Der Ländertest in der Landeshauptstadt

Vor dem ersten WM-Spiel der Deutschen: So mexikanisch ist München!

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Nina Zinnhobler (39, li.) und Stephy Rodriguez sind eng befreundet: Am Sonntag werden sie zusammen beim WM-Spiel feiern

Jetzt wird’s ernst! Am Sonntag stehen Jogis Jungs der El Tri, dem mexikanischen Nationalteam, gegenüber. Wir haben den Länderteste in der Landeshauptstadt gemacht. 

Wirft man einen Blick auf den Globus, wird klar: Geografisch betrachtet trennen uns Welten – 9861 Kilometer liegen zwischen München und Mexiko-Stadt. Stellt sich die Frage: Wie viel Mexiko steckt in unserer Heimat? Und wie ähnlich sind sich die zwei Nationalitäten eigentlich? Immerhin sind mittlerweile genau 1125 Mexikaner an der Isar daheim. Wir haben mit einigen gesprochen – und natürlich auch gefragt, wie das Spiel ausgeht. 

Nina & Stephy erklären, wie die Nationen ticken

Die eine ist Münchnerin, die andere Mexikanerin. Nina Zinnhobler (39) und Stephy Rodriguez (30) sind seit sieben Jahren befreundet. Heißt: Wenn jemand weiß, wo sich die zwei Nationen ähnlich sind und wo sie sich drastisch in ihrer Lebensart unterscheiden – dann die zwei hübschen Mädels (rechts im Bild).

Gemütlichkeit

Nina: Gemütlichkeit und Mexiko – das passt nicht so recht in einen Satz. Denn: Die Mexikaner sitzen so gut wie nie still. Im Gegenteil! Sie sind quirlig, aufgeweckt und fast immer gut drauf.

Stephy: Ich habe das Gefühl, als könnten die Münchner nur entspannen, wenn sie es sich verdient haben. Als Belohnung nach getaner Arbeit. Außer im Biergarten. Da gelten andere Regeln.

Humor

Nina: Die Mexikaner nehmen sich selbst nicht allzu ernst. Außerdem gehen sie sehr humorvoll mit Tragödien um. Aber: Die größten Witze-Erzähler sind sie trotzdem nicht.

Stephy: Der Humor der Münchner ist sehr vielschichtig. Mal kommt er flach daher, mal ist er tiefgründig. Man könnte sagen: Der Spaß findet auf allen Ebenen statt.

Ehrgeiz

Nina: Die Mexikaner würden ihre Arbeit niemals über ihre Familie stellen. Trotzdem sind sie sehr fleißig. Sie sind zwar viel verplanter, dafür aber auch kreativer als wir.

Stephy: Die Münchner wirken wahnsinnig strukturiert und ehrgeizig. Ihre Arbeit scheint ihnen sehr wichtig zu sein. Manchmal vielleicht sogar zu wichtig.

Macken und Eigenheiten

Nina: Ich glaube, die Mexikaner sind noch ein bisserl altmodisch eingestellt – in Mexiko gelten zum Beispiel noch die alten Rollenbilder.

Stephy: Ich habe das Gefühl, dass sich die Münchner nur schwer fallen lassen. Ein bisschen mehr mexikanische Leichtigkeit würde euch gut tun. Von einem Misserfolg geht die Welt nicht unter.

Titel-Chancen

Nina: Die mexikanische Nationalmannschaft spielt mit Leidenschaft. Ihr Temperament könnte sie weit bringen.

Stephy: Wenn die Deutschen gewinnen, dann, weil sie so strukturiert sind. Zudem ist die Mannschaft wirklich gut!

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Ich fliege extra nach Moskau

Ich werde mir das Spiel am Sonntag sogar live in Moskau anschauen. Für meine Mannschaft ist mir kein Weg zu weit. Mein Flieger geht am Samstag, und 48 Stunden später bin ich schon wieder in München. Ich hoffe, mit einem Sieg im Gepäck. Eins steht fest: Wir sind sehr gut aufgestellt. Ich gehe fest davon aus, dass beide Mannschaften weiterkommen, auch wenn es für uns am Sonntag wahrscheinlich eng wird.

Iván Najera (38), Chef des Cometa-Restaurants am Stachus

Wir sind voller Hoffnung

Auch wenn wir keine Chance gegen Deutschland haben, hoffe ich auf ein 1:0. Vielleicht ist das Glück ja auf unserer Seite. Bei einer WM ist alles möglich. Ich wünsche mir, dass sich meine Mannschaft die Unsterblichkeit erspielt. Der Totenkopf in meiner Hand ist ein Sinnbild der Hoffnung und der immerwährenden Lebensfreude. Meine Frau ist Deutsche, aber ihre Eltern jubeln für Mexiko.

