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TV-Kritik: Wolff Fuss sagt etwas, das sich Tom Bartels dringend merken sollte

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Von: Jörg Heinrich

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Tick, Track und Tommy Hitzlsperger (Mitte): Einer von den dreien war großartig
Tick, Track und Tommy Hitzlsperger (Mitte): Einer von den ­dreien war großartig © fkn

Unser Autor Jörg Heinrich hat für seine TV-Kritik durch alle Kanäle gezappt und sich dabei fünf Fragen gestellt, die er auch beantwortet hat.

Der Elch ging an uns vorüber! Sensationeller Sieg gegen Schweden! Und dabei hatte sich Jogi Löw schon bei Boris Becker erkundigt, wo er einen Diplomatenpass herbekommt, um unbeobachtet nach Deutschland zurückkehren zu können. Wir beantworten die zahllosen Fragen, die uns nach dem Herzkasperl-Spiel unter der Seele brennen und auf den Nägeln liegen.

Welchen Wettbewerb hat Tom Bartels kommentiert? Ganz offensichtlich den Eurovision Song Contest. Jedenfalls hat er sich nach der Hymne nicht mehr eingekriegt vor Freude: „Es haben alle mitgesungen, das gab’s lange nicht!“ Warum er dieses Fass partout wieder aufmachen musste, blieb sein Geheimnis. Wir haben übrigens nachgeschaut: Weder der Franz noch der Katsche haben vor dem WM-Finale 1974 auch nur einen Mucks hören lassen. Damals sollten Fußballer noch kicken und nicht singen. Gute Zeiten waren das.

Was sagt Wolff-Christoph Fuss dazu? Der Kommentator der Superscharf-WM auf Sky versteht sich als Fußballreporter und nicht als Musikkritiker. Fuss zum Mitsing-Quatsch: „Für alle Unverbesserlichen da draußen: Mitsingen ist weder ein Qualitäts- noch ein Identitätsmerkmal.“ Mitschreiben, Bartels, und merken!

Was hat Bartels noch so verzählt? Mitsing-Tommy kommentierte so krampfig wie Deutschland lange Zeit spielte und betonte, dass er keine „deutsche Brille“ aufhat. Der Sinn dieser Bemerkung blieb im Dunklen. Der ARD-Mann war exklusiv der Ansicht, dass Neuer bei einer frühen Schweden-Chance „das Rauslaufen verpennte“. Und als Gündogan reinkam, erinnerte er die Zuseher eilfertig: „Sie kennen die Geschichte mit dem Erdogan-Foto.“ Nee, ehrlich gesagt nicht. Wer ist dieser Erdogan? Warum stand davon nix bei uns in der tz? Beim 2:1 rastete Bartels recht nett aus („Halten Sie mich fest!“), was aber auch keine große Reporter-Kunst ist.

An wen erinnern uns die Baden-Baden-Boys? „Matthi“ Opdenhövel und „Bommi“ Bommes bangten ab 13 Uhr sieben Stunden lang ums Schicksal der Nation. In der lustigsten Szene erklärte Matthi seinem Kumpel Bommi nach mehr als sechsstündigem (!) Im-Kreis-Reden noch mal explizit, um was es geht: „Das ist ein wahnsinnig wichtiges Spiel, Alex, für Jogi Löw.“ Doch das hatte Alex längst geahnt. Wir rätseln seit Tagen, an wen uns die beiden erinnern, die sich beim Reden immer so lustig abwechseln. Cindy und Bert? Marx Brothers? Am Samstag ist es uns dann eingefallen: Tick, Trick und Track – nur zu zweit, ohne Trick.

Wie war Thomas Hitzlsperger? Großartig! Man kann jeden Tag froher sein, dass Mehmet Scholl damals nicht über Doping reden wollte. Hitz warf in all dem Schland-Jubel zu Recht ein, dass Schweden ja nicht unbedingt das Brasilien des Nordens ist. Bester Spruch: „Die Schweden sind wie ein Mittdreißiger in der Disco: hinten reinstellen und warten, dass sich was ergibt.“

Was gibt’s Neues vom Tegernsee? Oh weh, leider gar nichts. Jessy Wellmer hatte wieder ihre Audienzen in der Open-Air-Kathedrale zum Heiligen Philipp und sprach über die Mannschaftsaufstellung im Garten der Lahms: „In der Abwehrreihe Kartoffeln gepflanzt, im Zentrum die Gurken, außen die Tomaten.“ Das Format wird immer abstruser, und Jessy entlockte Lahm nicht eine einzige spannende und weiterführende Information. Frei nach dem Motto des von Oliver Kahn verehrten „Karl Walentin“: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von Philipp Lahm.“

Jörg Heinrich

Wichtig für die WM 2018: Nicht alle Spiele bei ARD und ZDF

Im Fernsehen interessiert die Fußball-Fans im Moment vor allem, wer die Gruppenphase übersteht. Da nun vorläufig immer zwei Spiele gleichzeitig stattfinden, übertragen auch andere Sender die WM. Auf tz.de erfahren Sie, wie Sie WM-Spiele bei ARD one und ZDFinfo empfangen können.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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