tz-Kolumne

Heinrich heute: Das Uefa-"Game of Thrones"

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet in der Rubrik "Heinrich heute" die Sportwelt. Diesmal schreibt er über die mitunter fade EM.

Jeden Tag jammert die Frau Heinrich: „Warum schaust du dir den EM-Quatsch an?“ Antwort: „Wegen der Action, wegen der Tore.“ Dann dösen wir drei Abende hintereinander bei einem 0:0 ein, bis Frau Heinrich genug hat: „Ich zeig dir, was Action ist.“ Wir schauen „Game of Thrones“, den Endkampf um Burg Winterfell. Eine atemberaubende Schlacht, Köpfe fliegen durch die Luft, es wogt hin und her, man fürchtet sich ohne Ende. Wenn „Game of Thrones“ ein Fußballspiel wäre, würde es 17:16 ausgehen. Gottlob wird die Serie nicht von der Uefa produziert. Die Uefa-Version würde so ausschauen: Vor dem Kämpfen wochenlanges ergebnisloses Abtasten in der Schlachten-Vorrunde, keine Opfer, Waffen dürfen nicht mitgebracht werden. Nur ein Unbeteiligter zieht sich eine Schürfwunde am Knie zu, die mit einem Sprühverband behandelt wird. War Fußball immer schon so fad?

Jörg Heinrich

Rubriklistenbild: © dpa

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