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Oberdorf und Popp: Erstes Treffen verlief peinlich - DFB-Star musste sich ausweisen

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Von: Armin T. Linder

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Lena Oberdorf und Alexandra Popp kämpfen mit den DFB-Fußball-Frauen um den EM-Titel. Doch ihre erste Begegnung verlief kurios - heute können sie darüber lachen.

London - Die eine zählt zu den bekanntesten deutschen Fußballerinnen und ist Kapitänin der DFB-Damen. Die andere ist auch seit Jahren beim Nationalteam dabei, und einer der Shooting-Stars der Frauen-EM. Die Rede ist von Alexandra Popp (31) und Lena Oberdorf (20). Was sicher nicht alle Fans wussten: Ihre erste Begegnung verlief etwas holprig. Und für Oberdorf eher peinlich. Beide können heute darüber lachen.

Alexandra Popp und Lena Oberdorf.
Alexandra Popp (l., im Trikot von Lea Schüller) und Lena Oberdorf nach dem Sieg gegen Spanien. © Wunderl/Beautiful Sports/Imago

DFB-Star Popp musste sich vor Oberdorf mit Führerschein ausweisen

Oberdorf, die seit 2019 beim DFB-Team dabei ist, erinnerte sich kürzlich im Magazin „Elfen“ an das erste Aufeinandertreffen mit Popp. Das hatte sich einige Zeit zuvor bei einem Spiel des FC Silschede ergeben, wo ihre Schwester kickte. „Ich konnte es gar nicht glauben. Ich bin dann irgendwann zu ihr hingegangen und habe gefragt, ob sie wirklich die Alex Popp ist“, erzählte Oberdorf. „Aber ich habe es ihr so lange nicht abgekauft, bis sie ihren Führerschein hervorholte und ihn mir vors Gesicht hielt.“ Popp musste sich ausweisen, um zu beweisen, dass sie wirklich die Fußballerin ist!

Nachdem Oberdorf dann 2019 erstmals vom DFB eingeladen wurde, war ihr der erste Tag „ein bisschen unangenehm“ - als sie da Alexandra Popp gegenüber stand. Denn sie hoffte inständig, dass sich Popp nicht mehr an die Szene erinnern würde. Doch ihre heutige Mitspielerin in Wolfsburg und in der DFB-Auswahl legte ihr die Hand auf die Schulter: „Na, weißt du noch, damals?“

Frauen-EM: Oberdorf mit Top-Leistungen im DFB-Team

Bei der EM 2022 (zum Spielplan) schreibt Oberdorf lieber sportliche Schlagzeilen. „Ich glaube, alle haben gesehen, was Lena Oberdorf in diesen jungen Jahren heute gespielt hat - mit einer Reife und einer Intensität und einer Lust, Bälle zu erobern (...) und das auf ihre Mitspielerinnen zu übertragen. Das war klasse!“, schwärmte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Halbfinal-Einzug in Brentford.

Mit ihrem Bruder Tim, heute Profi bei Fortuna Düsseldorf, hat sich Lena Oberdorf einst bei Youtube oft den rustikalen spanischen Kapitän Sergio Ramos angeschaut. Was ihr auffiel: „Der hat sich immer gefeiert, wenn er eine Grätsche ausgepackt hat.“ Heute feiern die deutschen Fußballerinnen die 20 Jahre junge Mittelfeld-Abräumerin vom VfL Wolfsburg bei der Europameisterschaft. Auch beim 2:0 gegen Österreich am Donnerstagabend glänzte Oberdorf - und darf mit den DFB-Frauen weiter vom Finale am 31. Juli im Londoner Wembley-Stadion träumen.

Martina Voss-Tecklenburg und Lena Oberdorf
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (l.) hält viel von Lena Oberdorf - die zahlt das Vertrauen zurück. © Sebastian Gollnow/dpa

„Ich liebe es, wenn es physisch zur Sache geht, wenn es im Zweikampf auch mal knallt“, erklärte Oberdorf ihre Spielweise. Mit zwölf spielte die Defensivspezialistin schon in der U15-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes, mit 17 löste sie bei der WM 2019 in Frankreich Birgit Prinz als jüngste deutsche Nationalspielerin ab.

Frauen-EM: Oberdorf würde gerne FC-Bayern-Star Kimmich treffen

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg prophezeite Oberdorf eine „große Zukunft“ - was besonders die Verantwortlichen in Wolfsburg freut: Der VfL hatte einen Tag vor dem EM-Auftakt ihren Vertrag bis 2025 verlängert. Das Toptalent zieht es nicht ins Ausland, obwohl sie zum Beispiel in England sicher mehr verdienen könnte. „Das familiäre Verhältnis, das man in Wolfsburg hat, gibt einem unfassbar viel“, sagte sie.

Neben Ramos schaut sich die frühere Essenerin auch gerne etwas von einem weiteren spanischen Ex-Weltmeister ab: „Ich gucke sehr gerne Sergio Busquets zu, weil er sich immer extrem gut in den Räumen bewegt.“ Und sie hofft, Bayern-Star Joshua Kimmich persönlich kennenzulernen. „Ich glaube, ich würde mich gerne mit Kimmich austauschen, weil er auch so ein bisschen das verkörpert: diese Emotionen im Spiel, niemals aufgibt, in jeden Zweikampf nochmal reingeht, jeden Laufweg nochmal macht“, erklärte Oberdorf. „Ich glaube, dass unsere Spielideen ganz gut zusammenpassen.“

Frauen-EM: Team-Kollegin nennt Oberdorf „geile Maschine“

Gestählt ist „Obi“ aus dem langen Zusammenspiel mit Jungs im heimischen Ruhrgebiet, erst mit 16 wechselte sie in die Frauen-Bundesliga zur SGS Essen. Ein Jahr nach dem WM-Debüt mit 17 und mit dem Abitur in der Tasche wechselte sie 2020 zum Spitzenklub VfL Wolfsburg. Dessen sportlicher Leiter Ralf Kellermann kann sich kräftig dafür auf die Schulter klopfen, Oberdorfs Vertrag noch vor der EM bis 2025 verlängert zu haben.

Als „geile Maschine“, wie sie von Mitspielerin Lina Magull bezeichnet wurde, will sie sich mit den DFB-Frauen ins Endspiel kämpfen. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass der große Traum Wembley ist“, bekräftigte Oberdorf und hatte wie auf dem Platz schon den nächsten Schritt auf dem Schirm: „Wenn man zu einem großen Turnier anreist, will man es auch gewinnen.“ Wussten Sie, dass Giulia Gwinn mit einem Fußball-Torwart liiert ist? Der ist aktuell auf Vereinssuche. (lin/dpa/sid)

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