Ex-FIFA-Finanzchef sagt aus

Schwere Anschuldigungen gegen Franz Beckenbauer

München - Hat es bisher unbekannte Zahlungen an Franz Beckenbauer gegeben? Der Ex-Finanzchef der FIFA belastet Beckenbauer und seine Berater laut einem Medienbericht schwer. 

Der Fußball-Krimi um Franz Beckenbauer geht in die nächste Runde: Wie die Bild-Zeitung exklusiv am Montag berichtet, soll Beckenbauer im Rahmen der WM-Vergabe 2010 an Südafrika bisher unbekannte Zahlungen der FIFA erhalten haben. Dem Blatt liegen Ermittlungsakten vor, die den Chef des damaligen deutschen WM-Organisationskomitees schwer belasten.

Die Anschuldigungen basieren auf Aussagen des ehemaligen Finanzchefs der FIFA, Markus Kattner, sowie den entsprechenden Unterlagen. Kattner hatte bei der Staatsanwaltschaft umfassend ausgesagt und Beckenbauer damit schwer belastet. 

Beckenbauer und seine Berater sollen 1,7 Millionen Euro erhalten haben

Demnach haben Beckenbauer und seine Berater Andreas Abold und Fedor Radmann im Jahr 2005 Zahlungen von der FIFA erhalten, weil der südafrikanische Fußballverband sie für die Unterstützung bei ihrer Bewerbung nicht bezahlen konnte. Der Verband war ein Jahr nach der Vergabe „in finanzielle Schieflag“ geraten und suchte Hilfe bei der FIFA.

Der damalige FIFA-Chef Urs Linsi soll nach Informationen der Bild-Zeitung persönlich die Begleichung der offenen Rechnungen für den südafrikanischen Verband veranlasst haben, dabei darf die FIFA keine Bewerbungskosten erstatten. Insgesamt sollen rund 1,7 Millionen Euro an Beckenbauer und seine Berater geflossen sein. Abold und Radmann sollen das Geld direkt bekommen haben, Beckenbauers Anteil floss auf das Konto einer Firma in Gibraltar. 

Wie das Blatt weiter berichtet, seien diese Zahlungen auch ein Grund für die Ermittlungen der Schweizer Bundesstaatsanwaltschaft gegen Beckenbauer. Gegen den Ex-Fußballer wird unter anderem wegen Geldwäsche, Betrug und Untreue ermittelt. Der DFB wusste offenbar nichts von Beckenbauers bezahltem Engagement in Südafrika. Weder die FIFA noch Beckenbauer selbst haben sich zu den Vorwürfen geäußert.

Franz Beckenbauer steht seit längerem in der WM-Affäre unter Beschuss, soll die Vergabe der WM an Deutschland manipuliert haben. In einer Kolumne hatte er im Dezember versichert, die Vergabe der Weltmeisterschaft und das „Sommermärchen“ seien rechtmäßig zustande gekommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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