Das würde das DFB-Team erwarten

Fußball-WM-Check für Katar 2022: Infrastruktur, Stimmung, Alkoholverbot

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Das Khalifa International Stadion in der katarischen Wüstenstadt Doha. Katar ist Gastgeberland der Fußball-WM 2022.

2022 ist die Fußball-WM in Katar. Lesen Sie den großen Fußball-WM-Report aus Doha. Die tz hat u.a. mit dem Vize-Chef des WM-Organisationskomitees, Nasser Al-Khater, gesprochen. 

Jogi Löw leckt immer noch die Wunden nach dem Russland-Desaster – die tz blickt lieber in die Zukunft und hat sich in Katar mit Blick auf die WM 2022 umgeschaut und unter anderem mit dem Vize-Chef des WM-Organisationskomitees, Nasser Al-Khater, gesprochen. Der große WM-Report aus Doha. 

Alkohol: Eine Weltmeisterschaft ohne Alkohol? Schwer vorstellbar! Allerdings gibt es in Doha nur in ausgewählten Hotels und Restaurants Bier, Wein oder Cocktails – zu sehr hohen Preisen. Eine Flasche Bier (0,33 Liter) kostet hier im Restaurant im Schnitt um die 13 Euro. Das wird sich auch zur WM nur mit Abstrichen ändern, wie Al-Khater erklärt: „Alkohol ist kein Teil unserer Kultur! Aber es wird einige Bereiche geben, wo Alkohol auf offener Straße erhältlich ist. Außerdem diskutieren wir gerade noch mit der FIFA, ob wir in den Stadien Bier ausschenken werden. Grundsätzlich ist Alkohol erhältlich, aber streng reglementiert.“ Katar hat seit dem 1. Januar eine Art Sündensteuer auf Alkohol, Kaffee, Tabak, Energy-Drinks und andere ungesunde Dinge eingeführt. Viele Produkte werden dann doppelt so teuer. Bisher wirkt sich die Steuer noch nicht sehr aus, wie ein Barkeeper aus dem W-Hotel der tz erklärt: „Wenn ein Bier vergangenes Jahr 55 Riyal gekostet hat, sind es bisher nur 65 Riyal (zwei Euro Preisunterschied).“ Müssen die Fans also bis zu WM-Beginn damit rechnen, dass sie ein Vermögen für ein Bierchen ausgeben müssen? Al-Khater: „Die Steuer ist erst vorgestellt, wir müssen die Entwicklung beobachten. Wenn wir fühlen, dass sie sich negativ auswirkt, können wir das mit der Regierung diskutieren.“ 

(Lesen Sie auch: Vize-Präsident irritiert mit Aussage: Hatte der DFB das WM-Desaster einkalkuliert?)

Stimmung: Die WM-Stimmung in Katar ist in drei Jahren vor allem eines: auf engstem Raum geballt. Die größte Distanz zwischen zwei WM-Stadien beträgt ungefähr 50 Kilometer. Der Wüsten-Staat ist kleiner als Hessen. Entsprechend komprimiert werden im Dezember 2022 die Menschenmassen sein. Aber wie wollen die Kataris mit den Besuchern umgehen? „Olympische Spiele werden auch nur in Städten ausgetragen, daran orientieren wir uns. In London hatte man ja auch nicht so viel Platz wie bei Weltmeisterschaften in Russland oder Deutschland“, erklärt Al-Khater. Er sieht aufgrund des begrenzten Platzes kein Problem – im Gegenteil: „Das hilft doch dabei, die Atmosphäre zu schaffen. Es wird eine WM mit arabischen Flair. Es wird viele Interaktionen und Berührungspunkte zwischen den Fans geben.“

(Lesen Sie auch: Mut, Teamgeist, Selbstkritik – tz.de* nennt Löws Baustellen für das Jahr 2019)

Infrastruktur: Das liebste Fortbewegungsmittel der Kataris? Das Auto! Dementsprechend voll sind die Straßen, die teilweise vierspurig kilometerlang durch die Wüste führen. In Doha selbst kommt es darum leicht zum Verkehrs-Kollaps. Das wäre während der WM fatal. Darum werden in Doha gerade fleißig U-Bahnen gebaut. Die gute Nachricht für die Fans: Jedes der acht Stadien ist mit der Metro erreichbar und teilweise sind sie sogar verbunden. Es wird drei Linien geben: rot, grün und gold. „Die rote Linie ist bereits fertiggestellt, wird in wenigen Monaten offiziell in Betrieb genommen. Die anderen beiden Linien nehmen 2020 Fahrt auf“, erklärt Al-Khater. Vor ein paar Wochen war übrigens Fifa-Präsident Gianni Infantino zu Gast und machte die Jungfern-Fahrt mit der roten Linie. Nicht nur wegen der U-Bahn ist Katar, speziell Doha, derzeit eine Großbaustelle. An jeder Ecke stehen Bagger, Häuser werden gebaut oder renoviert. Bisher ist erst ein Stadion komplett fertig – das Khalifa International Stadium. Allerdings wurde es nicht neu gebaut, sondern lediglich saniert. Dort findet heuer die Leichtathletik-WM statt, es liegt direkt neben der Aspire Zone, dem Sportzentrum, wo auch der FC Bayern immer trainiert. „2019 werden vier weitere Stadien fertig, die restlichen drei Spielstätten dann 2020. Wir sind also früh dran“, so der Vize-OK-Chef.

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