Fußball-Rüpel Cantona auf Hollywood-Kurs

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Eric Cantona kommt mit neuem Film ins Kino

Paris - Ein Rüpel auf Umwegen: Eric Cantona, der nicht selten als Fußball-“Rabauke“ aus der Rolle viel, macht als sensibler Künstler Schlagzeilen. Jetzt kommt er mit neuem Film ins Kino.

Mit seinem neuen Film “Looking for Eric“, der am 5. November in Deutschland anläuft, startet der 43-jährige Franzose mehrere Jahre nach seinem Filmdebüt so etwas wie eine internationale Leinwand-Karriere. Medien und Kollegen überhäufen ihn mit Lob. Aber der Hollywoodstar in spe träumt zwölf Jahre nach seinem Rücktritt als Spieler auch immer noch von einer Rückkehr in den Profifußball - als Trainer bei seinem früheren Verein Manchester United.

Die markantesten Gesichter des Weltfußballs

Die einen sind absolute Superstars, andere haben weniger Berühmtheit erlangt. Dennoch: So mancher Fußballer wird auch über seine sportlichen Fähigkeiten hinaus in Erinnerung bleiben. Sehen Sie hier eine Auswahl der markantesten Gesichter aus der Welt des Fußballs. Hier im Bild: Pippo Inzaghi. © Getty
Wayne Rooney. © Getty
Carlos Tevez © Getty
Aristide Bancé. © Getty
Nicky Butt. © Getty
Ivan Campo. © Getty
Carlos Cuellar. © Getty
Djibril Cissé. © Getty
Cristiano Ronaldo. © Getty
Peter Crouch. © Getty
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Didier Drogba. © Getty
Rio Ferdinand © 
Gary Speed. © Getty
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Ruud Gullit. © Getty
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Park Ji-Sung. © Getty
Taribo West. © Getty
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Ronaldinho. © Getty
Ronaldo. © Getty
Stefan Effenberg in den 90er Jahren. © Getty
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Jens Todt. © Getty
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Michael Sternkopf. © Getty

“Ich weiß nicht, in wie vielen Jahren sich das verwirklichen wird, aber mein Name ist bereits auf der Bank von Manchester United eingraviert. Es ist ManU oder nichts“, hat Cantona gesagt. In der Zwischenzeit tue es allenfalls der Trainerjob bei der englischen Nationalelf. In Manchester wird Cantona noch heute verehrt. Zwischen 1992 und 1997 glänzte der geborene Marseiller dort mit tollem Spiel, aber auch mit Charisma. Die ManU-Fans wählten ihn zum “Fußballer des Jahrhunderts“, und immer noch kennt jedes Kind in der tristen Industriestadt das Lied “Uh, ah, Cantona...what a friend we have in Jesus, and his name is Cantona!“.

Da wundert es nicht, dass Cantona seinen ersten internationalen Film in Manchester drehte. Im neuesten Werk des Starregisseurs Ken Loach spielt Cantona sich selbst - allerdings in einer komisch anmutenden, “artigen“ Fassung, bei der er sich oft selbst auf die Schippe nimmt. In “Looking for Eric“ ist Cantona ein “Geist“, der aus einem Poster herausklettert, um einem seiner glühenden Fans, einem selbstmordgefährdeten Briefträger, aus zahlreichen Schwierigkeiten zu helfen. Es geht um Freundschaft, Familie, Liebe, aber auch um den Vergleich des heutigen Fußballs mit romantischeren Zeiten des “runden Leders“, als Geld eine kleine(re) Rolle spielte.