Ramon Mendoza (30), Angestellter aus München

Fiesta an der Schwanthalerhöhe

Das Wandgemälde an der Ligsalzstraße Straße zeigt, was Mexiko ausmacht: Die Stadt ist bunt und lebensfroh. Der Mann, der das Werk vor etwa drei Jahren gemeinsam mit Hobbykünstlern und Malern an die Wand gesprüht hat, muss es wissen. Denn: Checo Valdez ist Professor an der Universidad Autónoma Metropolitana in Mexiko-Stadt. Ein ähnliches Gemälde ziert auch das Umspannwerk am Elisabethplatz sowie den Quellenbunker am Auer Mühlbach. 

Fiebere natürlich mit

Eigentlich interessiere ich mich überhaupt nicht für Fußball, aber man kommt irgendwie nicht drumrum. Die gute Stimmung in der Stadt wirkt ansteckend. Natürlich werde ich meiner Mannschaft die Daumen drücken. Auch, wenn ich nicht an einen Sieg glaube. Ich hoffe, dass wir wenigstens ein Unentschieden rausschlagen können. Die gute Laune lasse ich mir aber auch im Falle einer Niederlage nicht verderben.

Daniela Ramirez (33), Angestellte aus München

Das wird schwer

Das wird ein spannendes Spiel – wir treten schließlich einem Weltmeister gegenüber. Die Deutschen werden es uns nicht leicht machen. Aber: Auch wir haben eine starke Mannschaft. Ich tippe auf ein Unentschieden. Wahrscheinlich schaue ich das Spiel im Kino am Olympiasee. Zusammen mit Freunden und meinem Mann. Der ist Deutscher. Ob wir uns wegen der WM streiten? Nein, Fußball ist zwar wichtig, aber doch nur ein Spiel...

Angelica Rodriguez (32), Angestellte aus München

Echt feurige Tacos

Das Spiel am Sonntag verspricht spannend zu werden. Wir haben die perfekte Nervennahrung für Sie zum Nachkochen – einen echten mexikanischen Klassiker: Tacos mit Guacamole und Kaktus. Und wissen Sie, was das Beste ist? Die kleinen Häppchen sind im Handumdrehen fertig und schmecken auch kalt gut. Der perfekte Snack für den Halbzeit-Hunger. Restaurant-Betreiber Iván Najera verrät, wie die kleinen Fladen gelingen.

Zubereitung:

Für die Füllung schneiden Sie die Kaktusblätter (die gibt’s im Mexiko-Laden oder im Internet) in dünne Streifen. Diese dürfen auch aus dem Glas sein. Danach geben Sie drei gewürfelte Tomaten und eine fein gehackte Zwiebel hinzu. Beträufeln Sie die Zutaten mit dem Saft einer Limette und würzen alles mit einer Prise Meersalz und Koriander

Für die Guacamole zerdrücken Sie drei reife Avocados mit einer Gabel so lange, bis eine cremige Masse entsteht. Anschließend geben Sie eine gewürfelte Tomate und eine halbe gehackte Zwiebel hinzu. Ein paar Spritzer Limette, eine Prise Meersalz, ein bisserl Chili – und fertig ist die Füllung!

Als Nächstes bestreichen Sie Ihre Tortillas beidseitig mit Wasser und braten Sie kurz in der Pfanne an. Aber Achtung: Die Fladen müssen weich und biegsam bleiben.

Verteilen Sie nun je einen Klecks Kaktussalat und einen Klecks Guacamole auf einer Seite der Tortillas. Die andere Seite klappen Sie wie einen Deckel darüber. Wer mag, gibt noch ein paar Spritzer Salsa-Soße zum Dippen in ein Glas.

Dazu empfehlen wir eine Michelada, ein mexikanisches Radler. Drücken Sie dazu den Saft einer Limette in ein mit Eiswürfeln befülltes Glas und geben Sie anschließend eine Prise Salz, Chili sowie einen Schluck Bier (zum Beispiel ein mexikanisches Sol) dazu. „Das schmeckt nach Urlaub“, verrät Najera. Buen provecho!

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Facebook-Seiten gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen. Hier entlang zur Liste.

Sarah Brenner

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