Kapitänin Popp ist der Star - eine ist erst 17

Frauen-Fußball-WM 2019: Das ist der Kader von Deutschland

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Der Kader von Deutschland bei der Fußball-WM der Frauen 2019.

Das ist der Kader von Deutschland bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich. Alle Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft.

München - Ein rotzfrecher TV-Spot sorgte für Furore - in diesem sagten die deutschen Fußball-Frauen, dass sie „keine Eier brauchen - sie haben Pferdeschwänze“. Außerdem spielen sie für eine Nation, die ihre Namen nicht kenne. Letzteres wollen wir ändern: Hier ist der deutsche Kader im Detail.

Frauen-Fußball-WM 2019 in Italien und San Marino: Die Stars im Kader

Alexandra Popp: Deutschlands Kapitänin und Torjägerin. Schon zweimal (2014 und 2016) war Popp Deutschlands Fußballerin des Jahres. Die Stürmerin feierte mit dem FCR Duisburg in ihrer Premierensaison in Deutschlands höchster Spielklasse, 2008/09, den Gewinn des UEFA Women's Cup (ab 2009/10 Champions League) sowie den Sieg im DFB-Pokal. In ihrer ersten Saison mit dem VfL Wolfsburg, 2012/13 schaffte sie gar das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Mittlerweile hat sie fünf Meisterschaften gesammelt und einen weiteren CL-Titel (2014).

Popp gab 2010 ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft und wurde im selben Jahr nicht nur U-20-Weltmeisterin, sondern bei dem Turnier auch Torschützenkönigin sowie zur besten Spielerin gewählt. Mittlerweile ist Popp mit 96 Länderspielen eine der erfahrendsten Akteurinnen. Sie gehört zu den neun Spielerinnen im Kader, die in Rio Olympiagold gewannen. Die Tierliebhaberin und ausgebildete Tierpflegerin teilt viele Hundefotos auf Instagram.

Dzsenifer Marozsan: Sie ist Deutschlands Spielmacherin. Was Popp in Deutschland geschafft hat, hat die gebürtige Rumänin Marozsan in Frankreich getan: Sie feierte mit Olympique Lyon Titel um Titel. Gleich viermal gewann sie mit den Franzosen die Champions League, zuletzt dreimal in Folge. Auch französische Meisterschaften und Pokalsiege (drei bzw. zwei) durfte sie mit Lyon feiern.

In der Nationalelf ist sie Popps Vorgängerin als Kapitänin und holte 2016 ebenfalls Olympiagold und 2013 den EM-Titel. 2012 wurde sie bei der U20-WM zur besten Spielerin gekürt. Doch auch dunkle Zeiten musste Marozsan überstehen: 2018 wurde eine beidseitige Lungenembolie bei ihr diagnostiziert - ausgelöst durch die Anti-Baby-Pille. Diese Erkrankung hat sie überstanden. Für Marozsan wäre das WM-Finale ein Heimspiel: Das findet nämlich in Lyon statt. 

Almuth Schult: Sie ist die legitime Nachfolgerin von Nadine „Natze“ Angerer, die klare Nummer 1 im deutschen Tor - so auch beim Olympiasieg 2016. Rechtzeitig zur WM meldete sie sich nach längeren Verletzungsproblemen an der Schulter fit - Schult wurde im Stile von Manuel Neuer verletzt nominiert. Sie ist zwar nicht Kapitänin, aber Wortführerin, und das auch gegen den DFB, wenn es sein muss. Nach einer Masern-Erkrankung im Winter kämpfte sie um ihr Leben und teilte anschließend gegen den Verband aus, weil dieser seinen großen Worten angeblich selten Taten folgen lasse.

Almuth Schult.

Mit dem VfL Wolfsburg sicherte sie 2014 das Double aus Meisterschaft und Champions League und wurde zusammen mit der US-Amerikanerin Hope Solo zur Welttorhüterin gewählt. Wie Popp sammelte Schult mit Wolfsburg viele Titel: Vier Meisterschaften und fünf Pokalsiege hat sie bereits auf dem Konto. In der eingleisigen Frauenfußball-Bundesliga (seit 1997/98) hält Schult zudem den Rekord für die meisten Spielminuten ohne Gegentreffer. Zwischen dem 4. Oktober 2014 und dem 15. März 2015 blieb sie 1051 Minuten ohne Gegentor. Bei Facebook kann man ihr hier folgen. Tatsächlich ist die 28-Jährige die einzige im Team ohne Instagram-Account.