Kahn, Kobra, Közle & Co.: Unvergessene Kult-Kicker

Ohne Typen wäre der Fußball langweilig. Es gibt viele Namen, bei denen es im Kopf echter Fans klingelt und "Weißt Du noch ...?"-Gedanken geweckt werden. Dafür müssen die Männer nicht einmal Weltklasse-Fußballer gewesen sein wie Oliver Kahn (Foto): Manchmal reichte eine Glanzleistung, eine Verfehlung, eine Eigenschaft, um vom Fußballer zum Kult-Kicker zu werden. Wir haben ganz subjektiv die Lieblinge der jüngeren Fußballgeschichte gesammelt. © dpa
Ailton: Kult, weil er erst unterschätzt wurde und sich dann immer weiter überschätzt hat. Der Wander-, Paradies- und seltsame Vogel tingelte nach seinen Karriere-Höhepunkten bei Werder und Schalke durch die Fußballwelt. Die Clubs wurden immer kleiner, das Mundwerk blieb groß. © dpa
Karl Allgöwer: Kult, weil nur wenige Abwehrspieler in der Bundesliga-Geschichte so torgefährlich waren wie der "Karle". Der Libero gehört zu den Kult-Spielern des VfB Stuttgart und absolvierte in den 80er Jahren 338 Bundesliga-Spiele für die Schwaben. Allgöwer erzielte dabei satte 129 Tore. Besonders gefürchtet waren seine wuchtigen Freistöße, weshalb er irgendwann den Spitznamen "Knallgöwer" verpasst bekam. © dpa
Mario Basler: Kult, weil kaum ein anderer Fußballer in der jüngeren Bundesliga-Geschichte so sehr zwischen Genie und Wahnsinn pendelte wie "Super-Mario". Der Hitzkopf eckte auf nahezu all seinen Profi-Stationen an, hatte aber stets einen flotten Spruch auf den Lippen. Beispiele gefällig? "Jede Seite hat zwei Medaillen" oder "Wir haben zwei eigene individuelle Fehler bei den Toren gemacht" oder "Mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele." © dpa
Perry Bräutigam: Kult, weil er der ostdeutsche Gegenentwurf war. So sympathisch, diszipliniert und grundehrlich, dass es fast schon wieder revolutionär war. Im Dezember 1990 durfte er im Aufgebot der Nationalmannschaft sogar gesamtdeutsche Länderspiel-Luft schnuppern. © dpa
Ansgar Brinkmann: Kult, weil er 15 Stationen abklapperte und sogar bei der Polizei eine dicke Akte "Ansgar Brinkmann" hinterlegt ist. Darin stehen: Verwicklung in mehrere Prügeleien, die Flucht vor einer Alkoholkontrolle, die Pleite eines Reha-Zentrums. Auch wenn er nie ein Vorbild war: Ein Fan-Liebling war der "weiße Brasilianer" immer. © dpa
Manfred Burgsmüller: Kult, weil er nach seiner Fußball-Karriere mit 52 als ältester Profi-Footballer der Welt (Foto) bekannt wurde. Der Fighter versuchte außerdem publikumswirksam, den SSV Hacheney vor dem Abstieg zu retten und flimmerte in der passenden Doku-Soap "Helden der Kreisklasse" (kabel eins) über die Fernsehschirme. © dpa
Stéphane Chapuisat: Kult, weil "Chappi" der edelste schweizerische Import seit dem Emmentaler ist. Für Borussia Dortmund erzielte er über 100 Treffer. Mit seinem legendären Kung-Fu-Tritt verfehlte Oliver Kahn den Stürmer. © dpa
Stefan Effenberg: Kult, weil viele erst im Nachhinein begriffen haben, was die Bayern an ihm hatten. Trotz des Stinkefingers: Effenberg war ein echter Leader, einer, der Fans und vor allem auch Mitspieler mitreißen konnte. Und Geschichten wie diese sorgen immer noch für ein Schmunzeln: Effe musste 10.000 Euro zahlen, weil er einen Polizisten als "Arschloch" beschimpft haben soll. Effenberg behauptet allerdings, er habe nur "Einen schönen Abend noch" gesagt. © dpa
Yves Eigenrauch: Kult, weil "Yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyves" im Herzen jedes Schalke-Fans ein riesiger Platz sicher ist. Im Film "Fußball ist unser Leben" spielte Eigenrauch sich selbst. Die Hamburger Band Tomte widmete ihm mit "Yves wie hältst du das aus" sogar ein Lied und würdigte damit seine Zeit als tapferer Reservist. © dpa
