Englische Legenden mit dabei

Kurioses Experiment: Erste Partie ohne Kopfbälle - der Grund ist jedoch ernst

Niklas Suele (Bayern) im Kopfballduell mit Dejan Ljubicic (
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Ein typisches Luftduell um den Ball.

In England steigt am Wochenende ein kurioses aber viel beachtetes Fußballspiel. Es wird das erste sein, bei dem die Spieler gänzlich auf Kopfbälle verzichten.

München - Es gibt Fußball-Legenden, die mit ihrem Haupt Geschichte schrieben. So ist der Hinterkopf von Uwe Seeler ebenso sagenumwoben wie die Stirn von Horst Hrubesch oder der Scheitel von Miroslav Klose. Wenn im britischen Spennymoor am kommenden Samstag (26. September) das erste Fußballspiel für Erwachsenen ohne Kopfbälle ausgerichtet wird, sollten die drei deutschen Stürmer-Ikonen besser wegschauen. Oder etwa doch nicht?

Kopfbälle: Universität Glasgow forschte zu Kopfbällen und Demenz - besonderer Feldversuch in England

Was nach einem kuriosen Experiment klingt, basiert tatsächlich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um das Thema Kopfball. Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Glasgow ergab, stehen Kopfbälle in einem kausalen Zusammenhang mit späteren gesundheitlichen Folgen. So haben Verteidiger ein ungleich höheres Risiko als ihre Mitspieler, an Demenz zu erkranken. Der Studie zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Erkrankung bei Abwehrspielern, die das Spielgerät am häufigsten mit dem Kopf befördern, fünfmal höher als beim Durchschnittsbürger.

Angelehnt an die neu gewonnenen Aufschlüsse, wurde eine experimentelle Begegnung ohne jegliche Art von Kopfbällen beim englischen Sechstligisten Spennymoor Town FC initiiert. Bei der Partie treten zwei Traditionsteams mit teils großen Namen gegeneinander an. Die Legenden Gary Lineker, HSV-Legende Kevin Keegan, Chris Sutton und Alan Shearer hatten das Fußball-Experiment gemeinsam mit zwei Wohltätigkeitsorganisationen ins Rollen gebracht.

Kopfball-Verbot: Experiment mit England-Legenden - erstes Spiel ohne Kopfbälle

Besonders die Newcastle-Kultfigur Shearer spezialisierte sich während seiner aktiven Zeit auf Kopfbälle, etwa ein Fünftel seiner 260 Premier-League-Tore erzielte er mit der Stirn. Heute warnt er vor den Folgen und äußerte bereits vor mehreren Jahren in Interviews Bedenken über die Langzeitauswirkungen bei Profifußballern. Auch die Demenzerkrankung von Sir Bobby Charlton regte die öffentliche Diskussion über die Thematik an.

Das Experiment der Fußballlegenden und Ex-Profis, die am Samstag kopfballfrei gegeneinander antreten, soll Aufschluss darüber geben, ein solches Spiel überhaupt funktionieren könnte. Der Versuch soll in zwei Schritten erfolgen: in der ersten Halbzeit sollen Kopfbälle zwar noch erlaubt sein, jedoch ausschließlich in den jeweiligen Strafräumen. In der zweiten Hälfte wird schließlich nur noch mit den Füßen gespielt. (ajr)

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