Gefühlter Klassenverbleib: Freiburg wie befreit

+
Julian Schuster kühlt sich nach heißem Gefecht ab

Freiburg - Nach dem überraschenden Sieg gegen den Noch-Meister VfL Wolfsburg feiert der SC Freiburg den gefühlten Klassenerhalt. Beim Gegner herrscht die pure Ernüchterung.

Die Freiburger Fans sangen und tanzten an diesem herrlichen Frühlingsabend im Badenova-Stadion, und am Spielfeldrand verschwand Robin Dutt in einer Traube jubelnder Spieler und Betreuer. Der 1:0 (1:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg war für die Anhänger des Sportclubs der gefühlte Klassenverbleib in der Fußball- Bundesliga. “Das war ein Big Point. Jetzt haben wir es selbst in der Hand. Das wollen und werden wir uns nicht mehr nehmen lassen“, versprach Abwehrspieler Felix Bastians vor den beiden letzten Saisonspielen beim 1. FC Köln und gegen Borussia Dortmund.

Vom Stadion zur Arena: So hießen Fußballtempel früher

Die BayArena in Leverkusen , die Heimstätte von Bayer 04, hat knapp über 30.000 Sitzplätze. Bis zum Jahr 1998 hieß das Stadion aber noch ... © dpa
Urlich-Haberland-Stadion. Benannt wurde es nach dem ehemaligen Vorstands-Vorsitzenden der Bayer AG. © dpa
Die AllianzArena in München. Hier spielen der deutsche Rekordmeister  FC Bayern und der TSV 1860 München vor bis zu 69.000 Zuschauern. Die Arena ist ein Neubau, zuvor kickten die Bayernspieler ... © dpa
... im Olympiastadion. Dort feierten die Bayern bislang ihre größten Erfolge, auch für die Nationalmannschaft ein gutes Pflaster: Deutschland wurde in München 1974 Weltmeister. 1860 München indes spielte vor den Auftritten in der Allianz Arena im ... © Getty
... Stadion an der Grünwalder Straße. Viele Löwenfans würden dort auch heute gerne wieder die Heimspiele ihrer Mannschaft sehen, statt im Wohnzimmer des verhassten Lokalrivalen. © Getty
Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 bestreitet heute seine Heimspiele in einem der modernsten Stadien der Welt. Zuvor aber kickten die Königsblauen ... © dpa
... im weiten Oval des Gelsenkirchener Parkstadions. Das gibt es heute noch, die Veltins-Arena ist im Norden neu gebaut worden. © dpa
Borussia Dortmund spielt nach wie vor vor rund 80.000 Zuschauern. Seit dem 1. Dezember 2005 heißt die Heimstätte der Gelb-Schwarzen Signal-Iduna-Park. Vorher trug das Stadion den Namen ... © dpa
... Westfalenstadion. Auch mit neuem Namen: Die Arena in Dortmund ist das größte reine Fußballstadion Deutschlands. Es gilt zudem als Wahrzeichen der Stadt. © dpa
Die Imtech Arena ist das Stadion des Hamburger SV. Nach dem Neubau trug es zunächst den Namen AOL-Arena, dann hieß sie HSH Nordbank Arena. Doch die ursprüngliche Spielstätte der Hanseaten, wo sie ihre größten Erfolge feierten, trug den Namen ...  © dpa
... Volksparkstadion. Hier hat Uwe Seeler noch gekickt. © Getty
Das ist die Commerzbank Arena in Frankfurt, dort trägt Eintracht Frankfurt ihre Heimspiele aus. Zuvor nannte sich die Arena noch ... © dpa
... Waldstadion. Nach dem Umbau finden dort noch rund 51.500 Fans Platz. © dpa
Hier in der Volkswagen-Arena feierte der VfL Wolfsburg 2009 die Deutsche Meisterschaft. Zuvor trugen die Wölfe ihre Heimspiele aber im ... © dpa
... VfL-Stadion am Elsterweg aus. © Wikipedia Commons
Das Bild zeigt die Mercedes-Benz Arena, wie sie nach dem Umbau aussehen soll. Der VfB Stuttgart trug zuvor seine Heimspiele im ... © dpa
... Gottlieb-Daimler-Stadion aus. Das hieß bis 1993 noch Neckarstadion. © Getty
Das Stadion im Borussia-Park ist der Spielort von Borussia Mönchengladbach. Das Stadion wurde am 30. Juli 2004 feierlich eröffnet. Zuvor absolvierten die Fohlen ihre Heimspiele im ... © dpa
... Stadion am Bökelberg. Dort feierte der VfL Borussia Mönchengladbach seine größten Erfolge. © Wikipedia Commons
Der 1. FC Köln spielt im RheinEnergieStadion. Sein Vorläufer war das 1923 an gleicher Stelle erbaute ... © Getty
... Müngersdorfer Stadion, welches 1975 neu errichtet wurde. © Getty
Das Rewirpowerstadion ist die Wettkampfstätte des VfL Bochum. Das Stadion liegt an der Castroper Straße, wo der VfL und seine Vorgängervereine bereits seit 1911 Fußball spielen. Der VfL Bochum verfügt damit über eine der traditionsreichsten Wettkampfstätten im deutschen Profifußball. Allerdings hieß das Stadion zuvor ... © dpa