Walter Frosch: Kult, weil der DFB seinetwegen die Gelb-Sperre eingeführt hat. 1976/1977 kassierte er in der zweiten Liga 27 gelbe Karten bei 37 Einsätzen. Deswegen sah sich der DFB zum Handeln gezwungen und führte die Gelbsperre nach damals noch vier Karten ein. Außerdem wurde Frosch als passionierter Kettenraucher bekannt. Er ging mal mit einer Schachtel Marlboro aufs Feld und zündete sich beim Abschiedspiel für Klaus Thomforde sogar auf dem Rasen eine Kippe an. © dpa
Thomas Häßler: Kult, weil man wahre Größe nicht in Zentimetern misst. Vor allem die Löwen-Fans sind ihm ewig dankbar: Der laufende Meter führte das Team in der Saison 1999/2000 auf den 4. Rang der Bundesliga. "Icke" hat Fußballgeschichte geschrieben und versucht heute, mit seinem Plattenlabel MTM auch noch Musikgeschichte zu schreiben. © dpa
René Higuita: Kult, weil er der offensivste Torhüter aller Zeiten ist - in jeder Hinsicht. Eigentlich konzentriert sich diese Zusammenstellung auf Spieler aus der Bundesliga, aber einer wie Higuita darf natürlich nicht fehlen. Legendär seine Sturmläufe übers Feld, die ihm drei Länderspieltore einbrachten. Noch legendärer: Am 6. September 1995 klärte er im Wembley-Stadion einen Ball auf der Torlinie mit beiden Hacken. © AP
Volker Ippig: Kult, weil der ehemalige Torhüter des FC St. Pauli das Image des FC St. Pauli als "der etwas andere Verein" prägte. Ippig hütete in den 80er Jahren 70 Mal das Tor der "Kiezkicker" in der Bundesliga und der 2. Bundesliga, machte aber vor allem neben dem Platz von sich reden. So gehörte Ippig der Kommune in der besetzten Hamburger Hafenstraße an und reiste für einige Zeit nach Nicaragua, um dort Aufbauarbeit zu leisten. © dpa
Valdas Ivanauskas: Kult, weil man sich einen Spitznamen wie "Ivan der Schreckliche" erst mal verdienen muss. Seine erste Station als Spieler war Vėtra Vilnius in Rūdiškės (Versuchen Sie gleich gar nicht, das auszusprechen), seine wichtigste der Hamburger SV. Er war der erste Litauer im deutschen Profifußball, und auch wenn seine Quote mit 13 Treffern bei 91 Bundesligaspielen beim HSV eher dürftig war, liebten ihn die Fans. © dpa
Oliver Kahn: Kult, weil ... da fragen Sie noch? Ein Weltklasse-Torhüter, ein Weltklasse-Typ mit Ecken und Kanten. Und außerdem der einzige Titan der Welt. Legendär seine Gefühlsausbrüche, legendär seine fairen Gesten wie gegenüber Jens Lehmann vor dem WM-Elferschießen gegen Argentinien. Ohne ihn wurde die aktive Fußballwelt um ein Prachtexemplar ärmer. Danke, Olli! © dpa
Karl-Heinz Körbel: Kult, weil sich Beliebtheit auch in Zahlen ausdrückt. Mit 602 Bundesligaeinsätzen ist "Charly" nach wie vor Rekordhalter und gab in jedem einzelnen Spiel alles. Im übrigen ist sein Name Pflichtwissen für jedes Fußball-Quiz. © dpa
Peter Közle: Kult, weil der Stürmer (l.) wohl der einzige Oberbayer ist, der im Ruhrpott gleich zwei Bundesliga-Vereine aufmischte. Der gebürtige Trostberger (an der Alz), in den 90er Jahren noch mit gewaltiger Haarpracht, erzielte zwischen 1993 und 1998 für den MSV Duisburg und den VfL Bochum Tore am laufenden Band. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Közle unter anderem als Experte für den TV-Sender Premiere. © dpa
Thorsten Legat: Kult, weil der Eisenfuß nicht nur für schlimme Verfehlungen, sondern auch auf dem Platz für eine kompromisslose Gangart bekannt war. Auf der Contra-Seite: Legat kritzelte das Wort "Negersaft" auf die Trinkflasche seines Mitspielers Pablo Thiam und wurde gefeuert. Außerdem schlug er einen Mann krankenhausreif und zückte in einer Fast-Food-Filiale ein Samurai-Schwert. Auf der Pro-Seite: Legat bereut seine Entgleisungen inzwischen und war der erste echte Wadenbeißer seit Berti Vogts. © dpa
Pierre Littbarski: Kult, weil "Littis" O-Beine wohl für immer unerreicht bleiben werden. Trotz seiner beiden "Säbel" avancierte Littbarski zum absoluten Kult-Kicker beim 1. FC Köln. Mit der Nationalmannschaft wurde der Mann mit der Nummer 7 1990 Weltmeister. Neben seinen O-Beinen war auch das Goldkettchen das Markenzeichen des gebürtigen Berliners. Der 1,68 Meter "kleine" Litti erzielte 1985 das Tor des Jahres und ließ seine Karriere - passend zur Körpergröße - in Japan ausklingen. © dpa
