Kritik an möglichem Nachfolger 

FIFA: Blatter weist Kandidat Chung in die Schranken 

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Nach 17 Jahren als FIFA-Boss trat Sepp Blatter im Juni zurück. Bis zu den Neuwahlen Ende Februar 2016 bleibt der Schweizer aber im Amt.

Zürich - Gestern gab Chung Mong-Joon seine Kandidatur für das FIFA-Präsidentenamt bekannt und kritisierte Sepp Blatter scharf. Jetzt schlägt der 79-jährige Schweizer zurück. 

FIFA-Chef Joseph S. Blatter hat mit harscher Kritik den Präsidentschaftskandidaten Chung Mong-Joon (Südkorea) in die Schranken verwiesen, nachdem dieser bei der Ankündigung seiner Kandidatur für den Vorsitz im Fußball-Weltverband den Schweizer am Montag scharf angegriffen hatte. „Es ist verstörend zu hören, dass Dr. Chung Mong-Joon die FIFA als eine korrupte Organisation bezeichnet“, sagte Blatter, der seinen Posten im kommenden Februar aufgeben wird, in einer Erklärung.

Blatter: Chung fehle es an Respekt 

Schließlich könne Dr. Chung nicht vergessen haben, „dass er 17 Jahre FIFA-Vizepräsident und Mitglied im Dringlichkeitskomitee der FIFA von 1994 bis 2011 war“. Weiter führte Blatter aus, dass die „persönlichen Attacken“ von Chung teilweise von fehlendem Respekt geprägt seien.

Blatter weiter: „Ich möchte betonen, dass die FIFA weiterhin dabei ist, die Organisationsstruktur zu verbessern.“ Die Arbeit des Weltverbandes in diesem Bereich werde sich kontinuierlich weiterentwickeln, „um den höchsten Standard für die internationale Fußball-Gemeinschaft zu erreichen“, so Blatter.

Chung hatte am Montag in Paris erklärt: „Der wahre Grund, warum sich die FIFA zu solch einer korrupten Organisation entwickelt hat, ist der Fakt, dass seit 40 Jahren die gleiche Person die FIFA führt“, sagte Chung mit Blick auf den seit den 70er Jahren in verantwortlichen Positionen bei der FIFA arbeitenden Blatter: „Absolute Macht macht absolut korrupt.“

Chung neben Platini und Zico der dritte Kandidat 

Chung ist der dritte offizielle Bewerber für die am 26. Februar 2016 stattfindende Wahl eines Blatter-Nachfolgers. Der seit 1998 amtierende FIFA-Boss, der vor seiner Wahl unter seinem Vorgänger Joao Havelange (Brasilien) schon als Generalsekretär wichtigster Funktionär des Verbandes gewesen war, hatte infolge des Korruptionsskandals beim Weltverband im Juli endgültig seinen Rückzug von der FIFA-Spitze angekündigt.

Chung: "Platini ist Produkt des jetzigen Systems" 

Vor Chung hatten bereits Präsident Michel Platini (Frankreich) von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und Brasiliens Idol Zico ihre Bewerbungen für das FIFA-Präsidentenamt angemeldet.

Chung hatte Ende Juli bereits UEFA-Boss Platini die Befähigung zur Übernahme des FIFA-Präsidentenamtes abgesprochen: „Es wird sehr schwer für Platini, weitreichende Reformen durchzusetzen. Es ist fraglich, ob Platini eine neue Ära symbolisieren kann. Platini ist ein Produkt des jetzigen Systems.“

sid

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