Frankreich unter Druck - Lizarazu fordert Geduld

+
Bixente Lizarazu fordert Geduld für Laurent Blanc und die Franzosen

Paris - Der französische Fußball ist zur Lachnummer verkommen. Doch der Ex-Münchner Bixente Lizarazu springt dem schon in der Kritik stehenden Neu-Nationaltrainer Laurent Blanc zur Seite.

Alarmstufe Rot für die “Blauen“: Bereits im zweiten EM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Bosnien-Herzegowina geht es für Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft nach der peinlichen Auftakt- Schlappe daheim gegen Weißrussland fast um Alles oder Nichts. Riesengroß ist vor allem der Druck, der schon auf den neuen Trainer Laurent Blanc lastet. Der 44 Jahre alte Coach wirkt unterdessen immer unsicherer. “Wir müssen unbedingt punkten, aber es ist leicht, das zu sagen. Unser Team ist unerfahren“, sagte Blanc vor dem Duell bei Wolfsburgs Edin Dzeko und dem Hoffenheimer Stürmer Vedad Ibisevic.

Der nach dem WM-Fiasko von Südafrika wie ein “Messias“ begrüßte Blanc steht einen Monat nach dem Start im neuen Job bereits am Pranger. Medien und die Szene kritisieren seine Spielerauswahl - wie etwa Rolland Courbis: “(Arsenal-Profi Sebastien) Squillaci ist für mich der beste Innenverteidiger, er muss dabei sein“, forderte der Trainer und Journalist. Die Sportzeitung “L'Équipe“ schrieb, die Philosophie Blancs sei gegen die Weißrussen “an ihre Grenzen gestoßen“. Das Blatt “Le Telegramme“ warnt, die Schonfrist für Blanc “dürfte nicht lange anhalten“.

Grillfleisch, Bier und Rooney: Die besten Sprüche der Fußball-WM

Sttrec

Der frühere Bayern-Profi Bixente Lizarazu springt Blanc jedoch zur Seite: “Der Trainer braucht Zeit. Wir haben nicht mehr die Klasse und die Gewissheiten früherer Jahre. Das Licht am Ende des Tunnels kommt nicht so schnell“, warnt er. “Le Président“, wie Blanc genannt wird, ist auch vom Pech verfolgt. Gegen Bosnien muss er auf die Stürmer Saha, Loic Remy und Guillaume Hoarau verzichten, die sich alle gegen den 78. der FIFA-Weltrangliste Verletzungen zuzogen.

In Bosnien immer noch nicht dabei sind zudem die vier gesperrten WM-“Sünder“: FC-Bayern-Star Franck Ribéry, der drei Länderspiele zuschauen muss, Nicolas Anelka (18 Spiele gesperrt), Patrice Evra (5) und Jéremy Toulalan (1). “Enfant terrible“ Anelka kündigte ohnehin an, er habe seine internationale Karriere beendet. Wer soll da die Tordürre bei der “Équipe tricolore“ beenden? Der wieder einsatzfähige Karim Benzema? In den letzten sieben Spielen gab es insgesamt nur drei Tore und keinen Sieg. Die Fans sind skeptisch, der positive “Blanc-Effekt“ scheint verflogen.

Der Gegner vom Dienstag, nach einem 3:0-Sieg in Luxemburg Gruppen- Tabellenführer, will die Leiden und die Unsicherheiten der Franzosen gnadenlos ausnutzen. Auf die Partie freuen sich besonders die in Frankreich tätigen Bosnier. “Der ganze Druck lastet auf die, und wir haben keine Angst“, sagt das Mittelfeld-Jungtalent Miralem Pjanic (20) von Olympique Lyon.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Fußball heute live: Diese Spiele laufen im TV und im Live-Stream
Fußball heute live: Diese Spiele laufen im TV und im Live-Stream
"Warnende Tendenzen": Deutscher Nachwuchs bleibt im Fokus
"Warnende Tendenzen": Deutscher Nachwuchs bleibt im Fokus
S04-Kapitän mit überragenden Statistiken: Deswegen ist Omar Mascarell so wichtig
S04-Kapitän mit überragenden Statistiken: Deswegen ist Omar Mascarell so wichtig
HSV-Aufsichtsratschef Jansen will nicht Vorstandsboss werden
HSV-Aufsichtsratschef Jansen will nicht Vorstandsboss werden

Kommentare