Lothar Matthäus: Kult, weil der Rekordnationalspieler immer wieder für unfreiwillige Komik sorgte. "Manchmal spreche ich zuviel" ist nur eines seiner berühmten Zitate. Außerdem wollte er "nicht den Sand in den Kopf stecken". Auch heute ist er noch höchst umstritten, nicht zuletzt, weil er sich für jeden frei werdenden Trainerposten ins Gespräch bringt. © dpa
Andreas Möller: Kult, weil ihm nicht nur der Schweiß übers Gesicht floss. Der begnadete Dribbler war als Heulsuse verschrien und der erste Bundesliga-Spieler überhaupt, der wegen einer Schwalbe (Möller: "Schutzschwalbe") gesperrt wurde. Vielleicht auch deswegen wollte er unbedingt ins Ausland, "ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien". © dpa
Augustine Azuka Okocha: Kult, weil der Mann, den alle nur "Jay-Jay" nannten, die Dribbelkunst erfand. Der KSC und Oliver Kahn bekamen dies am unvergessenen 31. August 1993 zu spüren. Jay-Jay dribbelte durch den KSC-Strafraum, umspielte Oliver Kahn und erzielte das "Tor des Jahres 1993", das für manche das "Tor des Jahrzehnts" war. © dpa
Frank Ordenewitz: Kult, weil ihm einer der bekanntesten Aussprüche der Fußball-Welt zu verdanken ist. "Mach et, Otze!" ist zum geflügelten Wort geworden. Am 7. Mai 1991 sollte er sich im DFB-Pokal-Halbfinale auf Anweisung von Trainer Rutemöller nach seiner gelben Karte (die ihn fürs Endspiel gesperrt hätte) einen Platzverweis abholen. Die hätte er auch in einem Ligaspiel absitzen können. Rutemöller damals: "Ich finde, man sollte ihm die Chance nicht nehmen, und da hab ich gesagt: 'Mach et, Otze!'" © dpa
Willy Sagnol: Kult, weil er der Spieler mit den meisten Ypsilons im Namen ist. Die große Karriere des "Willyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy" nahm ein tragisches Ende - der Außenverteidiger konnte wegen einer Verletzung nicht weitermachen. © Sampics
Edgar Schmitt: Kult, weil der KSC-Angreifer 30 Jahre alt werden musste, um eine Nacht zu erleben, die sein Leben verändern sollte. Am 2. November 1993 erzielte der damalige Stürmer des KSC beim 7:0-Sieg im Uefa-Pokal gegen Valencia vier Tore. Eine Woche zuvor hatte Schmitt einen schweren Autounfall, bei dem sich sein Wagen vier Mal überschlagen hatte, unverletzt überstanden. Nach diesen beiden einschneidenden Ereignissen erhielt Schmitt zwei Spitznamen: Edgar Looping Schmitt und Euro-Eddy. © dpa
Asgeir Sigurvinsson: Kult, weil man auch mit einem schwer auszusprechenden Vornamen in der Bundesliga Karriere machen kann. Uli Hoeneß lockte den Isländer 1981 zum FC Bayern. Noch ehe er dort richtig angekommen war, wurde ihm ein "deutscher" Spitzname verpasst: Sigi. Nach einem Jahr wechselte Sigi zum VfB, wo er in acht Jahren auf insgesamt 194 Bundesliga-Spiele kam. Ach ja, geboren wurde Sigurvinsson in Vestmannaeyar. Oder sagen wir' s doch einfach so: Er ist ein Vessi. © AP
Uli Stein: Kult, weil er der unverwüstlichste Keeper der jüngeren deutschen Fußballgeschichte ist. Er nannte Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM 1986 in Mexiko einen "Suppenkasper" und verdiente sich damit das sofortige Heimflugticket. Im zarten Alter von 49 Jahren feierte Stein 2003 ein Comeback beim Oberligisten VfB Fichte Bielefeld (Foto). © dpa
Thomas Strunz: Kult, weil es, um es mit Giovanni Trappatoni zu halten, über den ehemaligen Bayern-Stars nur eines zu sagen gibt: "Was erlaube Struuuuuuuuuuuunz?" © dpa
Alain Sutter: Kult, weil selten ein Bayern-Spieler wallenderes Haar hatte. Bei Bayern habe er den Spaß am Fußball verloren, so der Schweizer. Auch die Bayern verloren schnell den Spaß an Alain Sutter. Unter Giovanni Trapattoni war er 1994/95 nur Ergänzungsspieler und flüchtete anschließend nach Freiburg. Sutter trägt noch heute wallendes Haupthaar, einen mystischen Bart und lebt auf Mallorca. © dpa