Frauen-Fußball-WM 2019: Der Kader von Deutschland - Tor

Laura Benkarth: Die Keeperin vom FC Bayern (26) wurde 2016 ebenfalls Oympiasiegerin, blieb hinter Schult jedoch ohne Einsatz. Auch beim EM-Titel 2013 kam sie zu keinem Einsatz. 2018 erlitt sie einen Kreuzbandriss, als ihr Wechsel vom aus ihrer Geburtsstadt Freiburg nach München gerade feststand. 

Merle Frohms: Gebürtig aus Celle, spielt Frohms (24) nach sechs Jahren in Wolfsburg mittlerweile beim SC Freiburg. Frohms stand beim VfL stets im Schatten von Schult - nun ist sie beim SCF die Nummer eins. Titel sammelte sie dennoch beim VfL am Fließband - zweimal wurde sie CL-Siegerin, viermal Meisterin und fünfmal Pokalsiegerin.

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Next gameday ⚫️ #duisburg#scf#planB

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Frauen-Fußball-WM 2019: Der Kader von Deutschland - Abwehr

Lena Goeßling: Die große Konstante im DFB-Team. 105 Einsätze bei der 33-Jährigen sprechen für sich. Die Wolfsburgerin (gebürtig aus Bielefeld) ist dribbelstark und offensiv ausgerichtet, und das als Abwehrspielerin. Ihre Kolleginnen müssen ihre Vorstöße absichern - doch dann ist sie für Deutschland eine echte Waffe. Die CL holte sie zweimal, die Meisterschaft fünfmal, den Pokal sechsmal, dazu kommen der EM-Titel 2013 und der Olympiatitel 2016. Auch sie ist eine der Titelsammlerinnen vom VfL Wolfsburg. Auf Instagram zeigt sie sich auch schon mal im Bikini.

Leonie Maier: Die Außenbahnspielerin (26) wagt den großen Sprung nach England: Sie wechselt vom FC Bayern zum FC Arsenal. Sechs Jahre lang kickte sie für die Münchner. Auch Maier darf sich Europameisterin und Olympiasiegerin nennen. Auf Instagram zeigt sie sich mit ihrer Nichte und ihrem Freund.

Giulia Gwinn: Die 19-Jährige ist Maiers größte Konkurrentin auf der Außenbahn. Sie spielt beim SC Freiburg und ist bei Instagram sehr aktiv - dort teilt sie nicht nur Sportfotos. Im Sommer wechselt sie zum FC Bayern.

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☀️

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Carolin Simon: Sie gewann mit Marozsan kürzlich mit Olympique Lyon die Champions League. Die 26-Jährige wechselte 2018 aus Freiburg nach Frankreich. Gebürtig stammt Simon aus Kassel.

Johanna Elsig: Die gebürtige Dürerin spielt bei Turbine Potsdam. Die 26-Jährige steht bei 12 Länderspielen. 2011 gewann sie die Fritz-Walter-Medaille in Gold. Sie studiert Sportpsychologie und hat Ende Mai ihre Masterarbeit abgegeben. Thema: „Richtiges Coachen im Männer- und Frauenfußball – Gemeinsamkeiten und Unterschiede“.

Marina Hegering: Geboren in Bocholt, kickt die 29-Jährige aktuell in Essen. Wenn man ihrem Instagram-Profil Glauben schenken darf, ist sie begeisterte Radfahrerin. Sie gewann 2009 die Fritz-Walter-Medaille in Gold. Sie ist eine Spätstarterin im Nationaldress - doch zuletzt wurde sie zweimal zur „Spielerin des Spiels“ gekürt. "Ihre Lebensgeschichte ist etwas Besonderes. Ich glaube, dass sie mit ihrer Erfahrung ganz wichtig fürs Team werden kann. Sie kommt in einem Raum und ist sofort präsent", lobt Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Wegen einer Fersenverletzung war sie lange ausgefallen.

