Van Gaal träumt wieder: "Hoffnung gibt es immer"

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Louis van Gaal hat die Hoffnung auf den Titel noch nicht aufgegeben

München - Der FC Bayern hat durch das souveräne 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern und die Ausrutscher der Konkurrenz Boden gutgemacht und hofft wieder auf den Titel - zumindest van Gaal und die Fans.

Arjen Robben zauberte, Mario Gomez traf, die Konkurrenz patzte - und schon war beim FC Bayern München der Glaube an den Titel wieder zurück. „Dortmund hat Punkte verloren, wir gewonnen. Natürlich guckt man nach oben, Hoffnung gibt es immer. Das hat man ja auch bei den Fans gehört“, sagte Trainer Louis van Gaal nach dem 5:1 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Anhänger jubelten laut, als das 1:1 von Borussia Dortmund auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde, und stimmten ein „Deutscher Meister wird nur der FCB“ an.

Bis dahin ist es angesichts von 14 Punkten Rückstand ein ganz

weiter Weg. Dennoch war die Stimmung trotz eines erneut kleinen Seitenhiebs von Präsident Uli Hoeneß gegen van Gaal beim Rekordmeister nach dem höchsten Saisonsieg von Zuversicht geprägt. „Ich habe die Meisterschaft nie aufgegeben, das habe ich schon letzte Woche gesagt“, sagte Kapitän Mark van Bommel.
„Das war ein guter und wichtiger Spieltag für uns, um unser Mindestziel zu erreichen. Da kann man sehr zufrieden sein“, betonte auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, nachdem neben Dortmund auch Mainz und Hannover als direkte Konkurrenten um einen Champions-League-Platz ausgerutscht waren.

Die Münchner Hoffnungen auf bessere Zeiten trägt vor allem Superstar Robben. Der Niederländer stand erstmals seit acht Monaten wieder in der Startelf des FC Bayern und brillierte, als wäre er nie verletzt gewesen.

„Die Leistung war weltklasse, dies ist nach einer so langen Pause ungewöhnlich und beeindruckend. Es ist nicht nur seine unglaubliche fußballerische Qualität, sondern auch seine Mentalität, die ihn antreibt und die Mannschaft mitreißt“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger und wurde fast euphorisch. Rummenigge war indes „überzeugt, dass wir mindestens zehn Punkte mehr hätten, wenn er in der Hinrunde mitgewirkt hätte“.

Das 1:0 (45.+1) erzielte Robben selbst, das 2:0 durch Gomez bereitete er mustergültig vor. Ansonsten brachte er bis zu seiner von Standing Ovations begleiteten Auswechslung in der 73. Minute viel Schwung in die vor allem in der ersten Hälfte biederen Bemühungen des Rekordmeisters.

Robben wollte seinen Auftritt aber nicht überbewerten. „In der ersten Halbzeit habe ich zu viel gewollt. Ich wollte gleich alles zeigen. Die zweite Halbzeit war besser, da habe ich es mehr dosiert“, sagte er. Sein Tor sei aber „ein Super-Gefühl“ gewesen: „Das erste Tor zu schießen, davon kann man nur träumen. Man denkt an die sechs Monate harte Arbeit.“ Zuletzt hatte er am 8. Mai 2010 (3:1 gegen Hertha BSC Berlin) in der Liga getroffen.

Angesichts der Robben-Gala rückte Dreifach-Torschütze Gomez in den Hintergrund. Dabei bestätigte der Torjäger mit seinen drei Treffern (46./80.85.) seinen derzeitigen Status als unangefochtene Nummer eins im Bayern-Sturm vor Miroslav Klose, der erneut 90 Minuten auf der Bank schmorte. Das 5:1 gelang Thomas Müller (90. +1), zwischenzeitlich hatte Jan Moravek (62.) für den FCK getroffen.

„Wenn es so läuft, macht mich das glücklich, aber noch wichtiger ist der Erfolg der Mannschaft“, sagte Gomez nach seinem dritten Liga-Dreierpack in dieser Saison. Mit 15 Treffern in der Liga, acht im DFB-Pokal und in der Champions League erfüllt der 30-Millionen-Einkauf endlich die hohen Erwartungen der Münchner.

sid

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