Finks Geheimwaffe? Handballer Wenczel

Ingolstadt - Sie fliegen und fliegen und fliegen… Michael Wenczels Langstrecken-Einwürfe sind wie Ecken.

Gegen den SC Freiburg war einer davon sogar für das 1:0 gut. Trainer Thorsten Fink hat diese Waffe in der Besprechung vor dem Spiel sogar explizit gefordert…

Für Wenczel kein Problem. „Die hatte ich schon immer drauf. Da haben früher schon viele gezittert“, erzählt der Innenverteidiger: „Das ist mein Markenzeichen!“ Weit werfen, das sei auch schon bei den Bundesjugendspielen in der Schule sein Ding gewesen. Nur: Mit beiden Händen ist er noch stärker! Wenczel hat da so eine Theorie: „Da müssen wohl gewisse anatomische Dinge vorhanden sein. Wahrscheinlich lange Arme und ein stabiler Rumpf oder so was. Egal, ich nehm’ das einfach mit!“

Trainieren muss er für seine Einwurf-Flanken nicht extra. Und dass er diese besondere Fähigkeit für den Fußball entdeckt hat, war eigentlich auch eher Zufall: „Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich die Murmel weit werfen kann“, berichtet Wenczel: „Jeder hat geraunt und ich dachte mir: ‚Och, das ist aber interessant. Dann machen wir das halt öfter.’“ Dafür dass er diese Sehenswürdigkeit beim FC Ingolstadt wieder zeigen darf, musste er lange kämpfen. In der Regionalliga war Wenczel unter Ex-Coach Jürgen Press noch Kapitän der Schanzer. Nach dem Aufstieg spielte er unter Fink zunächst keine große Rolle – bis zum 0:0 beim SV Wehen Wiesbaden, als Wenczel zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an ran durfte. Für Wenczel war die Zeit bis zum Comeback eine schwierige Phase. „Ich habe das mit Hilfe meiner Familie in den Griff bekommen“, sagt er und dankt seiner Frau und seinen drei Kindern.

Nur eine Sache an seinem Comeback ist vertrackt. Für Wenczel wanderte Sören Dreßler in Wiesbaden auf die Bank, gegen Freiburg sogar ganz aus dem Kader. System- und leistungsbedingt, erklärt Fink. Die Innenverteidiger sind gute Freunde und haben beim FC Augsburg zwei Jahre lang nebeneinander gespielt. „Sören hat solche Situationen schon genauso wie ich durchgemacht“, weiß Wenczel. „Aber das eine ist Fußballgeschäft, das andere Privatleben. Wir können das gut trennen.“ „Ich bin Sören nicht böse, weil er die Spiele vor mir bestritten hat, und er mir jetzt sicherlich auch nicht. Am Schluss entscheidet der Trainer.“ Und der kündigt bereits an: Dreßler rückt am Sonntag beim FSV Mainz 05 (Sonntag, 14 Uhr) wieder in den Kader, der zunächst unverändert bleibt.

Tobias Kimmel

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Wegen Video-Beweis: UEFA diskutiert Abseits-Regel-Revolution
Wegen Video-Beweis: UEFA diskutiert Abseits-Regel-Revolution
Sancho-Wende beim BVB - weil Watzke in die Trickkiste griff?
Sancho-Wende beim BVB - weil Watzke in die Trickkiste griff?
Fußball-Legende sorgt für Nazi-Skandal live im TV: Drastische Reaktion
Fußball-Legende sorgt für Nazi-Skandal live im TV: Drastische Reaktion
Favre gewinnt Schicksalsspiel - ist sein Trainerposten nun gesichert?
Favre gewinnt Schicksalsspiel - ist sein Trainerposten nun gesichert?

Kommentare