Bundestrainer

Flick: „Die Mannschaft war gierig, das Spiel zu gewinnen“

Hansi Flick
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Die Nationalmannschaft von Bundestrainer Hansi Flick gewann am Abend gegen Rumänien.

Hansi Flick lobt nach dem vierten Sieg im vierten Spiel unter seiner Regie die Mentalität seiner Mannschaft. In Nordmazedonien soll der nächste Schritt zur WM gemacht werden.

Hamburg - Fragen an Bundestrainer Hansi Flick in der Pressekonferenz nach dem 2:1 der Fußball-Nationalmannschaft gegen Rumänien in der WM-Qualifikation am Freitagabend in Hamburg.

Viertes Spiel, vierter Sieg - wie fällt Ihre Analyse aus?

Hansi Flick: Ich denke, es war ein verdienter Sieg, auch wenn es etwas schwerer war. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die sehr gut verteidigen kann und gute Fußballer hat. Beim Gegentor haben wir schon den einen oder anderen Fehler gemacht, was die Positionierung betrifft. Es war aber auch eine tolle Einzelleistung. Man muss der Mannschaft trotzdem ein Kompliment machen. Sie hat über 90 Minuten das Tempo sehr hoch gehalten. Sie war sehr gierig, dieses Spiel zu gewinnen. Mit einer tollen Mentalität hat sie auch die Zuschauer mitgenommen. So ein Spiel umzubiegen gehört auch dazu in der Entwicklung, die wir gerade haben.

Wie sehr haben Sie davon profitiert, dass Sie von der Bank nachlegen können wie etwa mit Thomas Müller als Joker zum 2:1?

Flick: An beiden Toren war schon Leon Goretzka stark beteiligt. Er war mitentscheidend für den 1:1-Ausgleich. Und beim 2:1 verlängert Leon wieder den Ball. Da war die Überzeugung von ihm, der Wille, die Mentalität, das Spiel umzubiegen. Da war er ein sehr großes Vorbild für uns. Ich freue mich auch für die Zuschauer, dass sie einen Sieg von uns gesehen haben.

Sie haben wahrscheinlich nirgendwo so einen Konkurrenzkampf wie auf der Zehner-Position. Diesmal durfte dort Marco Reus beginnen, Thomas Müller und Kai Havertz kamen rein. Wie sehen die Situation?

Flick: Wir haben nicht nur die Zehnerposition gut besetzt. Wir haben viele Positionen gut besetzt und können nachlegen. Die Qualität im Team ist sehr groß. Und die Einstellung ist auch top.

Es gab wieder - wie schon gegen Island - ein Standardtor, diesmal zum Siegtreffer. Hat sich der neue Spezialtrainer Mads Buttgereit jetzt schon bald eine Gehaltserhöhung verdient?

Flick: Wir haben uns natürlich etwas überlegt, warum wir ihn dazu genommen haben. Es freut mich, dass so ein wichtiges Standardtor für uns den Sieg gebracht hat. Wir trainieren das, auch wenn wir wenig Zeit haben. Ich glaube, da sind wir schon einen Tick weiter.

Rechts hinten haben Sie wieder Jonas Hofmann aufgestellt. Hat er die Nase jetzt erstmal vorne?

Flick: Jonas hat wieder gezeigt, dass er in der Offensive eine hohe Qualität hat, aber auch in der Defensive gewillt ist, mitzuarbeiten und seinen Mann zu stehen. Er hat es gut gemacht. Er muss ein hohes Pensum bringen auf der Außenverteidigerposition. Daran muss er sich gewöhnen. Ich bin im Großen und Ganzen mit allen sehr zufrieden.

Viele Flanken und Hereingaben haben nicht den Adressaten gefunden. Wie können Sie dieses Manko beheben?

Flick: Es war schon unser Manko, dass der letzte Pass und im letzten Drittel die Präzision gefehlt haben. Es geht auch darum, dass man in der Box eine gute Positionierung hat. Aber ich bin da guten Mutes. Vorne vielleicht nochmal den Kopf hochnehmen, bevor ich den Pass spiele. Und auch nochmal den Rückraum sehen. Das sind die Dinge, die wir noch besser machen müssen.

Sie fliegen schon am Sonntag wieder nach Nordmazedonien. Das ist die Mannschaft, die im Hinspiel in Duisburg mit 2:1 gewonnen hat. Werden Sie auf das Spiel nochmal eingehen? Oder sagen Sie, das war noch unter Joachim Löw, damit habe ich nichts zu tun?

Flick: Erst einmal werden wir dieses Spiel aufarbeiten. Und die Analyse von Nordmazedonien werden wir wie immer einen Tag vor dem Spiel gegen sie machen. Es ist der nächste wichtige Schritt Richtung Weltmeisterschaft in der Katar. Wir wollen uns schnell wie möglich qualifizieren. Im Moment haben wir sechs Punkte Vorsprung. Es geht darum, dass wir am Montag in Skopje genauso eine Mentalität an den Tag legen wie heute.

Timo Werner hat sich schwer getan im Angriff. Woran machen Sie das fest? Man hatte den Eindruck, dass dem Spiel ein klassischer Mittelstürmer gut getan hätte. Was sagen Sie dazu?

Flick: Gegenfrage, was ist ein klassischer Mittelstürmer? Timo ist durchaus in der Lage, auch wo es eng ist, die Räume zu öffnen. Er hat auch ein Näschen für Abpraller. Es war so, dass er nicht immer die Positionierung hatte, die es braucht. Man hatte das Gefühl, er war zu sehr mit dem, der den Ball auf Außen hatte, ob Serge (Gnabry) oder Leroy (Sané), auf einer Höhe. Ich möchte Timo mal herausheben: In Leipzig hat er in jedem Jahr mindestens 25 bis 30 Torbeteiligungen gehabt. Er ist schon ein Stürmer, der Tore schießen kann, der weiß, wie das gemacht wird. Er spielt bei Chelsea in einer Top-Mannschaft, die enorme Qualität in ihren Reihen hat. Er kriegt bei uns die Einsätze, die er braucht. Er kriegt die Rückendeckung, das ist für einen Stürmer einfach auch mit das Wichtigste. dpa

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