So sehen unsere Gegner ihre Chancen

Vor dem WM-Hit: So südkoreanisch ist München

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Der Blick in die Glasnudel: Siegt Deutschland gegen Südkorea?

Wie spielen wir heute gegen Südkorea? Eine Umfrage unter Münchens Asiaten: So sehen unsere Gegner ihre Chancen. 

Es geht um alles oder nichts! Wenn Jogis Jungs am Mittwochnachmittag den Südkoreanern gegenübertreten, wird sich zeigen, wer weiter um den Titel kämpfen und ins Achtelfinale einziehen darf. Nach dem 2:1-Sieg in letzter Sekunde gegen Schweden hat unsere Elf ihr Weiterkommen wieder selbst in der Hand. Und der Wille ist da – Jogis Jungs werden es ihren Gegnern nicht leicht machen. Das wissen auch die 1143 Koreaner, die bei uns in München wohnen. Und die Zeichen für Münchens Asiaten stehen auf Sieg – für Deutschland. Wie hoch? Das zeigt der Blick in die Glasnudeln.

„Das wird nix“

„Sobald Yang eong Wook die letzte Glasnudel gebraten hat, schlüpft er in seine Fußballschuhe und rennt Richtung Englischer Garten. „Ich kicke fast jeden Tag mit meinen Freunden“, erzählt er. Heute Abend macht der 28-Jährige allerdings eine Ausnahme und schaut den Südkoreanern beim Kicken zu. „Ich hoffe sehr, dass wir gewinnen“, sagt er, „aber mein Gefühl tippt auf eine Niederlage.“ Der Koch sieht die Schwäche seiner Mannschaft darin, dass sie kein Team bildet. „Bei den Südkoreanern ist leider überhaupt kein Zusammenhalt erkennbar.“

„0:5 wäre schädlich!“

Wenn Jong-Sook Um tief in sich hineinhorcht, dann meldet sich eine Stimme zu Wort, die flüstert: „Wir werden verlieren...“ Mit einer Niederlage ihrer Mannschaft hat sich die 58-Jährige bereits abgefunden, aber allzu hoch sollte sie dann doch nicht ausfallen. „Ein 0:5 wäre eine Schande“, sagt sie, „aber ich tippe auf ein moderates 1:2.“ Eigentlich ist die Köchin kein großer Fußballfan, aber eine Weltmeisterschaft lässt so gut wie niemanden kalt. „Nachdem die Südkoreaner bei der letzten WM relativ weit gekommen sind, steigt das Fußball-Fieber im Land“, erzählt sie. „Und das überträgt sich natürlich – ich glaube, der Funke ist inzwischen sogar auf mich übergesprungen.“

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„Der Fußball gehört zu Deutschland“

„Ein Sieg für Südkorea – das wäre ein Wunder“, sagt Yong-Son Min, „und wer glaubt schon an Wunder…“ Die 73-Jährige tippt auf ein 2:1 für Deutschland. Yong-Son Min arbeitet in einem Lokal an der Leopoldstraße und weiß: Sollte Deutschland verlieren, würde das in einem Chaos gipfeln. „Ich habe schon erwachsene Männer weinen sehen“, erzählt sie. „Deutschland und Fußball – das gehört einfach zusammen.“ Aber: Auch wenn die Seniorin nicht so recht an ihre Mannschaft glaubt, ist sie sich sicher: „Wir werden die Niederlage irgendwie verkraften.“

„Der Fußball gehört zu Deutschland“

„Die Südkoreaner geben bei jedem Spiel mehr als hundert Prozent“, sagt Peter Chung-Kyun Han, „deshalb hätten sie es verdient, weiterzukommen.“ So recht an einen Sieg glaubt der 38-Jährige allerdings nicht. Denn: „Die Deutsche Nationalelf ist unglaublich stark.“ Eine winzig kleine Chance sieht Chung-Kyun Han im Ehrgeiz seiner Mannschaft. Dass die Südkoreaner gewinnen wollen, weiß er aus erster Hand. Schließlich ist er mit einem Teil der Nationalmannschaft eng befreundet. „Ich bin vor einiger Zeit gefragt worden, ob ich die Spieler, die nach Deutschland wechseln, sprachlich unterstützen kann.“ Chung-Kyun Han willigte ein. Er begleitete die Fußballer zu medizinischen Untersuchungen und half bei der Verständigung. Wo er das Spiel gegen Jogis Jungs anschauen wird, weiß er noch nicht. Fest steht nur: „Ich drücke Südkorea fest die Daumen.“

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„Ich tippe auf ein Trauerspiel“

Chung-Kee Kim ist sich nach einem kurzen Blick in die Glasnudeln sicher: Das wird ein klares 2:1. „Leider wird es nicht meine Mannschaft sein, die als Sieger vom Platz geht.“ Damit er sich das Trauerspiel nicht live im Fernsehen anschauen muss, hat er sich zum Arbeiten eingetragen. Während die Südkoreaner um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen, wird der 58-Jährige hinterm Herd stehen und Glasnudeln brutzeln.

„Unsere winzige Chance: Ehrgeiz!“

„Die Südkoreaner geben bei jedem Spiel mehr als hundert Prozent“, sagt Peter Chung-Kyun Han, „deshalb hätten sie es verdient, weiterzukommen.“ So recht an einen Sieg glaubt der 38-Jährige allerdings nicht. Denn: „Die Deutsche Nationalelf ist unglaublich stark.“ Eine winzig kleine Chance sieht Chung-Kyun Han im Ehrgeiz seiner Mannschaft. Dass die Südkoreaner gewinnen wollen, weiß er aus erster Hand. Schließlich ist er mit einem Teil der Nationalmannschaft eng befreundet. „Ich bin vor einiger Zeit gefragt worden, ob ich die Spieler, die nach Deutschland wechseln, sprachlich unterstützen kann.“ Chung-Kyun Han willigte ein. Er begleitete die Fußballer zu medizinischen Untersuchungen und half bei der Verständigung. Wo er das Spiel gegen Jogis Jungs anschauen wird, weiß er noch nicht. Fest steht nur: „Ich drücke Südkorea fest die Daumen.“

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Sarah Brenner

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