Sara Doorsoun: Auch sie ist Teil des Titelhamster-Teams aus Wolfsburg. Die 27-Jährige holte in ihrer ersten Saison nach ihrem Wechsel aus Essen dort Meisterschaft und Pokalsieg. In den sozialen Medien scheut sie sich nicht, ihren durchtrainierten Body zu zeigen. Geboren wurde sie in Köln.

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Frauen-Fußball-WM 2019: Der Kader von Deutschland - Mittelfeld/Sturm

Svenja Huth: Die Vize-Kapitänin kommt meist über rechts. die 28-Jährige spielte bis zur abgelaufenen Saison bei Turbine Potsdam, schließt sich aber nun ebenfalls dem VfL Wolfsburg an. Sie zählt zu den Europameistern von 2013 und den Olympiasiegern von 2016. Auch sie scheint eine große Tierfreundin zu sein, wie man auf Instagram sehen kann.

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Klara Bühl: Sie ist erst 18 und kommt auch aus der Talentschmiede vom SC Freiburg. Nach Lea Schüller (17) ist sie die jüngste im Team. Die Stürmerin hat mit erst zwei Länderspielen die wenigsten auf dem Buckel. Sie darf sich seit 2016 U-17-Europameisterin nennen.

Sara Däbritz: Die 24-Jährige spielt beim FC Bayern. Gebürtig aus Amberg, wechselte sie 2015 aus Freiburg nach München. Auch sie holte die letzten beiden großen Titel - Europameisterschaft 2013, Olympiatitel 2016. Die Mittelfeldspielerin Däbritz ist mit 60 Länderspielen eine der erfahreneren Spielerinnen. Sie wechselt im Sommer zu Paris Saint-Germain.

Linda Dallmann: Auch sie ist 24 Jahre alt. Gebürtig aus Dinslaken in NRW, spielt sie aktuell in Essen. 2014 holte sie mit dem DFB-Team den U-20-WM-Titel. Bei Instagram zeigt sie sich oft im Fitnessraum - und manchmal auch mit schickem Outfit.

Turid Knaak: Noch eine Spielerin der SGS Essen. Dort wurde sie auch geboren. Knaak studiert und arbeitet an ihrem Doktortitel. Danach möchte sie Lehrerin werden. Die Stürmerin (28) wechselte 2014 vom FC Arsenal zurück nach Deutschland. 

Melanie Leupolz: 58 Mal schon lief sie für Deutschland auf - und das mit erst 25 Jahren. Die Bayern-Spielerin (seit 2014) holte 2013 die EM und 2016 Olympiagold. Geboren ist sie in Wangen im Allgäu. Wie Däbritz will sie für das Team Verantwortung übernehmen.

Lina Magull: Die 24-Jährige kickt seit 2018 beim FC Bayern. Zuvor spielte sie in Freiburg und Wolfsburg. Die gebürtige Dortmunderin holte zweimal mit den Wölfen die Meisterschaft. Trotz der Nähe zu Dortmund ist sie seit klein auf Bayern-Fan.

Lena Sophie Oberdorf: Mit 17 Jahren ist sie das Küken der Truppe. Sie geht in die elfte Klasse und kickte bis vor kurzem noch bei ihren Schulfreunden bei der TSG Sprockhövel. Sie hat für ihre Leistungsfächer Englisch und Sport sicherheitshalber Schulstoff eingepackt. "Ich muss alles nacharbeiten und schreibe auch die Klausuren nach“, so Oberdorf.

Lea Schüller: Sie debütierte bereits mit 16 und gilt als der Shootingstar im Team. Aufgewachsen in Krefeld, kam sie schnell in Essen unter. Fußballerisch orientiert sie sich an Dortmunds Marco Reus. Torhüterin Almuth Schult sagt über sie: "Wir können uns auf das freuen, was noch kommt. Auf dem Platz ist sie rotzfrech." Die heute 21-Jährige wird hinter Popp wohl die Joker-Rolle im Sturm annehmen.  „Alex Popp ist eine super Spielerin, erfahren und Kapitänin. Die Rolle als Joker nehme ich gerne an“, sagte Schüller WZ.de.