Carlos Valderrama: Kult, weil ihn viele für den besten kolumbianischen Spieler aller Zeiten halten. Und weil wir seine Frisur für die beste Fußballer-Tolle aller Zeiten halten. Deswegen bekommt auch er als "internationaler" Spieler eine Wild Card für diese Zusammenstellung. In seiner Heimatstadt Santa Maria hat man ihm ein Denkmal gebaut - mit gelbem Haar, versteht sich. © AP
Fritz Walter: Kult, weil er der schwäbischste Schwabe der Bundesliga-Geschichte ist. "Fritzle" schoss sich in die Herzen der Fans des VfB Stuttgart. Nach ihm wurde sogar später das Vereinsmaskottchen Fritzle benannt. Im Toreschießen war er eine Granate, im Rechnen eher ein Rohrkrepierer. Walter: "Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett." © AP
Uwe Wassmer: Kult, weil er drei Treffer in einem Spiel gegen den FC Bayern erzielte. Dafür lieben ihn die Bayern-Hasser und hassen ihn die Bayern-Lieberden. Der 27. November 1993 war der große Tag des damaligen Freiburgers. © dpa
Jürgen Wegmann: Kult, weil Wegmann laut eigener Aussage als Stürmer "giftiger als die giftigste Kobra" war. Sein Spruch "Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu" wurde ebenso berühmt wie sein kassierter Faustschlag von Uli Stein. Nachdem er eine Zeit lang von Hartz IV lebte, fand er einen Job im Fanshop des FC Bayern in Oberhausen. © dpa
Marc Wilmots: Kult, weil die Bezeichnung "Kampfschwein" (Wilmots' Spitzname: Willi, das Kampfschwein)von großem Einsatz zeugt. Er war einer der großen Euro-Fighter, die Schalke 1996/1997 zum UEFA-Pokal-Gewinn führten. Nach seiner aktiven Karriere versuchte er sich als Politiker und war von 2003 bis 2005 Mitglied im belgischen Senat. © AP
Wolfram Wuttke: Kult, weil der kleine Dribbler eines der größten deutschen Talente der vergangenen Jahrzehnte war - und es doch nicht so richtig nach oben schaffte. "Seine charakterlichen Defizite standen ihm aber für eine größere Karriere im Weg", analysierte Experte Günter Netzer später. Wuttke hatte während seiner Karriere Probleme mit nahezu all seinen Trainern. So bezeichnete er Jupp Heynckes beispielsweise als "Osram", womit sich der Kicker über die Gesichtsfarbe seines Gladbach-Trainers lustig machen wollte. © AP
Wynton Rufer: Kult, weil er neue Maßstäbe im Elfmeterschießen setzte. Wie er den Keeper verladen konnte, beeinflusste kommende Fußballer-Generationen. Natürlich war "Kiwi" bei Werder und dem FCK auch wegen seiner fußballerischen Klasse ein Fan-Liebling. © dpa
Axel Kruse: Kult, weil sich der Hitzkopf laut eigener Aussage während seiner Karriere in jedem Spiel "den A*** aufgerissen" hat. Passend dazu meinte er nach einem 13-Sekunden-Einsatz auf die Frage, ob sich sein Einsatz gelohnt habe: “Für mich war es wichtig zu sehen, dass ich konditionell mithalten konnte…“ Nach seiner Fußball-Karriere machte er Karriere im American Football. Kruse: „Beim Football muss man nicht ins Tor schießen, sondern oben drüber. Das konnte ich immer ganz gut…“ © dpa
Franco Foda: Kult, weil er einmal ein ganzes Stadion zum Lachen brachte. Am 12. Dezember 1987 wurde Foda während der Südamerika-Reise der Nationalmannschaft in Brasilien eingewechselt. Als der Stadionsprecher den Wechsel ansagte, brachen die 20.000 Zuschauer in lautes Gelächter aus. Der Grund: Franco Foda heißt auf Portugiesisch in etwa soviel wie "gratis schnackseln". Randnotiz: Das Spiel in Brasilia war Fodas "erstes Mal"... Gemeint ist sein erstes von insgesamt zwei Länderspielen. © dpa
Hans Sarpei: Der Publikumsliebling wurde dank Facebook zum Kult-Kicker. Dort tauschten die Fans Sprüche in Chuck-Norris-Manier aus. Sarpei kann aus einem Wasserhahn auf Ex trinken, heißt es. © dpa

