Köln-Trainer liefert Unfassbar-Moment

Friedhelm Funkel: Skandal-Interview! „Den einen oder anderen Ausdruck darf man ja jetzt nicht mehr sagen“

Friedhelm Funkel wollte seinen Lapsus weglächeln. Doch im Internet kommt der FC-Trainer gar nicht gut weg.
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Friedhelm Funkel wollte seinen Lapsus weglächeln. Doch im Internet kommt der FC-Trainer gar nicht gut weg.

Friedhelm Funkel hat mit einer Aussage nach dem Bundesliga-Spiel in Leverkusen für Wirbel gesorgt. Dem FC-Coach wird Rassismus vorgeworfen. Er erklärt sich.

Leverkusen/München - Friedhelm Funkel ist zurück - doch seine Rückkehr läuft völlig anders, als er sich das erhofft hat. Der 67-Jährige verlor nicht nur sein Debüt-Match mit dem 1. FC Köln mit 0:3 bei Bayer 04 Leverkusen, sondern steht nun selbst auch noch wegen sehr zweifelhafter Aussagen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Im Interview mit Sky analysierte Trainer-Urgestein Funkel wie gewohnt die Bundesliga-Partie. Er wollte auf die außerordentliche Geschwindigkeit der Leverkusener Flügelspieler Leon Bailey und Moussa Diaby hinweisen. Anstatt die beiden jedoch beim Namen zu nennen, druckste Funkel herum, sagte konkret:

„Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre, ihre – ja, den einen oder anderen Ausdruck darf man ja jetzt nicht mehr sagen – durch ihre Spieler, die halt so schnell sind.“

Shitstorm in den sozialen Medien: „Schämt euch, Klub und Coach“

Was genau Funkel versucht hat, zu sagen, kann nur vermutet werden, doch der Schluss liegt nahe, dass er die Hautfarbe von Bailey und Diaby im Sinn hatte. Sofort nach dem Spiel liefen die sozialen Netzwerke heiß, der Ausschnitt des Interviews wurde vielfach geteilt. Auch Rücktrittsforderungen wurden geäußert.

„Er hätte einfach sagen können: ‚Mit ihren schnellen Flügelspielern‘. Punkt. Dass er da dann sofort die Hautfarbe in den Vordergrund stellt sagt einiges über sein Mindset aus“, kommentiert ein User bei Twitter.

Auch das Lächeln von Funkel - und dem Interviewer Ecki Heuser - war Thema: „Dass sie es bei Sky noch lustig finden, wenn es Hinweise auf rassistische Äußerungen gibt“, schreibt ein Nutzer.

„Ein Jahr lang geht die Sportwelt auf die Knie für #BlackLivesMatter unzählige Kampagnen. Dann beschwert sich ein alter, grauer Mann, dass er nicht mehr offen rassistisch sein darf. Und der 1. FC Köln bagatellisiert es. Schämt euch, Klub und Coach“, meint ein anderer.

Rassismus-Eklat um Friedhelm Funkel - „Da kann man ein Auge zudrücken“

Dass Funkel die Aussage nicht explizit getätigt hat, sondern sich zurückhielt, will andere Nutzer Milde walten lassen: „Ist erstmal schlimm. Aber es ist schwierig den Wortschatz komplett zu ändern, und dadurch, dass er die Beleidigung nicht gesagt hat, sondern sie ihm vorher bewusst geworden ist, kann man da ein Auge zudrücken“, schreibt ein weiterer User.

Ein anderer Nutzer kontert jedoch: „Der Hinweis darauf suggeriert ähnlich, dass er es gerne sagen würde.“

1. FC Köln reagiert mit Statement von Funkel

Der Verein reagierte bereits auf den Eklat und veröffentlichte eine Aussage von Funkel: „In dem Interview bezog ich mich einzig auf die enorme Schnelligkeit von Leverkusens Spielern, nichts anderes war gemeint, nichts anderes wollte ich damit sagen.“

Einigen Anhängern ging dies jedoch nicht weit genug. „Unwürdig für den Verein und die Stadt. Da erwarte ich eine Entschuldigung und eine Klarstellung. Jeder weiß, was er sagen wollte und sich nicht getraut hat. Als Mitglied schäme ich mich für so ein Statement und dem Versuch es zu verleugnen!“, kommentierte ein User.

Funkel erklärt sich in längerem Statement

„Jeder, der mich kennt, weiß, wie ich bin“, erklärte Funkel bei WDR 2: „Und wenn der ein oder andere, der mich nicht kennt, das missverstanden hat, tut mir das wirklich leid. Ich habe mit so vielen Spielern aus afrikanischen Ländern zusammengearbeitet und habe nie ein Problem mit denen gehabt. Im Gegenteil. Die haben mich alle Papa genannt. Und das spricht doch für sich.“

Funkel weiter über seine Aussage: „Ich weiß selbst nicht mehr, was ich genau sagen wollte. Aber ich kann nicht verstehen, dass ich dadurch einen Menschen verletzte, wirklich nicht. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Menschen verletzt. Weder verbal, noch indem ich ihn attackiert habe. Und das werde ich auch niemals machen. Dafür habe ich zu viel Respekt vor allen Menschen auf der Welt.“

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