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„Fußball zum Strahlen bringen“: Watzke mit großen Zielen

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DFL-Mitgliederversammlung
Christian Seifert (l) und Hans-Joachim Watzke, der designierte neue Aufsichtsratsvorsitzende, stehen auf dem Podium. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Deutsche Fußball Liga stellt auf ihrer Mitgliederversammlung inhaltliche und personelle Weichen für die Zukunft. Das Ziel: der Fußball soll wieder mehr strahlen.

Frankfurt/Main - Zum Abschied von der Deutschen Fußball Liga nach mehr als 16 Jahren gab Christian Seifert dem neuen Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke die besten Wünsche mit auf den Weg.

„Die Bundesliga ist ganz wichtig für Deutschland. Sie ist das letzte große Thema, das die Menschen zusammenbringt. Ich bin überzeugt: die Liga wird weiter gut durch die Corona-Krise kommen“, rief der scheidende DFL-Boss dem künftigen Mitbestimmer an der Seite der neuen Geschäftsführerin Donata Hopfen nach der Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main zu.

Watzke mit klaren Vorstellungen

Watzke wird das Amt am 11. Februar 2022 als Nachfolger von Peter Peters antreten und hat bereits klare Vorstellungen, wie sich die Liga bei der Bewältigung der durch die Corona-Pandemie verschärften Herausforderungen aufstellen soll. „Nachdem wir jetzt zwei Jahre mit der Pandemie gelebt haben und dabei zurecht mit sehr viel Demut ausgestattet waren, müssen wir als Clubs wieder etwas kämpferischer werden und mehr Selbstvertrauen ausstrahlen. Das heißt, dass wir einen breiten gesellschaftlichen Dialog führen, aber vielleicht auch ein bisschen akzentuierter um unsere originären Rechte kämpfen müssen“, verkündete der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Sein Ziel: „Wir müssen den Fußball wieder mehr zum Strahlen bringen.“

Erste Ansprechpartnerin des 62-Jährigen ist Donata Hopfen, die am 1. Januar 2022 als Geschäftsführerin in die großen Fußstapfen von Seifert tritt. „Wir haben uns schon getroffen. Es war ein sehr positives Gespräch, ich habe großes Vertrauen in sie und werde ihr den Rücken stärken“, berichtete Watzke und stellte klar: „Ich werde mich nicht ins operative Geschäft einmischen, aber die Strategie der Liga mitbestimmen.“ Dazu zählt unter anderem eine größere Nachhaltigkeit, die für die Vereine ab der Saison 2023/24 verpflichtend wird.

Watzke, der mit 32 von 34 Stimmen gewählt wurde und künftig auch einen Sitz im DFB-Präsidium haben wird, will zudem versuchen, das seit geraumer Zeit zerrüttete Verhältnis zum Deutschen Fußball-Bund zu kitten. „Ich weiß, es wird wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe, dass man wieder etwas konstruktiver und harmonischer zusammenarbeitet“, sagte Watzke. Zumal er selbst einschränkte: „Ich wäre nicht bereit, dafür deutlich zementierte Positionen aufzugeben.“

Seinem Vorgänger Peters, der sich auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag am 11. März kommenden Jahres zum Präsidenten des größten Sportfachverbandes wählen lassen will, sicherte er die volle Unterstützung zu.

Peters möchte DFB-Präsident werden

Im Falle einer Wahl will Peters einige Dinge aus seiner DFL-Zeit in den DFB hineintragen. „Die Liga ist stark, weil sie Menschen hat, die sich vertrauen, und Strukturen hat, die funktionieren“, sagte der 59-Jährige, der allerdings in dem von den Amateurvertretern gestützten Bernd Neuendorf einen großen Konkurrenten beim DFB-Bundestag hat.

Beim Treffen der Profivereine in einem Frankfurter Flughafen-Hotel stellte Peters, der den DFB seit dem Rücktritt von Fritz Keller gemeinsam mit Rainer Koch interimsmäßig führt, am Dienstag sein Programm vor. Dabei verzichtete er bewusst auf ein klares Bekenntnis der Liga für seine Kandidatur. „Ich habe erklärt, dass ich kein Votum möchte, weil ich später jede Menge Unterstützung benötige, die Dinge anzupacken und zu verändern“, sagte Peters.

Seifert wünscht sich vom künftigen DFB-Chef eine stärkere Moderationsfähigkeit. „Am Ende geht es nicht darum, Feindbilder aufzubauen, Neid zu schüren und Gräben auszuheben, wie das seit einiger Zeit ist“, kritisierte der 52-Jährige.

Er selbst hat für seine berufliche Zukunft bereits Pläne, über die er öffentlich aber noch nicht sprechen wollte. Die DFL verlasse er „sehr dankbar“, betonte Seifert. „Was ich geworden bin als Mensch und Manager, bin ich durch diesen Job geworden.“ Der künftigen Führungsriege rief er ins Bewusstsein: „Die Menschen erwarten von der Bundesliga guten Fußball, Spannung und Unterhaltung.“ dpa

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