... Ruhrstadion. © Getty
Das Badenova-Stadion in Freiburg. Mittlerweile heißt das Wohnzimmer der Breisgauer schon wieder anders. Nämlich Mage Solar-Stadion. Hier trägt der SC seine Heimspiele aus. Die Badener kickten früher im ... © dpa
... Dreisamstadion. © Getty
Die HDI-Arena ist ein Fußballstadion im Stadtteil Calenberger Neustadt in Hannover und Wettkampfstätte des Bundesligisten Hannover 96. Von 2002 bis 2013 trug der Fußballtempel den Namen AWD-Arena.  Das ursprüngliche Stadion hieß ... © dpa
... Niedersachsenstadion. Das wurde 1954 fertiggestellt und fasste einst bis zu 86.000 Zuschauer. © dpa
Der 1. FC Nürnberg trägt seine Heimspiele neuerdings im Grundig-Stadion aus. Zuvor hieß die Arena ... © Getty
... Frankenstadion. Am 14. März 2006 wurde es umbenannt. Vormals trug es den Namen Städtisches Stadion. © Getty
Das Millerntor-Stadion ist der Austragungsort der Heimspiele des FC St. Pauli. Vor 1998 trug es den Namen ... © Getty
... Wilhelm-Koch-Stadion. Den Namen verdankte es dem ehemaligen Präsidenten des Vereins. © Getty
Die SGL-Arena ist die neue Heimat des FC Augsburg. Die Arena wurde am 26. Juli 2009 eröffnet. Zuvor spielte der FCA im ... © Getty
... Rosenaustadion. Das ist übrigens mit einem Fassungsvermögen von 31.300 Zuschauern noch vor der SGL-Arena das größte Stad ion Augsburgs. © Getty
Die SchücoArena in Bielefeld. Hier kicken die Spieler von Arminia. Zuvor nannte sich die Sportstätte ... © Getty
... Bielefelder Alm oder Alm oder Alm-Stadion. Im Grundbuch steht allerdings: Stadion an der Melanchthonstraße. Der Verein trat die Namensrechte 2004 an die Firma Schüco ab. © Getty
Die Esprit-Arena in Düsseldorf. Hier spielt die Fortuna. Bis 2009 hieß das Stadion allerdings LTU-Arena. Der Neubau wurde an der Stelle des Vorgängers errichtet, und der hieß ... © Getty
... Rheinstadion. Dort trugen ab 1995 auch die Sportler der American-Football-Mannschaft Rhein Fire ihre Heimspiele aus. © Getty
Die Schauinsland-Reisen-Arena ist ein Fußballstadion in Duisburg. Sie ist die Heimat des Traditionsvereines MSV Duisburg . Der spielte aber vorher im ... © Wikipedia Commons
... Wedaustadion. Das wurde 1921 gebaut und war mit einem Fassungsvermögen von 40.000 Zuschauern nach dem Berliner Grunewaldstadion erst die zweite Großsportstätte in Deutschland. Das Wedaustadion wurde 2003 abgerissen. Am selben Ort entstand die MSV-Arena. © Getty
Die Benteler-Arena in Paderborn ist die Heimat des SC Paderborn. Bis Juni 2009 hieß die Spielstätte Paragon Arena, danach Energieteam Arena. Davor wiederum trug der SC seine Heimspiele im ...  © Getty
... Hermann-Löns-Stadion aus. Bis Ende der Saison 2007/08 kickte der SCP dort, dann zogen die in den Neubau um.  © Getty
Die DKB-Arena ist das Fußballstadion des FC Hansa Rostock. Das Stadion trug bis 2007 allerdings den Namen ... © dpa
... Ostseestadion. © Getty
Das Frankfurter Volksbank Stadion dient unter anderem dem FSV Frankfurt als Heimat. Zuvor kickten die Hessen im ... © dpa
... im Stadion am Bornheimer Hang.   © Getty
Aus dem Leipziger Zentralstadion ... © Getty
... wurde 2010 die Red Bull Arena © Getty
Dynamo Dresden spielt seit 2010 im Glücksgas-Stadion. Zuvor hingegen... © getty
...waren die Sachsen im Rudolf-Harbig-Stadion beheimatet. © getty
Das Stadion am Bruchweg war der Ort der größten Erfolge des 1. FSV Mainz 05. Zwei Aufstiege wurden hier gefeiert. Doch mit der Saison 2011/12... © getty
...ziehen die Jungs um Coach Thomas Tuchel in die neugebaute Coface-Arena um. © getty
Früher spielte die TSG Hoffenheim im Dietmar-Hopp-Stadion. Dort verbrachten sie mehrere Jahre in unterklassigen Ligen. Heute hingegen... © getty
...nennt sich das Team aus Sinsheim "1899 Hoffenheim" und kickt erstklassig in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena. © dpa
In den letzten Jahren kickte der FC Ingolstadt 04 im Tuja-Stadion. Dort gewannen sie z.B. die Relegation 2010. Jetzt spielen sie... © dpa
...im neu errichteten Audi-Sportpark. © dpa

