WM-Aus für deutschen Schiedsrichter

Kein WM-Einsatz mehr für Felix Brych: Das ist der Grund 

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Für Felix Brych ist die WM in Russland bereits beendet. 

Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych muss bei der WM vorzeitig abreisen. Die FIFA hat beschlossen, dass er kein zweites Spiel mehr pfeifen darf.

Moskau - Das war‘s für Felix Brych: Die Fußball-WM in Russland wird für den Schiedsrichter aus München unter dem Strich als große Enttäuschung in seiner Karriere verbucht werden. Als erfahrener Referee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) reiste Brych nach Russland und hätte der erfolgreichste deutsche Teilnehmer der WM 2018 werden können. Ausgerechnet das Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft hätte für ihn nämlich positive Konsequenzen haben können. Er war im Prinzip für jedes Spiel der K.o.-Phase einsetzbar.

Der deutsche WM-Schiedsrichter wurde sogar als Kandidat für das Finale gehandelt. Nun muss er aber nach nur einem Spiel die Heimreise antreten. Der Jurist Felix Brych scheiterte vermutlich an einer umstrittenen Entscheidung, die er in der Vorrunde getroffen hat. Aktuelle Entwicklungen hierzu finden Sie auch in unserem WM-Live-Ticker von diesem Donnerstag.

Das sagt Felix Brych über das WM-Aus

"Der Verlauf der WM ist für mich und mein Team natürlich eine herbe Enttäuschung. Aber das Leben geht weiter und wir kommen wieder", wurde Brych am Mittwochabend in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zitiert. Nachdem er schon im Achtelfinale keine Spielleitung hatte, wurde er von der FIFA auch für die kommenden Spiele nicht mehr berücksichtigt.

Vor vier Jahren in Brasilien war Brych wenigstens noch zweimal zum Einsatz gekommen, schon dort hatte er nicht das nötige Vertrauen der Schiri-Offiziellen des Weltverbandes FIFA gespürt. Brych sowie seine Assistenten Stefan Lupp (Zossen) und Mark Borsch (Mönchengladbach) warteten auch in Russland vergeblich auf einen Einsatz in der K.o.-Runde.

Diese Deutschen sind bei der WM 2018 noch dabei

Während Felix Brych und seine Assistenten die Heimreise antreten müssen, bleiben die deutschen Video-Assistenten weiterhin im Einsatz. Felix Zwayer und Bastian Dankert sind weiterhin bei der WM 2018 in Russland als Unparteiische dabei.

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Schiedsrichter Felix Brych: Gescheitert an Schweiz gegen Serbien?

Welche Rolle letztendlich Brychs einziger WM-Auftritt in Russland gespielt hat, kann nur vermutet werden. "Offensichtlich wurde Felix' schwierige und strittige Elfmeter-Entscheidung von der FIFA als so schwerwiegend bewertet, dass es keine weiteren Ansetzungen mehr für ihn gab. Ob das gerechtfertigt ist, müssen unsere Experten bewerten. Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren", sagte Ronny Zimmermann, der für die Schiedsrichter zuständige DFB-Vizepräsident.

Nach der hochbrisanten Begegnung zwischen der Schweiz und Serbien (2:1) hatte es mächtig Wirbel um den deutschen Referee gegeben. Weil der Unparteiische den mittlerweile ausgeschiedenen Serben bei einer umstrittenen Szene einen Foulelfmeter verwehrte, hatte der serbische Trainer Mladen Krstajic für einen Eklat gesorgt.

"Ich würde ihn nach Den Haag schicken", sagte der frühere Bundesligaprofi in Anspielung auf den Sitz des Kriegsverbrecher-Tribunals für das ehemalige Jugoslawien. Dann ergänzte er in Brychs Richtung: "Dort sollte ihm so der Prozess gemacht werden, wie sie uns (im Spiel) den Prozess gemacht haben." Krstajic wurde für seine unsägliche Äußerung lediglich mit einer Geldstrafe in Höhe 4340 Euro belegt.

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Die Bewertung von Felix Brych variiert offenbar stark

Für Brych, der zum zweiten Mal auf der großen Bühne pfiff, war der ganze Rummel mit Blick auf weitere Einsätze sicher nicht förderlich. Dabei hatte er sich vor der Endrunde hohe Ziele gesetzt: "Natürlich würden wir gerne die K.o.-Phase erreichen." Die Leistung im einzigen vom Abteilungsleiter beim Bayerischen Fußball-Verband geleiteten WM-Spiel wurde von den Kollegen in der Heimat positiv bewertet - es gab reichlich Lob von den Kollegen.

"Gratulation an Felix Brych und sein Team zu der gelungenen Spielleitung in einem phasenweise schwierigen Spiel", hatte der deutsche Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich dem SID gesagt. Die FIFA-Verantwortlichen bewerteten Brychs Auftritt offenbar anders, wie die die aktuelle Entscheidung beweist. Am Mittwoch zeigte sich auch Fröhlich enttäuscht: "Natürlich ist es für Felix Brych persönlich und generell das deutsche Schiedsrichterwesen ein Stück weit enttäuschend, dass unser Top-Schiedsrichter bei der WM nur einmal zum Einsatz gekommen ist. Vor allem auch, weil sich durch das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft eine seltene Perspektive für Felix ergeben hat."

Felix Brych in der Statistik

Brych war als achter deutscher Schiedsrichter bei mehr als einer WM dabei. Die meisten Partien (fünf) absolvierte Markus Merk. Brych hat 249 Bundesligaspiele auf dem Buckel. Er leitete im vergangenen Jahr das Finale der Champions League, 2014 war er im Endspiel der Europa League im Einsatz. Zudem war Brych bei der EM 2016, den Olympischen Spielen 2012 und dem Confed Cup 2013 am Start.

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sid/rm

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