Der Winzer vom Kaiserstuhl

DFB-Präsident Fritz Keller: Seine Karriere und Stationen

Friedrich Walter "Fritz" Keller sitzt in seinem Restaurant "Rebstock"
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Keller ist seit dem 27. September 2019 der 13. Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

Fritz Keller ist ein Mann vieler Talente: In seiner badischen Heimat betreibt er ein Luxusrestaurant und ein Weingut. Zudem führte er jahrelang als Vorstandsmitglied und Präsident die Geschicke des SC Freiburg, ehe er 2019 zum neuen DFB-Präsidenten gewählt wurde.

  • Fritz Keller wurde 1957 in Freiburg im Breisgau geboren.
  • Seine Familie betreibt in dritter Generation das Weingut Franz Keller.
  • Seit September 2019 ist Fritz Keller DFB-Präsident.

Freiburg – Als Fritz Keller am 27. September 2019 einstimmig zum neuen DFB-Präsidenten gewählt wurde, fand er sich plötzlich im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit wieder. Zuvor hatte er jahrelang die Geschicke des SC Freiburg geleitet, der als einer der sympathischsten und bodenständigsten Vereine der Bundesliga gilt.

Fritz Keller: Seine Karriere

Fritz Keller wurde 1957 in Freiburg geboren. Die Liebe zum Fußball wurde dem späteren DFB-Präsidenten in die Wiege gelegt, denn Taufpate war niemand geringerer als die Kaiserslauterner Legende Fritz Walter. Er absolvierte eine Ausbildung zum Winzer-, Küfer- und Kellermeister und arbeitete im Weingut Franz Keller der Familie, dessen Leitung er 1990 übernahm.

Darüber hinaus arbeitete er seit 1994 als Marketingverstand beim SC Freiburg und übernahm 2010 den Posten als Erster Vorsitzender. Zu seinen Verdiensten gehören die solide Führung des Vereins und die erstklassige Jugendförderung. 2014 wurde Fritz Keller nach einer Satzungsänderung Präsident. Als neu gewählter DFB-Präsident musste er 2019 von diesem Amt zurücktreten.

Keller ist verheiratet und hat mit seiner Frau Bettina drei erwachsene Söhne.

Fritz Keller: Weingut und Gastronomie

Vor seiner Karriere als Fußballfunktionär beschäftigte sich der heutige DFB-Präsident Fritz Keller vor allem mit leiblichen Genüssen: Seine Familie betreibt bereits in dritter Generation das Weingut Franz Keller in Oberbergen in der badischen Region Kaiserstuhl. Das Weingut wurde bereit mehrfach ausgezeichnet: So wurde Fritz Keller gemeinsam mit seinem Sohn Friedrich Keller 2019 vom Weinführer Gault&Millau zum „Winzer des Jahres“ gekürt.

Daneben ist er in der Gastronomie und als Hotelier tätig. Zum Weingut gehören das Hotel Schwarzer Adler und das gleichnamige Restaurant. Die badisch-französische Kochkunst wurde bis 2019 über 50 Jahre mit einem Michelin-Stern gekrönt. Die Gastronomie des Weingutes umfasst außerdem das Winzerhaus Rebstock mit bodenständiger badisch-elsässischer Küche und die Kellerwirtschaft.

Fritz Keller: Vom SC Freiburg zum DFB-Präsidenten

Fritz Keller gehörte ab 1994 dem Vorstand des SC Freiburg an. Dort leitete er zunächst den Bereich Marketing, ehe er zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Nach eigenen Angaben hatte er bereits den Ruhestand geplant, als ihn im Sommer 2019 ein Anruf erreichte. DFB-Präsident Reinhard Grindel war nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten, das wichtigste Amt im deutschen Fußball war plötzlich vakant. Der bodenständige Keller aus Baden schien der geeignete Kandidat zu sein. Er sollte den lädierten Ruf des DFB wieder aufbessern und ihm seine Glaubwürdigkeit zurückgeben. Bei der Wahl stimmten alle 257 Delegierten für ihn.

Fritz Keller: Aufgaben als DFB-Präsident

Als DFB-Präsident sieht sich der Winzer und Hotelier ganz neuen Aufgaben gegenüber, darunter:

  • die strukturelle Weiterentwicklung des Verbandes
  • die sportliche Förderung der Nationalmannschaft
  • Schaffung bester Rahmenbedingungen für den Lizenz- und Amateurfußball
  • effiziente Nachwuchsförderung
  • Förderung des Damenfußballs
  • Stärkung des Ehrenamts

Fritz Keller selbst legt dabei viel Wert auf Nachhaltigkeit, Integration, Inklusion und Vielfalt. Er kritisierte im Dezember 2019 die Vergabe der Fußball-WM ins arabische Emirat Katar, das aufgrund seines Umgangs mit Menschenrechten und den Zuständen an den Baustellen für die WM-Stadien umstritten ist.

Doch auch der neue DFB-Präsident fand sich schon bald der Kritik ausgesetzt: Hatte er bei Amtsantritt noch versprochen, nicht in die Führungsgremien von UEFA und FIFA einzutreten, legte er Anfang 2020 eine Kehrtwende hin und wollte doch ins Council of FIFA eintreten. Nach heftiger Kritik verzichtete er jedoch auf die Kandidatur.

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