Verena Schweers: Die 30-Jährige aus Ettenheim nahe Freiburg spielt beim FC Bayern. Zwei CL-Titel sammelte sie zuvor mit Wolfsburg. Verheiratet ist sie mit dem Sales Sponsoring Managager des FCB, Christian Schweers. Vielleicht kennen sie manche noch unter ihrem Mädchennamen Faißt. Sie steht bei 44 Länderspielen. 

Frauen-Fußball-WM 2019: Der Kader von Deutschland: Trainerin Martina Voss-Tecklenburg

Als Aktive spielte sie vor allem bei Duisburger Teams. Die 51-Jährige kommt auf 125 Nationalspiele und holte mit dem DFB-Team die Vize-WM 1995 und vier EM-Titel (1989, 1991, 1995 und 1997). Sechmal wurde sie deutsche Meisterin, viermal Pokalsiegerin. Wegen eines Streits mit ihrer damaligen Lebensgefährtin Inka Grings ging ihre Nationalelfkarriere abrupt zu Ende.

Martina Voss-Tecklenburg.

Als Trainerin arbeitete sie in Duisburg und Jena, bevor sie die Schweizer Nationalelf betreute. Sie führte die Eidgenossen erstmals zu einer WM. 2018 folte sie Horst Hrubesch auf dem Trainerstuhl der Nationalelf. Sie ist Aufsichtsratmitglied bei Fortuna Düsseldorf und war von 2007 bis 2012 Chefredakteurin der Frauenfußball-Illustrierten FF-Magazin. 2019 wurde sie in die deutsche Hall of Fame aufgenommen.

Frauen-Fußball-WM 2019: Der deutsche Kader im Überblick

Position/Trikotnr.

Name

Geburtstag

Verein

Länderspiele

Tore

Torwart

12

Laura Benkarth

14.10.1992

Bayern München

8

0

21

Merle Frohms

28.01.1995

SC Freiburg

4

0

1

Almuth Schult

09.02.1991

VfL Wolfsburg

59

0

Abwehr

23

Sara Doorsoun

17.11.1991

VfL Wolfsburg

25

0

14

Johanna Elsig

01.11.1992

1. FFC Turbine Potsdam

12

0

8

Lena Goeßling

08.03.1986

VfL Wolfsburg

105

10

15

Giulia Gwinn

02.07.1999

SC Freiburg

8

1

5

Marina Hegering

17.04.1990

SGS Essen

3

0

3

Kathrin Hendrich

06.04.1992

Bayern München

29

4

4

Leonie Maier

29.09.1992

Bayern München

69

10

2

Carolin Simon

24.11.1992

Olympique Lyon

16

3

Mittelfeld/Sturm

19

Klara Bühl

07.12.2000

SC Freiburg

2

0

13

Sara Däbritz

15.02.1995

Bayern München

60

10

16

Linda Dallmann

02.09.1994

SGS Essen

21

5

9

Svenja Huth

25.01.1991

1. FFC Turbine Potsdam

44

7

22

Turid Knaak

24.01.1991

SGS Essen

8

1

18

Melanie Leupolz

14.04.1994

Bayern München

58

8

20

Lina Magull

15.08.1994

Bayern München

31

7

10

Dzsenifer Marozsán

18.04.1992

Olympique Lyon

90

32

6

Lena Sophie Oberdorf

19.12.2001

SGS Essen

3

0

11

Alexandra Popp

06.04.1991

VfL Wolfsburg

96

46

7

Lea Schüller

12.11.1997

SGS Essen

13

8

17

Verena Schweers

22.05.1989

Bayern München

44

3

Fußball-WM der Frauen 2019: Hier finden Sie alle Informationen zur Übertragung live im TV und Live-Stream. Wir bieten einen Spielplan und Sendeplan.

Update vom 8. Juni 2019: Zum Auftakt gab es für die DFB-Damen einen knappen Sieg bei der Fußball-WM der Frauen. Hier finden Sie die Stimmen zum Spiel Deutschland gegen China, bei dem das DFB-Team mit 1:0 die Oberhand behielt.

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