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Frankreich schmiedet Aktionsplan gegen Fangewalt in Stadien

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Dimitri Payet
Marseilles Dimitri Payet (M) verlässt verletzt das Spielfeld, nachdem er von einer vollen Wasserflasche getroffen wurde. © Laurent Cipriani/AP/dpa

Die französische Regierung möchte zusammen mit den Fußballverbänden kurzfristig einen Aktionsplan erarbeiten, um Fangewalt aus den Fußballstadien zu verbannen.

Paris - Es gehe darum, die Sicherheit der ganz überwiegend friedlichen Zuschauer, der Spieler sowie der Schiedsrichter zu gewährleisten, sagte Innenminister Gérald Darmanin in Paris im Anschluss an ein Krisentreffen. Damit der Stadionbesuch ein freudiges Ereignis für die große Zahl der Fußballfreunde auch im Kreis der Familie bleibe, müsse die Minderheit herausgezogen werden, die das Fußballspektakel versaue.

„Wir müssen jetzt einen Gang höher schalten und werden gemeinsam sehr schnell konkrete Maßnahmen vorschlagen, um die Sicherheit in den Stadien zu erhöhen“, sagte Darmanin. In zwei Wochen sollen Ergebnisse vorgestellt werden.

Flaschenwerfer verurteilt

Anlass des Treffens von Innenminister und Sportministerin mit Verbändevertretern und Vereinen war der Abbruch der Partie Lyon gegen Marseille am Sonntagabend. Dabei war der französische Nationalspieler Dimitri Payet durch den Wurf einer vollen Wasserflasche am Kopf getroffen worden. Ein Gericht in Lyon verurteilte einen als Werfer der Plastikflasche identifizierten 32-Jährigen am Dienstag zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, berichtete der Sender RMC Sport. Außerdem erhielt der Mann demnach ein fünfjähriges Stadionverbot.

Diskussionspunkte seien Stadionverbote, personalisierte Tickets, bessere Zugangskontrollen an den Stadien, eine Videoüberwachung, klare Abläufe und Zuständigkeiten beim Abbruch von Spielen und eine engere Einbindung der Vereine bei Sicherheitsfragen, sagte der Innenminister. Seit August häufen sich in Frankreich bei Spielen der ersten Liga Fälle von Fangewalt, teils stürmten Anhänger auch auf das Spielfeld und es gab Verletzte. Sanktionen für die beteiligten Vereine haben bislang noch keinen grundlegenden Wandel gebracht. dpa

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