Die Stimmung unter den 22 700 Zuschauern erinnerte an die Aufstiegsfeier im vergangenen Jahr. Mit dem Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg vergangene Woche und dem Coup gegen den Meister legten die Breisgauer einen bemerkenswerten Endspurt hin und dürfen wohl für ein weiteres Jahr im Oberhaus planen. “Wir müssen versuchen, in Köln zu gewinnen, um alles klar zu machen“, forderte Cedrick Makiadi, der mit seinem Tor in der 38. Minute gegen seinen Ex-Club der Matchwinner war.

Dutt wollte von einer Entscheidung im Abstiegskampf noch nichts wissen. Mit 31 Punkten haben sich die Freiburger auf Rang 14 aber schon von Nürnberg und dem VfL Bochum (jeweils 28) etwas abgesetzt. “Wir sind froh über die drei Punkte“, sagte der 45-Jährige. “Aber wir haben noch zwei ganz schwere Aufgaben vor uns. Köln ist nur dann ein Endspiel, wenn uns die anderen in die Karten spielen. Und nicht auszudenken, was am letzten Spieltag hier los ist, wenn es für uns und Dortmund noch um was geht.“

Um nichts mehr geht es jetzt für die Wolfsburger, die ihre letzte theoretische Chance auf eine Teilnahme an der Europa League kläglich vergaben. In der ersten Halbzeit sah der entthronte Titelträger kein Land, weil sich der Sportclub das Motto des Stadionmagazins zu Herzen nahm: “Rudel bilden gegen die Wölfe.“ Der Aufsteiger, lobte später auch VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner, habe “alles, alles, aber auch alles“ in die Waagschale geworfen. Dutt meinte lächelnd: “Ich habe heute 15 bärenstarke Freiburger gesehen. 14 hatten das Freiburger Trikot an“. Mit dem 15. meinte er den Ex-Sportclub-Profi Sascha Riether, der immer noch die Freiburger Fußballschule unterstützt.

Die SC-Hintermannschaft hatte sogar das gefürchtete Sturmduo Grafite/Edin Dzeko fast immer im Griff. Der Brasilianer ballerte nach einer guten Stunde aus aussichtsreicher Position übers Tor. Dzeko, der in der Bundesliga-Torschützenliste mit 20 Treffern hinter Leverkusens Stefan Kießling (21) zurückgefallen ist, schoss in der 76. Minute das erste Mal aufs Tor.

Die Enttäuschung nach der verpassten Europapokal-Teilnahme hielt sich bei Wolfsburgs Verantwortlichen in Grenzen. “Ich bin ja Berufsoptimist“, meinte Manager Dieter Hoeneß, “aber nach den Ergebnissen vom Samstag war das schon in sehr weite Ferne gerückt.“ Einen Kontakt mit Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder, der bei Real Madrid keine Karten mehr hat, bestritt Hoeneß. Für Köstner, der zum Saisonende seinen Stuhl wieder räumen muss, hat die Mannschaft nach dem Ausscheiden aus der Europa League “eine gute Reaktion gezeigt“. Jetzt ist der Club wieder da angekommen, wo er eigentlich nicht mehr hinwollte: Im grauen Mittelfeld.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Achtelfinale bei Sky und DAZN: Wo laufen die deutschen Champions-League-Spiele live?
Achtelfinale bei Sky und DAZN: Wo laufen die deutschen Champions-League-Spiele live?
Haaland: Supertalent sagte bereits englischem Topklub zu - doch dann schlug der BVB zu
Haaland: Supertalent sagte bereits englischem Topklub zu - doch dann schlug der BVB zu
Fußball heute live: Diese Spiele laufen live im TV und im Live-Stream
Fußball heute live: Diese Spiele laufen live im TV und im Live-Stream
Thomas Müller: Mögliche DFB-Rückkehr? Jetzt äußert sich Bierhoff - Olympia-Gespräche laufen bereits
Thomas Müller: Mögliche DFB-Rückkehr? Jetzt äußert sich Bierhoff - Olympia-Gespräche laufen bereits

Kommentare