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Noch ein Testspiel vor WM-Start: Thomas Müller schlägt Abwehralarm

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Von: Manuel Bonke

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Nicht zufrieden: Thomas Müller sieht Verbesserungspotenzial im Abwehrverhalten.
Nicht zufrieden: Thomas Müller sieht Verbesserungspotenzial im Abwehrverhalten. © dpa / Christian Charisius

Der bei der Pleite gegen Österreich abwesende Thomas Müller appelliert an seine Teamkollegen bei der DFB-Auswahl: „Wenn ich ein Problem sehe, dann ist es die defensive Stabilität.“

Die Ösi-Blamage seiner Teamkollegen verfolgte Thomas Müller noch ganz entspannt vom Hotel aus. Bei der WM-Generalprobe am Freitag gegen Saudi-Arabien (19.30 Uhr) ist der Bayern-Star dann wieder mitten im DFB-Geschehen. Bei seiner Video-Analyse des Österreich-Spiels ist ihm vor allem die Defensive negativ aufgefallen. Der Angreifer kreidet das aber nicht alleine der Abwehr an, vielmehr fordert er seine Offensiv-Kollegen zur vollen Konzentration über 90 Minuten auf. „Bei uns wird immer vom großen Offensiv-Potenzial gesprochen. Es ist aber auch wichtig, zu Null zu spielen. Dazu müssen wir uns auf dem Feld richtig positionieren, die Passwege schließen. Wenn ich ein Problem bei uns sehe, dann ist es die defensive Stabilität. Wenn die Offensiv-Spieler den falschen Pass zur falschen Zeit spielen, dann kann es kritisch werden. Und: Wenn man 1:0 oder 2:0 in der 70. Minute führt, geht man nicht mehr bei jedem Angriff des Gegners zurück zum eigenen Strafraum.“ Müller schlägt Abwehr-Alarm!

Auch der vierfache CL-Sieger Kroos ist in der Verantwortung

Da sollte sich besonders Mesut Özil angesprochen fühlen. Der Spieler des FC Arsenal vernachlässigt gerne mal die Defensiv-Arbeit im Team und bleibt nach Angriffen vorne stehen. So war es auch bei Leroy Sané gegen Österreich. Dass der Bundestrainer eine ähnliche Sichtweise auf die Dinge wie Müller hat, beweist Sanés geplatzter WM-Traum. Offensive Einzelkönner alleine reichen eben nicht für die Titelverteidigung.

Mesut Özil glänzt nicht immer in der Defensivarbeit des Teams von Jogi Löw
Mesut Özil glänzt nicht immer in der Defensivarbeit des Teams von Jogi Löw. © dpa / Expa, Johann Groder

Wenn das Defensiv-Verhalten einiger Ballzauberer nicht stimmen sollte, wird auch Toni Kroos wieder kräftig dazwischenhauen. Das hatte er bereits nach der Testspiel-Niederlage im März gegen Brasilien getan. „Damals ging es mir nicht um persönliche Kritik. Wir haben gegen Brasilien vor 80.000 Fans gespielt. Ich finde, da sollte jeder alles geben. Und das Gefühl hatte ich damals nicht. Ich habe kein Problem damit, so etwas wieder zu tun“, warnt der Mittelfeld-Stratege seine Kollegen schon mal vor.

Der Real-Madrid-Star sieht sich als vierfacher Champions-League-Sieger in der Verantwortung, Fehler offen anzusprechen. Und Kroos sieht das deutsche Team noch nicht in Titelform. „Ich sehe bei uns eine gute Mischung. Qualitativ sind wir mit der Mannschaft von 2014 auf Augenhöhe, wenn nicht sogar besser. Mit Ball sind wir fast sogar stärker, aber ohne Ball haben wir noch Luft nach oben.“ Was Kroos vermisst, ist der spezielle Geist, der die DFB-Elf in Brasilien auszeichnete. „Das Gerüst der Mannschaft ist ähnlich wie 2014, aber wichtige Eckpfeiler fehlen. Damals waren wir nur ganz schwer zu schlagen. Da sind wir als Einheit aufgetreten – auf und neben dem Platz. Wir brauchen elf Spieler auf dem Platz, die mit Hingabe verteidigen. 2014 haben wir kaum Gegentore bekommen. Das war kein Zufall. Zuletzt haben wir deutlich mehr Gegentore kassiert. Das war auch kein Zufall.“ So viel zum Abwehr-Alarm. 

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Manuel Bonke

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