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Vor Finale der Sehnsucht: "Mou" schmeichelt Inter

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Jose Mourinho liebäugelt mit Real Madrid - oder doch nicht?
Jose Mourinho liebäugelt mit Real Madrid - oder doch nicht? © Getty

Madrid - José Mourinho versucht vor dem Finale gezielt den Eindruck zu zerstreuen, er habe mit dem italienischen Meister bereits abgeschlossen. Er schmeichelt seinem aktuellen Arbeitgeber.

In seinem 700. Spiel für Inter Mailand will Javier Zanetti den italienischen Club endlich zum langersehnten Champions- League-Sieg führen. “Ich bin in meiner Karriere tausende von Kilometern gerannt, um diesen Punkt zu erreichen. So ein Finale ist selbst für mich ein ganz wichtiges Spiel“, sagte der 36 Jahre alte Kapitän einen Tag vor dem großen Finale gegen Bayern München am Samstag in Madrid. Der Argentinier hat in 15 Jahren bei Inter 12 Titel gewonnen, aber noch nie die “Königsklasse“. Damit symbolisiert er sehr gut die große Sehnsucht des Vereins nach diesem Triumph.

Die vielen Gesichter des José Mourinho

“Unsere Fans warten seit 45 Jahren auf diesen Tag. Wir wollen sie nicht enttäuschen“, sagte Zanetti. Die Mailänder gewannen die begehrteste Trophäe des europäischen Club-Fußballs zuletzt 1965, und darauf spielte auch Trainer José Mourinho am Freitag noch einmal an. “Die meisten Anhänger waren noch nicht auf der Welt, als Inter das letzte Mal im Finale stand. Ein Sieg wäre etwas Besonderes für einen besonderen Club, einen besonderen Präsidenten und besondere Fans.“

Mourinho versuchte gezielt den Eindruck zu zerstreuen, er habe mit dem italienischen Meister bereits abgeschlossen. “Nach dem Endspiel 2004 mit Porto wusste ich: Das war mein letztes Spiel. Das kann ich diesmal nicht sagen“, meinte er. Die Spekulationen um seinen möglichen Wechsel zu Real Madrid hatten in den vergangenen Tagen für viel Wirbel bei Inter gesorgt. Dem Portugiesen wird in den Medien zunehmend vorgeworfen, diese Unruhe durch eigene Aussagen ständig zu schüren. Am Freitag sagte er dazu nur: “Wer in einem Endspiel der Champions League steht, kann an nichts anderes denken. Der wird sich das durch nichts verderben lassen.“

Trotzdem wird seine Mannschaft in ihrem Hotel “Mirasierra“ rund um die Uhr abgeschirmt. Die Konzentration soll jetzt nur noch dem Spiel gegen den FC Bayern gelten. Gemessen am Wirbel rund um die “Interisti“ verlief das Abschlusstraining am Nachmittag auf dem weitläufigen, aber für “königliche“ Verhältnisse ungewohnt schmucklosen Clubgelände von Real Madrid am Stadtrand bemerkenswert locker. Bis auf den gesperrten Thiago Motta sind alle Spieler heiß und einsatzbereit. Mario Balotelli scherzte mit Wesley Sneijder herum, zum Aufwärmen wurde ein bisschen Handball gespielt. Präsident Massimo Moratti begrüßte einige Profis per Handschlag - und das alles bei Sonnenschein und sommerlichen 30 Grad.

Auf die letzte noch diskutierte Aufstellungsfrage bei Inter gab das Training jedoch keine Antwort. Zanetti wird entweder hinten links oder im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen, davon hängt ab, für wen im Team noch ein Platz frei ist. Die Alternative in der Abwehr heißt Christian Chivu, auf der Position davor macht sich Dejan Stankovic noch Hoffnungen. Bei der WM in Südafrika wird der 31- Jährige den deutschen Gruppengegner Serbien als Kapitän aufs Feld führen. Vor dem Champions-League-Finale sprang er zudem Mourinho demonstrativ zur Seite. “Wir glauben blind an ihn und seine Methode“, sagte Stankovic. Dank des permanenten Geredes um den Trainer würden “wenigstens wir Spieler in Ruhe gelassen“.

dpa

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