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So knacken wir die Japaner: Taktik-Experte erklärt, wer zum DFB-Schlüsselspieler werden kann

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Die deutsche Nationalelf enttäuschte zuletzt beim letzten Test vor der Katar-WM im Oman.
Die deutsche Nationalelf enttäuschte zuletzt beim letzten Test vor der Katar-WM im Oman. © Markus Ulmer/imago

Deutschland fiebert dem ersten WM-Spiel gegen Japan entgegen. Ein Experte erklärt, worauf es jetzt besonders ankommt und wo Japans Schwächen liegen.

Katar - Die letzten beiden Fußball-Großereignisse wurden für die deutsche Nationalmannschaft zum Fiasko. Bei der WM in Katar soll nun alles besser werden. Dafür ist ein erfolgreicher Start ins Turnier enorm wichtig. Erster Gruppengegner heute (14 Uhr): Japan. Wie man den amtierenden Ostasienmeister knacken kann, wissen Trainer Hansi Flick (57) und sein Team bestimmt. Ihren Masterplan werden sie aber freilich vorab nicht öffentlich kundtun. Dafür erklärt Markus Brunnschneider, Leiter des Fachbereichs Spiel- und Taktikanalyse am Internationalen Fußball Institut (IFI), in der tz, wie es für den DFB mit einem Auftaktsieg klappen kann.

„Gegen Japans Offensive muss sich das DFB-Team vor allem auf viele Positionswechsel und tiefe Laufwege einstellen“, sagt der Experte. „Gegen den Ball setzt Japan auf hohes Mittelfeld-Pressing mit situativem Angriffs-Pressing. Auf diese Art wollen die Japaner den Gegner früh unter Druck setzen, selbst zu hohen Balleroberungen kommen oder unkontrollierte lange Bälle erzwingen.“ Auffällig sei in diesen Situationen die Zweiteilung der Mannschaft: „Sechs Spieler - aus Sturm und Mittelfeld - gehen ins Pressing. Die Viererkette in der Abwehr bleibt tief in der Absicherung.“ Das eröffne der deutschen Mannschaft die Möglichkeit, mit „gezieltem Anspielen des Raumes vor der japanischen Abwehr, etwa über den tiefen Sechser, Japans Pressing auszuhebeln“.

WM 2022: Japans Abwehr hat laut Taktik-Experten Nachteile beim Tempo

Eine weitere Besonderheit der Abwehrkette des DFB-Gegners: Die Innenverteidiger decken mann-orientiert bis weit ins Mittelfeld durch. Kai Havertz, der vermutlich für den angeschlagenen Leroy Sané in die Startelf rutschen wird, könnte dabei zum Schlüsselspieler werden. „Das ist extrem und so ergeben sich Schnittstellen in der Abwehrlinie für das gezielte Anspiel in die Tiefe, was zum Beispiel Kai Havertz mit Laufwegen aus dem Zwischenraum nutzen kann“, so Brunnschneider. „Japans letzte Linie weist Geschwindigkeitsnachteile gegenüber schnellen Flügelstürmern auf. Besonders auffällig war das im Spiel gegen Kanada auf der linken Seite.“ Serge Gnabry (26) oder Karim Adeyemi könnte hierbei zum Trumpf werden.

Laut Brunnschneider werden auch Standards wichtig: „Japan verteidigt bei defensiven Freistößen und Eckbällen gegen den Mann. Bedingt durch die Größennachteile der Japaner gegenüber der deutschen Mannschaft - nur zwei Spieler sind über 1,85 Meter groß - ergeben sich für Deutschland sehr gute Erfolgsaussichten in den Luftzweikämpfen.“ (bok/pk

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