Bei der Vorstellung des Streifens in Cannes oder Berlin wurde Cantonas Leistung von den Experten hervorgehoben. “Der König ist zurück“, schrieb die renommierte Zeitung “Le Figaro“. Auch Kollegen überhäufen den Franzosen mit Lob. “Er ist kein Künstler geworden, er war schon immer einer“, sagt Schauspieler Daniel Russo. Und Kollegin Claire Borotra meint: “Er hat die Schauspielerei im Blut.“ Paul Laverty, Autor des “Looking...“-Drehbuchs, hebt lieber die menschlichen Qualitäten des “neuen Cantona“ hervor. “Er ist lustig, bescheiden und sensibel.“

Weltberühmt wurde das “Enfant Terrible“ 1995 mit einem “Kung-Fu- Tritt“ gegen einen Fan, der ihn zuvor bespuckt und beleidigt hatte. Wegen seiner Auseinandersetzungen mit Mitspielern, Fans, Schiedsrichtern, Funktionären und Journalisten war Cantona in Frankreich mal derart unbeliebt und umstritten, dass er 1991 drauf und dran war, mit 28 vorzeitig die Stiefel an den Nagel zu hängen. Dass seine “Explosionen“ nicht völlig der Vergangenheit angehören, bewies Cantona im Mai, als er bei der Beach-Soccer-EM einem Schweizer Coach ins Gesicht schlug.

Aber es gibt auch den Privatmenschen. Am Wochenende brachte seine zweite Frau, die Schauspielerin Rachida Brakni (32), Cantonas drittes Kind zur Welt. Er hat bereits einen Sohn (22) und eine Tochter (19) aus einer früheren Ehe.

Ab Januar 2010 kann man die Künste des Cantona im Pariser Théâtre Marigny im Stück “Face au Paradis“ live begutachten. Aber wenn man Cantona fragt, dann strebt er weniger den “Oscar“ an, sondern will lieber heute als morgen als Nachfolger des legendären Alex Ferguson auf der ManU-Bank Platz nehmen - ohne die Kunst zu vergessen. “Ich habe Überzeugungen, deshalb möchte ich auch als Trainer ein Künstler sein.“

dpa

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