EM-Aus der Elftal

Frank de Boer nicht mehr Nationaltrainer der Niederlande

Frank de Boer
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Ist nicht mehr Bondscoach: Frank de Boer.

Der Schritt hatte sich abgezeichnet: Frank de Boer ist nicht mehr Nationaltrainer der Niederlande. „Wir haben die Zielsetzung nicht erreicht“, sagt der zurückgetretene Bondscoach.

Zeist - Nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei der Fußball-Europameisterschaft ist der niederländische Nationaltrainer Frank de Boer zurückgetreten, gab der KNVB nach einer gemeinsamen Analyse in der Verbandszentrale in Zeist bekannt.

De Boer hatte den Posten als Bondscoach erst im Herbst 2020 als Nachfolger des populären und erfolgreichen Ronald Koeman angetreten, der dank einer Ausstiegsklausel zum FC Barcelona gewechselt war. Ein Nachfolger für den 51 Jahre alten de Boer stand zunächst noch nicht fest.

Dieser Druck ist keine gesunde Situation

„Wir haben die Zielsetzung nicht erreicht, das ist klar“, wurde de Boer in der Mitteilung zitiert. Nach KNVB-Angaben war in dessen Vertrag das Minimalziel EM-Viertelfinale verankert worden. „Schon vor dem evaluierenden Gespräch heute habe ich für mich beschlossen, dass ich nicht weitermachen möchte“, sagte de Boer und betonte: „Als ich 2020 gefragt wurde, ob ich Bondscoach werden möchte, war das für mich eine große Ehre und Herausforderung. Aber ich war mir auch bewusst über den Druck, der von Anfang an auf meiner Person lasten würde.“

Dieser Druck nehme „nun noch zu“, erläuterte de Boer. „Und das ist keine gesunde Situation, weder für mich noch für die Mannschaft mit Blick auf so ein wichtiges Spiel für den niederländischen Fußball auf dem Weg zur WM-Qualifikation.“ Bis zur Fortsetzung der WM-Qualifikation am 1. September gegen Norwegen muss der KNVB nun einen Nachfolger präsentieren. Sportdirektor Nico-Jan Hoogma verwies darauf, dass nun „Schnelle geboten“ sei bei der Nachfolgersuche.

Minimalziel wurde erreicht

„Trotz allem Einsatz von Frank ist es uns nicht gelungen, unser Minimalziel Viertelfinale zu erreichen. Dann ist es klar, dass man die Situation evaluiert“, sagte der frühere Hamburger Bundesliga-Profi. „Wir hatten auf eine bessere EM gesetzt, das ist uns nicht gelungen. Die Wahl für Frank hat nicht so geklappt, wie wir uns das gehofft hatten.“ In die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar startete Oranje mit einer Niederlage in der Türkei und mit zwei Siegen gegen Lettland und Gibraltar.

Bei der EM war das Oranje-Team am Sonntag nach einer enttäuschenden Leistung im Achtelfinale mit 0:2 gegen Tschechien ausgeschieden. Danach hatte es heftige Kritik an de Boer gegeben. Schon vor dem Turnier war der Ex-Profi in die Kritik geraten, weil er anstatt des in den Niederlanden heiligen 4-3-3-Systems in einem 5-3-2-Format spielen ließ. Nach den drei Siegen in der Gruppenphase in Amsterdam gegen die Ukraine, Österreich und Nordmazedonien hatte die Kritik allerdings etwas nachgelassen. Die Elftal wähnte sich bei ihrem ersten großen Turnier seit 2014 auf einem guten Weg.

Das Aus gegen Tschechien in Budapest kam daher überraschend. Danach war de Boer nicht mehr zu halten. dpa

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