Erste Bilanz

Tops und Flops: So schlagen sich die FCB-Stars bei der EM

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V.l.: Manuel Neuer, Jerome Boateng und Thomas Müller.

München - In wenigen Tagen beginnt die K.O.-Runde der EM 2016 in Frankreich. Zeit, die bisherigen Leistungen der Bayern-Stars zu analysieren. Wer konnte in den ersten Gruppenspielen überzeugen und bei wem ist noch Luft nach oben?

So langsam kommt die Europameisterschaft 2016 in Frankreich in die heiße Phase. Am dritten und letzten Spieltag der Gruppenphase kämpfen einige Mannschaften noch um den Einzug in die K.O.-Runde des Turniers. Und bereits am kommenden Samstag finden die ersten Achtelfinalpartien statt. Zeit, die bisherigen Leistungen der EM-Stars genauer unter die Lupe zu nehmen, speziell die der Profis des FC Bayern München. 

Insgesamt elf Akteure, mit den zwei für die kommende Saison bereits feststehenden Neuzugängen, hat der deutsche Rekordmeister für die EM abgestellt: Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Mario Götze, Thomas Müller und Joshua Kimmich für Deutschland, David Alaba für Österreich, Thiago für Spanien, Kingsley Coman für Frankreich, Robert Lewandowski für Polen und Renato Sanches für Portugal.

Manuel Neuer: Der Torhüter des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft spielt bisher ein sehr gutes Turnier. Bereits im Auftaktspiel gegen die Ukraine (2:0) rettete der 30-Jährige der DFB-Elf mit zwei Weltklasseparaden den Sieg. Auch sonst strahlt der Ersatzkapitän Ruhe und Sicherheit aus und ist stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. In seiner aktuellen Form nur schwer zu überwinden.

Jerome Boateng: Der 27-Jährige ist eine absolute Konstante in der deutschen Defensive. Egal ob im ersten Spiel an der Seite von Shkodran Mustafi oder zusammen mit Mats Hummels gegen Polen (0:0). Der Innenverteidiger hat keinerlei Anpassungsprobleme und steht wie ein Fels in der Brandung in der Viererkette. Zudem hat sich Boateng zu einem Führungsspieler entwickelt, der, wenn es sein muss, auch seine eigenen Mitspieler kritisiert. Jetzt schon eine der Szenen der Europameisterschaft: Boatengs Rettungsaktion gegen die Ukraine.

Mats Hummels: Der Verteidiger ging angeschlagen in das Turnier. Eine Verletzung, die sich der BVB-Profi im DFB-Pokal-Finale gegen seinen künftigen Arbeitgeber Bayern München zugezogen hatte, setzte den 27-Jährigen einige Tage außer Gefecht. Ein Einsatz in der ersten Partie gegen die Ukraine war somit nicht möglich.Für das zweite Spiel meldete sich Hummels rechtzeitig fit und wurde von Joachim Löw auch in die Startformation gegen Polen berufen. Dieser zahlte das Vertrauen des Bundestrainers mit einer guten Leistung zurück, die Hoffnung darauf macht, dass Deutschland mit dem Innenverteidigerduo Hummels-Boateng in Frankreich ganz weit kommen kann.

Mario Götze: In den ersten beiden EM-Spielen bekam Mario Götze als sogenannte "falsche Neun" den Vorzug vor Mittelstürmer Mario Gomez. Doch beide Male wusste der 24-Jährige nicht zu Überzeugen. Noch kein einzigen Treffer hat Götze bislang auf dem Konto und auch sonst geht das Turnier bisher weitgehend an ihm vorbei. Gegen die Ukraine hatte Götze laut Statistik-Dienstleister deltatre für genau 18 Minuten und 26 Sekunden nicht einmal den Ball am Fuß. Der junge Deutsche wirkt gehemmt, strahlt kaum Torgefahr und Selbstbewusstsein aus. Die EM ist bislang nicht das Turnier des Mario Götze. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Viel Luft nach oben bei Thomas Müller

Thomas Müller: Auch Thomas Müller hat noch leichte Anlaufschwierigkeiten bei dieser Endrunde. Während der flexible Offensivakteur der Münchner bei Weltmeisterschaften bereits zehn Mal einnetzte, gelang dem 26-Jährigen bei seinen Europameisterschaftsteilnahmen 2012 und 2016 noch kein Tor. Zudem setzte er im Offensivspiel in den ersten Partien kaum Akzente und blieb erstaunlich blass. Dennoch ist mit einem Thomas Müller immer zu Rechnen - auch im weiteren Verlauf dieser EM.

