Notwendig oder nur Kommerz?

FIFA reformiert die Klub-WM: Pro und Contra im Kommentar

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Gianni Infantino, Präsident der FIFA.

Der Fußballweltverband FIFA will die Klub-WM reformieren - unter anderem wird es aller Voraussicht nach riesige Prämien für die teilnehmenden Vereine geben. Ein Pro und Contra in zwei Kommentaren.

Der Pro-Kommentar: Nicht jede Reform ist schlecht

Sport-Redakteur Manuel Bonke.

Wenn die FIFA Reformen beschließt, ist der Aufschrei automatisch groß. Nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Vereinen. Dabei sind nicht alle Neuerungen des Fußball-Weltverbandes schlecht. Sie müssen individuell betrachtet werden – wie die bevorstehende Reform der Klub-WM in ihrer aktuellen Form.

Der derzeitige Turnier-Modus ist weder für Klubs noch für Fans attraktiv: Jährlich müssen die europäischen Vereine den Liga- und Spielrhythmus im Dezember unterbrechen. Die Fans dürfen maximal auf eine interessante Partie hoffen, nämlich dann, wenn der Champions-League-Sieger auf den Sieger der Copa Libertadores trifft.

FIFA Reform: Europa soll acht von 24 Teams stellen

Sollte die Klub-W M also tatsächlich ab 2021 in der Art und Weise reformiert werden, nach der es momentan aussieht, profitiert davon nicht nur die FIFA. Durch den Vier-Jahres-Turnus hält sich die Mehrbelastung für Spieler in Grenzen und ist für Vereine durch Startgelder in Höhe von kolportierten 50 Millionen Euro ohnehin leichter zu verschmerzen. Wegen der Turnier-Aufstockung auf 24 Mannschaften – acht Teams soll Europa stellen – ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zu interessanten Duellen mit Champions-League-Charakter kommt.

Außerdem: Vereine wie Bayern München touren während der Sommervorbereitung ohnehin für längere Zeit durch Asien oder die USA. Da spielt es keine Rolle mehr, ob man die Reiseroute künftig für die Klub-WM anpasst. Was hierzulande gerne vergessen wird: Der FCB hat nicht nur Fans in Rosenheim oder Landshut, sondern mittlerweile auch in Fernost. Und die haben durch die Klub-WM die Chance, ihre Stars aus nächster Nähe zu erleben. Klingt komisch, ist aber so!

Der Contra-Kommentar: Hauptsache, die Kasse klingelt

Sport-Redakteurin Hanna Raif.

Der FC Bayern gegen Al-Ahly Kairo. Oder gegen Auckland City. Zum Frühstück mitten im Sommer wohlgemerkt. Kann man sich als Fußball-Fan etwas Schöneres vorstellen als diese Leckerbissen gegen die bisherigen Rekordteilnehmer der Klub-WM?

Die von der FIFA geplante Reform dieses Wettbewerbs ist nicht erst seit Donnerstag bekannt, die Tatsache, dass der FC Bayern aber nun doch dabei sein soll, hat dieses absurde Konstrukt der aufgeblähten Branche wieder auf die Agenda gebracht.

FIFA Reform: In China soll der Weltmeister ermittelt werden

In Jahren, in denen kein großes Turnier stattfindet, soll es für den deutschen Branchenführer und sieben weitere europäische Teams also nun nach China gehen. In einem Land ohne Fußballtradition – dafür unweit eines FIFA-Hauptsponsors – wird der „Weltmeister“ ermittelt, ein Prozedere über mehrere Wochen wird das sein. Der übersättigte Fan kriegt also noch mehr Fußball, die Spieler weniger Regeneration. Aber die Hauptsache ist ja: Die Klubs bekommen mehr Geld.

Man muss nichts gegen die Idee haben, das weltbeste Team zu ermitteln, sie ist legitim und hat lange Tradition. Schon bei der letzten Reform um die Jahrtausendwende aber wurde der Modus verschlimmbessert. Wo ein Spiel des Champions-League-Siegers gegen den Gewinner der südamerikanischen Copa Libertadores noch seinen Reiz hatte, hatte es das aufgeblasene Turnier um die Weihnachtszeit nie.

Den Vereinen war es oft lästig, den Fans so gut wie egal. Aber was zählen bei der FIFA schon die Protagonisten, wenn die Kasse stimmt?

Die FIFA bestätigt, dass die Fußball-WM 2022 in Katar nicht mit 48 Teams ausgetragen wird. Nun hat sich auch das Gastgeberland zum Beschluss geäußert.

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