Ist deutsche Olympia-Bewerbung bedroht?

FIFA-Krise: Politiker schicken Brandbrief an DFB

Berlin - Mehrere Abgeordnete des Bundestages sehen eine deutsche Bewerbung um Olympische Sommerspiele durch die jüngste Krise im Fußball-Weltverband FIFA bedroht. In einem Brief an DFB-Präsident Niersbach machten sie ihrem Ärger Luft.

Die mangelnde Aufklärung möglicher Korruption bei den WM-Vergaben für 2018 und 2022 an Russland und Katar würde die Skepsis in der deutschen Bevölkerung vor großen Sportverbänden und Großveranstaltungen wachsen lassen.

„Der Eindruck fehlender Selbstkontrolle Internationaler Sportverbände wirft einen langen Schatten auf die Diskussion um eine Bewerbung Deutschlands für Olympische Spiele, denn der Vorwurf der Korruption in den Weltsportverbänden ist eines der stärksten Argumente gegen internationale Großveranstaltungen“, erklärten die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und der sportpolitische Sprecher der Partei, Özcan Mutlu.

Die Politiker aus dem Bundestag machten ihrem Ärger in einem Brief an DFB-Präsident Wolfgang Niersbach Luft, der dem Tagesspiegel in Berlin vorliegt. Ihre Kritik richtet sich aber auch gegen die Europäische Fußball-Union UEFA. „Auch droht die UEFA von diesen Vorwürfen betroffen zu werden, denn etliche Funktionäre stehen im Verdacht, direkt oder indirekt von den Vergabeentscheidungen an Katar und Russland profitiert zu haben“, hieß es weiter.

Der Bundestag will die FIFA-Krise zum Thema machen. „Diese Vorgänge berühren auch die grundsätzliche Frage der Glaubwürdigkeit und Integrität des Sports, die durch Intransparenz und fragwürdige Entscheidungen ebenso leidet wie durch Wettbetrug, Matchfixing oder Betrug für Doping“, sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses, und ergänzte: „Damit wird sich auch der der Sportausschuss im nächsten Jahr noch einmal befassen.“

Deutschland will sich mit Berlin oder Hamburg um die Austragung von Olympischen Sommerspielen 2024 oder gegebenenfalls 2028 bewerben. Im März will sich der DOSB auf eine Bewerber-Stadt festlegen, im Anschluss soll es dort zu einer Bürgerbefragung kommen. Fällt diese negativ aus, soll es zu keiner Bewerbung kommen.

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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