Co-Trainer Gerland ist sich sicher

Kimmich als Lahm-Nachfolger? "Müssen uns keine Sorgen machen"

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Herrmann Gerland sieht in Joshua Kimmich einen möglichen Nachfolger von Philipp Lahm.

München - Joshua Kimmich könnte beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft Philipp Lahm beerben. Herrmann Gerland ist sich sicher: Er packt das.

Im Pariser Prinzenpark wurden plötzlich Erinnerungen wach. 90 Minuten lang marschierte ein Rechtsverteidiger im DFB-Dress auf dem Flügel hoch und runter, ließ hinten nichts anbrennen und sorgte vorne mit seinen Flanken immer wieder für Gefahr. Auf so einen Auftritt hatte man seit Philipp Lahms Rücktritt vor zwei Jahren vergeblich gewartet – Joshua Kimmich lieferte ihn gleich bei seinem EM-Debüt ab.

Knapp zwölf Kilometer spulte er ab, brachte 87 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler und schlug mit neun Flanken die meisten aller Akteure auf dem Feld. „Er hat ein super Spiel gemacht“, meinte Mesut Özil, während Jogi Löw die „Zweikampfstärke und die guten Flanken“ des Newcomers vom FC Bayern lobte. Mats Hummels prophezeite seinem künftigen Klubkollegen nach dessen zweitem Länderspiel eine „große Zukunft“ und ganz Fußball-Deutschland hofft,auf der Rechtsverteidiger-Position endlich einen würdigen Nachfolger des WM-Kapitäns gefunden zu haben. Wird Kimmich der neue Lahm?

„Ja“, sagt Hermann Gerland der tz. Der Co-Trainer und Talentförderer des FC Bayern sieht in ihm sogar mehr als nur den Nationalelf-Nachfolger von Lahm und erteilt Kimmich den Ritterschlag: „Wenn Philipp in zwei Jahren auch beim FC Bayern aufhören sollte, müssen wir uns keine Sorgen auf seiner Position machen. Dann wird Joshua der neue Rechtsverteidiger beim FC Bayern. Aber das entscheidet natürlich Carlo Ancelotti.“ Doch Gerland weiß, wovon er spricht. Lange Jahre hat er die Amateure des Rekordmeisters gecoacht, viele Talente hervorgebracht und sich einen exzellenten Ruf in der Nachwuchsarbeit verschafft. Auch den jungen Philipp Lahm hatte er unter seinen Fittichen.

Vom Kapitän des FCB schwärmt er auch heute noch in den größten Tönen. „Philipp war mit 17 Jahren schon perfekt. Nur den wollte keiner haben. Den habe ich angeboten wie Sauerbier“, verriet Gerland mal. Bis auch andere Fußball-Lehrer Lahms Klasse erkannten, dauerte es allerdings. Der Durchbruch beim Rekordmeister gelang dem spielstarken Verteidiger 2005 mit 22 Jahren. Zuvor war Lahm zwei Jahre an den VfB Stuttgart ausgeliehen und reifte dort zum Bundesliga-Profi. Kimmich ist jetzt 21 – wie sehr ähnelt er dem jungen Lahm? „Es ist immer schwierig, zwei Spieler zu vergleichen“, meint Gerland und will nicht, dass Kimmich damit unter Druck gesetzt wird. „Ihr dürft nicht vergessen, dass Philipp der beste Rechtsverteidiger der Welt ist. Wie soll der Joshua in seinem Alter denn schon so weit sein?“, entgegnet Gerland der tz in seiner knurrig charmanten Art.

„Bis er dahin kommt, dauert das noch ein bisschen“, betont Gerland zwar, gerät bei der Charakterisierung Kimmichs aber trotzdem ins Schwärmen: „Er ist ein sehr guter Junge. Ein kompletter Profi, der immer alles gibt, auf jeden Einsatz brennt und variabel einsetzbar ist.“

Attribute, die nicht nur bestens in Löws Anforderungsprofil passen, sondern auch Philipp Lahm in seinen jungen Jahren schon kennzeichneten…

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