleistet habe. Meine Arbeit führt zu Titeln und Meisterschaften. Insofern bin ich ganz gelassen, was meinen Ruf in der Liga angeht.“

sid

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