Kritik am Profifußball

Freiburgs Lienhart zu Ablösen und Gehälter: «Das ist absurd»

Philipp Lienhart
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Kann die hohen Ablösen und Gehälter im Profifußball nicht nachvollziehen: Freiburg-Profi Philipp Lienhart.

Freiburg (dpa) - Abwehrspieler Philipp Lienhart vom Bundesligisten SC Freiburg sieht die teils horrenden Ablösesummen und Gehälter im Profifußball kritisch.

«Ganz ehrlich: Das ist absurd. In Europa wechselt ein Spieler für 200 Millionen Euro den Club, auf der anderen Seite der Erde verhungern täglich Menschen. Das ist niemandem mehr zu vermitteln - gerade nicht den Fans», sagte der 24-Jährige im Interview bei «t-online». Er wisse, dass er Teil dieses Systems sei und davon profitiere. «Ich habe auch schon unnötig Geld ausgegeben», erklärte der Österreicher.

«Aber rückblickend bin ich froh, dass ich noch während meiner Internatszeit eine ganz normale Lehre als Bürokaufmann begonnen habe», sagte Lienhart, der von 2014 bis 2018 bei Real Madrid unter Vertrag stand. «So weiß ich auch, wie es ist, für 500 Euro im Monat zu arbeiten. Ich denke, es ist nicht gut, wenn junge Spieler sofort Millionenverträge bekommen.» Es bestehe die Gefahr, den Bezug zur Realität zu verlieren und einen schlechten Umgang mit Geld zu entwickeln. «Und man kann auch sportlich den Fokus verlieren, weil man denkt, schon viel erreicht zu haben. Daher halte ich es für gefährlich, zu schnell zu viel Geld zu bekommen.»

© dpa-infocom, dpa:210205-99-314015/3

Kader SC Freiburg

Lienhart-Interview bei t-online

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