tz-Interview mit Daniel Baier

"Für 1860 ist das kein Hype-Derby"

+
Ex-Löwe im Blickpunkt: Daniel Baier freut sich auf das Bayern-Derby

Ausgburg/München - Wiedersehen in der Höhle der Löwen! Am Freitag (18 Uhr, Allianz-Arena) trifft Daniel Baier zum ersten Mal seit seinem Weggang auf seinen Ex-Klub, den TSV 1860.

Zur Einstimmung auf das Derby hat die tz mit dem 24-Jährigen über nervige Kritik und seine Erinnerungen an die 0:3-Klatsche am 16.3.2007 gegen den FC Augsburg gesprochen.

Bertolt Brecht hat angeblich mal gesagt, dass das Schönste an Augsburg der Zug nach München sei. Ist das für Sie nachvollziehbar?

Baier:Also mir gefällt es in Augsburg. Aber wir brauchen nicht drumherum reden: München ist für mich die schönste Stadt.

Haben Sie sich in Augsburg schon zurechtgefunden?

Baier:Die Mannschaft und das Umfeld in Augsburg haben es mir leicht gemacht. Ich habe mich gut eingelebt und schnell ein Haus gefunden.

Wie wichtig ist die Position in Ihrem Spiel: lieber außen oder zentral?

Baier:Ich spiele auf der rechten Position und soll in der Rückwärtsbewegung nach innen rücken. In der Offensive haben wir eh alle Freiheiten.

Also keine Fehlinterpretation, sondern so gedacht?

Baier:Ich verstehe die Kritiken nicht, dass ich immer in die Mitte ziehe. Der Trainer verlangt das so. Langsam finde ich es lustig, dass jede Woche zu lesen: ‚Zieht in die Mitte rein und macht das Spiel da eng’. Jede Woche lese ich das. Das ist meine ganz normale Position.

In Wolfsburg waren Sie sogar mal Außenverteidiger. Warum konnten Sie sich beim VfL nicht durchsetzen?

Baier:Das kann man so und so sehen: Ich komme aus der 2. Liga und spiele bei einem UEFA-Cup-Teilnehmer. Ich bin auf 15 Einsätze gekommen. Oder man sagt: Er hat die halbe Zeit nicht gespielt.

Wie sehen Sie das?

Baier:Nur da und da mal spielen: Das war mir zu wenig. Deswegen habe ich mich ausleihen lassen, um ein Jahr lang mehr zu spielen – so wie momentan. Das macht mir Spaß und bringt mich weiter.

Bei Uwe Möhrle war das in Wolfsburg ähnlich. Jetzt ist er in Augsburg geblieben. Sie auch?

Baier:Es ist so gedacht, dass ich wieder zurückgehe. Aber man wird sich zusammensetzen und das klären.

Gab oder gibt es die Option, zum TSV 1860 zurückzukehren?

Baier:Da gab es keine Überlegungen. Ich habe 1860 verlassen, weil ich mich in Wolfsburg in der Ersten Liga weiterentwickeln konnte. Das war mein Wunsch. Ich bin mit 1860 nicht im Clinch aus­einandergegangen.

Wie erinnern Sie sich an das erste 0:3 mit dem TSV 1860 gegen den FCA?

Baier: Ganz ehrlich. Für die 60er ist das kein Hype-Derby. Das bekommt man da nicht so mit. Es ist nicht so wie in Augsburg, dass es schon Wochen vorher nur noch um dieses Spiel geht. Für die ist das ein ganz normales Spiel, für Augsburg ist es das Spiel des Jahres.

Was ist es für Sie: Hype-Derby oder ganz normales Spiel?

Baier:Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es sei ein ganz normales Spiel. Bei 60 bin ich groß geworden. Ich habe dem Verein alles zu verdanken. Das vergisst man auch nicht. Aber das Highlight meines Lebens ist dieses Auswärtsspiel auch nicht. Ich muss jetzt nicht alle dazu einladen.

Haben Sie Angst vor Pfiffen oder sonstigen Anfeindungen?

Baier:Das gehört dazu. Das ist im Fußball normal, gerade bei 60. Die Fans sehen wahrscheinlich nur den Wechsel nach Wolfsburg und zurück nach Augsburg. Viele sehen aber nicht, dass es nichts mit 60 zu tun hatte.

Interview: Tobias Kimmel

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Amazon sichert sich TV-Rechte für die Champions League! Fans könnten am Ende draufzahlen
Amazon sichert sich TV-Rechte für die Champions League! Fans könnten am Ende draufzahlen
Esther Sedlaczek lüftet Geheimnis: Sky-Moderatorin verrät, was sie bei der Arbeit drunter trägt
Esther Sedlaczek lüftet Geheimnis: Sky-Moderatorin verrät, was sie bei der Arbeit drunter trägt
Bundesliga-Legende verstorben - ein mysteriöser Brief verbindet sie mit Gerd Müller
Bundesliga-Legende verstorben - ein mysteriöser Brief verbindet sie mit Gerd Müller
Intensivstation und Blitz-OP nach Sturz: BVB-Star Witsel feierte vorher mit der Mannschaft
Intensivstation und Blitz-OP nach Sturz: BVB-Star Witsel feierte vorher mit der Mannschaft

Kommentare