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Der zähe Kampf der Fußball-Frauen: Was Rummenigge der Bundesliga rät

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Von: Hanna Raif

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Giulia Gwinn (r) vom FC Bayern München
Giulia Gwinn (r) vom FC Bayern München. © Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

Mit dem Wechsel einer Fußball-Europameisterin zum FC Bayern erhofft man sich einen Boom im Frauenfußball. Doch Rummenigge kritisiert bestehende Strukturen und fehlende Finanzen.

München - Die Verpflichtung glich einer Kampfansage. Der Wechsel von Fußball-Europameisterin Georgia Stanway von ManCity zum FC Bayern wurde zum Symbol eines Booms, von dem man sich in der Frauen-Bundesliga endlich Nachhaltigkeit erhofft. Nur: wie?

Frauenfußball in Deutschland: Rummenigge mit Seitenhieb gegen den DFB

„Man braucht nur einen Blick auf die Insel zu werfen. Dort wird bereits getan, was mir vorschwebt“, sagt Karl-Heinz Rummenigge zur tz. Der ehemalige Bayern-Boss hat die Debatte um verkrustete Strukturen und fehlende Finanzen im Frauenfußball befeuert und den „Machosport“ Männer-Fußball in die Pflicht genommen. Mit Blick auf die DFL-Gründung im Jahr 2000 sagt Rummenigge, der zuletzt Bayern-Trainer Nagelsmann kritisierte: „Damals hat sich der Männerfußball nachhaltig entwickelt.“ Und rät den Frauen, sich „analog dazu ein Stück weit zu verselbstständigen - schließlich sind Verbände immer sehr langsam“. Ein Seitenhieb in Richtung DFB, unter dessen Dach die Bundesliga mit ihren zwölf Teams organisiert ist.

Ex-Weltmeisterin Simone Laudehr (36) nimmt auch die Politik in die Pflicht. „Die kleineren Vereine“, sagt sie, „werden im Stich gelassen“, es fehlt an Trainern, Finanzen und Strukturen, den Nachwuchs nachhaltig zu fördern. Zudem kommt ihr die Debatte viel zu spät: „Wir haben es vollkommen verpasst, den Boom in den goldenen Jahren von Silvia Neid zu nutzen.“

Ex-Weltmeisterin Laudher schimpft über Verhältnisse im Frauenfußball

Laudehr hat neben ihrer Karriere studiert, „wo sind wir denn? Wer schafft das denn?“, schimpft sie. Von „Equal Pay“ will niemand reden, ein Mindestlohn aber wäre ein Anfang. Zu realisieren laut Rummenigge nur, „wenn die Frauen eine Art DFL gründen“. Anders als im Jugendbereich der Herren („stagniert ja schon fast“) sieht er „im Mädchen- und Frauenfußball eine Chance, die ja auch in unsere heutige Zeit hineinpasst“.

Rummenigge sieht: „Es wird viel erzählt beim DFB, aber relativ wenig getan.“ Dabei würden die richtigen Strukturen deutlich mehr Finanzmittel rekrutieren. „Sponsoren, Übertragungsrechte - das würde besser verteilt werden. Dann wiederum könnte in Marketing, Spielerinnen und Gehälter investiert werden“, sagt Laudehr. All das ist laut Rummenigge auch nötig, um international den Anschluss nicht zu verlieren. Passiert nichts, „sage ich, dass das Leben für die deutschen Mannschaften nicht leichter wird“. (hlr)

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