Das Desaster und die Folgen

Verjüngung, Trainer, Typen: Das muss sich jetzt ändern im DFB-Team

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Im Fokus des Interesses: Bundestrainer Joachim Löw.

Nach dem Russland-Desaster muss alles auf den Prüfstand. Welche Veränderungen beim DFB-Team sind zwingen notwendig?

Moskau - Zeit für einen Neuanfang! Nach dem Vorrunden-Aus unserer Noch-Weltmeister ist die Wortwahl der DFB-Führung dementsprechend drastisch. Präsident Reinhard Grindel will Konsequenzen aus der Blamage ziehen, Teammanager Oliver Bierhoff ist entschlossen, dass die Zeit reif für Veränderungen ist. Und über allem steht die Frage: Macht Jogi weiter? Unsere Zeitung zeigt, was sich jetzt ändern muss:

Aus alt mach neu: So viel jugendliche Leichtigkeit wie möglich und so viel Erfahrung wie nötig. Nach diesem Ansatz sollte die DFB-Truppe im Hinblick auf die WM 2022 verfahren. Der Umbruch steht bevor. Spieler wie Mats Hummels und Jerome Boateng haben zwar versichert, dass sie nach dem Russland-Turnier weiter für Deutschland auflaufen möchten, doch es gibt auch kritischere Töne in Sachen Rücktritt. 

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Müller den Tränen nahe

Toni Kroos ließ beispielsweise das Ende einer goldenen Generation offen: „Weiß ich nicht. Es war ja in der Vergangenheit immer so, dass Turniere Zeitpunkte waren für Veränderungen. Es war ja vor vier Jahren auch so. Und es waren ja Teile dieser Generation jetzt auch dabei.“ In der Offensive ist Müller nicht mehr unantastbar. „Ich werde jetzt hier nicht eine halbe Stunde nach einem WM-Aus meinen Rücktritt erklären“, antwortete der Bayern-Angreifer genervt und den Tränen nah auf eine entsprechende Nachfrage.

Eines ist klar: Die WM-Helden in spe für das Turnier in Katar sollen um Joshua Kimmich herum aufgebaut werden. Das kündigte Jogi schon beim Trainingslager in Eppan an. Auch wenn das Bayern-Juwel in Russland (vorerst) an seine Grenzen kam, führt an ihm kein Weg für eine erfolgreiche DFB-Zukunft vorbei. Zusammen mit Spielern wie Leon Goretzka, Nikas Süle und Marc-André ter Stegen kann er das Gerüst bilden. Dafür muss diese Generation lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Mit großen Ambitionen sind wir das Turnier angetreten, jetzt sitzen wir schon wieder im Flieger zurück nach Deutschland. Dass es so ist haben wir uns leider selbst zuzuschreiben, wir haben nicht die Leistung gebracht die wir von uns erwartet haben und ihr von uns erwarten durftet. Dieser Stachel sitzt sehr tief und wird auch noch länger schmerzen, eine WM ist nur alle 4 Jahre und dementsprechend ist es lange hin wieder die Chance zu kriegen das zu korrigieren. Wir wollen euch für die Unterstützung danken, vor Ort in Russland aber auch zuhause und ich mich an dieser Stelle noch für die unglaublich vielen aufmunternden Nachrichten die mich in den sozialen Netzwerken erreicht haben. Und auch die kritischen Nachrichten sind angebracht und akzeptieren wir. Ab September haben wir als Nationalmannschaft wieder die Chance uns zu rehabilitieren und zu zeigen wieviel besser wir es können.

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Frischer Wind auch mit Löw?

Jogi muss sich verändern: Der Bundestrainer gilt als jemand, der Visionen hat und sie umsetzen kann. Trotzdem muss sich gerade der Weltmeister-Coach in seinem Coaching ändern. In Russland wich er nicht von seinem geliebten 4-2-3-1-System ab, obwohl er in seinem Kader genug Alternativen hatte. Wer weiß, vielleicht weht ja auch bald ein ganz frischer Wind durch das DFB-Lager.

Umfrage: Soll Löw „Die Mannschaft“ neu aufbauen oder ist seine Zeit abgelaufen?

Löw meinte am Abend nach dem Korea-K.o.: „Ich muss überlegen, woran es lag, dafür bin ich natürlich verantwortlich.“ Tritt der Bundestrainer daher trotz seines Vertrages bis Dezember 2022 zurück? Löw gilt als jemand, der sich intensiv Gedanken über wichtige Entscheidungen macht – und nicht von heute auf morgen handelt. Gestern Abend fand das erste offizielle Krisen-Treffern in der DFB-Zentrale statt, wo auch über Löws Zukunft gesprochen wurde.

Wird Ilkay Gündogan zurücktreten? Jetzt äußert er sich zu einem möglichen Aus aus der Nationalmannschaft.

Typen müssen her

Wir brauchen wieder Typen: Einheitsbrei! Die Ausbildung in den DFB-Stützpunkten und Leistungszentren muss ab sofort ebenfalls hinterfragt werden. In Russland standen zwar nur feine Fußballer auf dem Platz, doch Typen, die ein Spiel im Alleingang entscheiden, die Mannschaft mit ihrer Körpersprache auf dem Platz mitreißen und auch mal dort hingehen, wo es wehtut, die gibt es in Deutschland nicht mehr – Stand jetzt. 

Manuel Bonke

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