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Frankfurts Prioritäten vor West Ham - Glasner: „Stehe dazu“

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Bayer 04 Leverkusen - Eintracht Frankfurt
Frankfurts Spieler applaudieren mit den Fans nach der 2:0-Niederlage. © Federico Gambarini/dpa

Sie haben nicht wirklich abgeschenkt - aber offenkundig war die Begegnung in Leverkusen für Frankfurt nur ein Zwischenstopp vor dem wichtigsten Spiel seit vielen Jahren. Jetzt geht es ums Finale.

Leverkusen - Oliver Glasner versuchte sich aus der etwas unangenehmen Situation mit einem Witz zu retten. „Meine letzten Worte an die Spieler waren: Passt auf, dass ihr euch nicht weh tut. Und gratuliert Leverkusen nach dem Spiel“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt ironisch.

Nein, fügte er ernst an, natürlich dürfe man seinem Team nicht vorwerfen, dass die Bundesliga-Partie beim 0:2 (0:1) bei Bayer Leverkusen abgeschenkt wurde. Das war auch zu spüren. Doch in einem ziemlich unwichtigen Spiel vor einer extrem wichtigen Begegnung fehlte der Eintracht einfach die Spannung. Und auch das Personal auf dem Platz. Der Blick war offenkundig schon auf Donnerstag gerichtet: Dann geht es nach dem 2:1 in London gegen West Ham United um den Final-Einzug in der Europa League.

„Man hat an der Aufstellung gesehen, dass das Spiel am Donnerstag absolute Priorität hatte“, sagte Glasner. „Wir wollten die, die letzten Donnerstag gespielt haben und wohl diesen Donnerstag spielen, maximal 45 Minuten auf dem Platz lassen. Diese Rücksicht haben wir genommen. Das ist unüblich für die Bundesliga. Aber in der Bundesliga können wir keinen Startplatz für Europa mehr erreichen und am Donnerstag geht es um den ersten Final-Einzug nach über 40 Jahren. Deshalb war das richtig, und da stehe ich zu.“ Die Vorbereitung auf das Spiel sei dieselbe wie sonst gewesen, „außer dass wir bei der Anfahrt zwei Stunden in einer Vollsperrung gestanden haben“.

Knappste Niederlage seit sieben Jahren

Die Eintracht-Fans schienen mit dieser Priorisierung keine Probleme zu haben. Sie feierten ihr Team mit „Europapokal“-Gesängen. Und dabei dürfte wohl niemand daran gedacht haben, dass es kurioserweise die knappste Niederlage seit sieben Jahren beim Angstgegner war. „Man muss den Jungs ein großes Dankeschön entgegenbringen für ihr Verständnis“, sagte Mittelfeldspieler Timothy Chandler über die Anhänger. „Sie verstehen, dass es nicht immer so einfach ist, den Schalter umzulegen. Sie haben sich aber heute für Donnerstag warmgesungen.“

Wenn die Eintracht dann gegen West Ham spielt, werden sie große Sympathien aus der Liga verspüren. Nicht nur von Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky, der von 2015 bis 2018 für Frankfurt spielte. „Am Donnerstag bin ich wieder Eintracht-Fan“, sagte der Finne. „Ich hoffe, dass wir die Champions League klarmachen. Und dass wir uns dann dort nach ihrem Europa-League-Sieg sehen werden.“ Mittelfeldspieler Robert Andrich pflichtete bei: „Man kann verstehen, dass sie es heute so gemacht haben. Wir hoffen, dass sie es am Donnerstag ziehen werden.“

Champions-League-Quali vor Augen

Die Werkself hat derweil die Qualifikation für die Champions League dicht vor Augen. Im Falle eines Sieges am Samstag in Hoffenheim wären die verbliebenen Restzweifel schon am vorletzten Spieltag beseitigt, das Nervenspiel eines Finales gegen Freiburg zum Abschluss könnte sich Bayer ersparen. „Das war unser Ziel“, sagte Andrich. „Wir wollen es nächste Woche klarmachen.“

Und dann verabschiedete er sich von den Journalisten mit den Worten: „Ich werde in der Kabine erwartet als DJ.“ Das mache „DJ Rob“ wirklich gut, versicherte Kapitän Hradecky: „Der spielt gute Musik. Vor allem Ballermann-Musik. Das geht in meine Richtung. Besser als Gangster-Rap.“ Möglicherweise schon nächsten Samstag können sie in Leverkusen dann noch mehr Party-Musik auflegen. dpa

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