Joshua Kimmich: Der 21-Jährige lebt momentan seinen Traum. Zwar kam der EM-Neuling bislang noch nicht zum Einsatz, da Bundestrainer Joachim Löw auf der Rechtsverteidigerposition dem Schalker Benedikt Höwedes vertraute. Doch der 21-Jährige präsentiert sich im Kreise der Nationalmannschaft höchst professionell und stellt keinerlei Ansprüche. Möglicherweise wird dies mit einem Einsatz im dritten Gruppenspiel am Dienstag gegen Nordirland belohnt.

David Alaba: Der Österreicher ist zwar für Trainer Marcel Koller unverzichtbar, konnte jedoch bislang nicht an seine starken Leistungen im Trikot des FC Bayern anknüpfen. Während er in München größtenteils als linker Außenverteidiger zum Einsatz kommt, spielte der 23-Jährige in den ersten beiden Partien auf zwei unterschiedlichen Positionen. Bei der 0:2-Niederlage gegen Ungarn als defensiver Mittelfeldspieler und beim 0:0 gegen Portugal im zentral offensiven Mittelfeld. Dies war zwar der Tatsache geschuldet, dass Bremens Zlatko Junuzovic aufgrund einer Verletzung nicht auflaufen konnte. Doch durch die ständigen Positionswechsel kann selbst der so flexible Alaba nicht in seinen Spielrhythmus kommen. Im letzten Match in Gruppe F am Mittwoch gegen Island braucht der derzeitige Tabellenletzte Österreich (1 Punkt) dringend einen Sieg fürs Weiterkommen. Da würde ein überragender David Alaba sicherlich nicht schaden.

Thiago: Für Spaniens Thiago reichte es bisher nur zu einem Kurzeinsatz in der ersten Partie gegen Tschechien (1:0). Zwar machte der talentierte Mittelfeldspieler seine Sache gut, blieb aber dennoch unauffällig. Es wird auch weiterhin sehr schwer für den 25-Jährigen, bei diesem Turnier noch einen Stammplatz zu erobern. Bei Trainer Vicente del Bosque sind Sergio Busquets, Andrés Iniesta und Cesc Fabregas gesetzt. Thiago bleibt nur die Rolle des Jokers - wenn überhaupt.

Coman bislang der große Gewinner

Kingsley Coman: Der junge Kingsley Coman ist bislang einer der Gewinner der Europameisterschaft. In Spiel eins gegen Rumänien (2:1) noch eingewechselt, wirbelte der Franzose in den darauffolgenden Matches die Abwehrreihen Albaniens und der Schweiz von Anfang an durcheinander. Der 20-Jährige stellt selbst die abgebrühtesten Defensivspieler, wie die Schweizer Stephan Lichtsteiner (32) oder Ricardo Rodríguez (23) mit seinen Tempodribblings vor große Probleme. Coman spielt bisher eine gute EM und wird bestimmt auch in der K.O.-Runde für Furore sorgen.

Robert Lewandowski: Der Pole gilt als einer der besten Stürmer der Welt. Einen Beweis konnte der 27-Jährige seit Beginn der Euro 2016 allerdings noch nicht erbringen. Zwar rieb sich Lewandowski jeweils beim 1:0-Erfolg gegen die defensiv ausgerichteten Nordiren und beim 0:0 gegen Weltmeister Deutschland mächtig auf, ein Treffer gelang dem Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2015/2016 (30 Treffer) jedoch noch nicht. Doch den sonst so treffsicheren Robert Lewandowski sollte man nicht unterschätzen. Bereits mit einem Tor gegen den nächsten Gruppengegner Ukraine könnte der Mannschaftskapitän Polens so richtig in Fahrt kommen.

Renato Sanches: Portugal hat sich bis zum jetzigen Zeitpunkt des Turniers nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Einem mageren 1:1-Unentschieden gegen EM-Neuling Island folgte eine weitere Punkteteilung gegen Österreich (0:0). Renato Sanches, der ab der kommenden Saison für den FC Bayern aufläuft, durfte lediglich im Auftaktspiel der Portugiesen für rund 25 Minuten mitwirken. Immerhin schnappte er sich einen Rekord, den Superstar Cristiano Ronaldo inne hatte. Sanches ist nun der jüngste Spieler der portugiesischen EM- und WM-Geschichte. Der Mittelfeldspieler war fast auf den Tag genau 18 Jahre und zehn Monate alt. Bei dieser Endrunde wird Sanches wohl weiterhin auf der Bank Platz nehmen müssen. Doch dem jungen Portugiesen gehört die Zukunft.

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sk

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